Ist Arnstadts Bismarckbrunnen futsch?

Der Bismarckbrunnen schmückte einst Arnstadt und ist seit Jahren untergestellt. (Foto: Christoph Vogel)
Arnstadt: ... | von Joachim Kreckow

Verwundert über den jüngsten Beschluss des Arnstädter Stadtrats vom 6.
Oktober ist Edgar Nitsch, Vorsitzender des Arnstädter Brunnenvereins:
„Warum wird der Beschluss zur Errichtung des Bismarckbrunnens mit dem
Erhalt des Baumbestandes auf dem Markt gekoppelt? Das ist für mich ein Zeichen, dass dem Stadtrat die denkmalschutzrechtliche Erlaubnis
zur Errichtung des Brunnens unbekannt ist und der Brunnenverein nicht in die
vorangegangene Diskussion einbezogen wurde“, beklagt sich Nitsch.
Ein Blick zurück. Am 27. September 2001 beschließt der Arnstädter Stadtrat mit
Beschluss Nummer 001/0687 den Wiederaufbau des Bismarckbrunnens.
Die Initiatoren erarbeiten eine Dokumentation unter Einbeziehung dessen künstlerischer und geschichtlicher Würdigung und senden sie an den Präsidenten des Thüringer Landesamtes für Denkmalpflege, Dr. von Trütschler. Mehrere Gespräche führen zur Wiederaufnahme des Brunnens in die Denkmalliste. Am 27. November 2001 gründet sich der Arnstädter Brunnenverein.
Nach einer öffentlichen Anhörung mit Diskussion beschließt der Stadtrat am 22.
August 2002 mit Beschluss Nummer 2002/0960 die Auftstellung des Brunnens am
westlichen Ende des Marktplatzes. Grundlage bildet eine detaillierte angearbeitete Standortuntersuchung im Stadtgebiet von Arnstadt. Seitdem haben die Vereinsmitglieder Jahr für Jahr an der Verwirklichung des Projekts gearbeitet. Und nun beschließt der Arnstädter Stadtrat am 6. Oktober 2011
folgendes: Die Beschlüsse 2002/0960 „Standortbestimmung Bismarckbrunnen“
und 2009/018 „Erhalt des Baumbestandes auf dem Markt“ werden aufgehoben.
Und zwar unter der Maßgabe, „dass der derzeitige Baumbestand so lange erhalten bleibt, bis ein Gesamtkonzept für die Neugestaltung des Marktplatzes
beschlossen wird“.
Edgar Nitsch und seine Mitstreiter sind fassungslos. Und enttäuscht: „Ich wundere mich über Meinungen wie diese: ‚Wenn der Brunnen soviel wert ist, dann könne man ihn ebenso gut verkaufen und damit viel Gutes tun.“‘, sagt Nitsch. Sein Verein fühlt sich um die Früchte der rund zehnjährigen Arbeit an diesem Projekt betrogen. Vereinschef Nitsch: „Ich fordere den Stadtrat auf,
das Landesamt für Denkmalpflege in die Diskussion um die Erhaltung des historisch wertvollen Bismarckbrunnens mit einzubeziehen".
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