Mit ohne eigenes Auto: Car-Sharing funktioniert auch in ländlichen Gegenden, behauptet Madeleine Henfling aus Ilmenau

Grünen-Politikerin Madeleine Henfling ist eine Verfechterin des „geteilten Autos“ und sucht Mitstreiter in Ilmenau.
Ilmenau: ... | „Ein Großteil der auf einen Halter zugelassenen Autos steht tagsüber nutzlos herum“, hat Madeleine Henfling aus Ilmenau recherchiert. Die Politikerin von Bündnis 90 / die Grünen ist sicher, dass sich dieses Potenzial effektiver nutzen ließe – aus Umweltgründen im Allgemeinen und Kostengründen im Besonderen. Einer repräsentativen Umfrage des Hightech-Branchenverbandes „bitcom“ zufolge zeigt jeder zweite Deutsche Interesse am privaten Car-Sharing. Bei den
Autofahrern unter 30 Jahren sind es sogar zwei Drittel, in der Altersgruppe zwischen 30 und 49 Jahren über 60 Prozent.
Mobilitätsmanagement nennen Anbieter von Car-Sharing-Fahrzeugen diese
Methode, die keineswegs neu und in Deutschland und dem benachbarten Ausland bereits etabliert ist. 1975 tauchte der Begriff Car-Sharing zum
ersten Mal in einer englischen Zeitung auf und beschrieb die organisierte gemeinschaftliche Nutzung eines oder mehrerer Fahrzeuge. „Zeitgemäß
mobil sein“ lautet die Botschaft, die als sinnvolle Ergänzung zu öffentlichen
Verkehrsmitteln verstanden werden will.
Das funktioniert geschäftlich ebenso wie privat und wird bislang in Thüringer
Städten und Ballungsgebieten praktiziert. Für den ländlichen Raum ist die Methode eher ungeeignet. Dennoch sieht Madeleine Henfling in Ilmenau gute Chancen für die „geteilten“ Automobile und damit geteilte Kosten für deren Nutzer. Allerdings nur in Verbindung mit einem gut funktionierenden
Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).
Sie selbst würde liebend gern diese Möglichkeit in Anspruch nehmen. „Ich bin oft ehrenamtlich in Greiz unterwegs. Dort fährt abends nicht mehr viel – ein Auto würde meine Arbeit dort immens erleichtern.“
Besonders lohnenswert sei Car-Sharing sowohl für Touristen, die einen Tagesausflug in die Umgebung planen, als auch für jene, die ab und an
einen Zweitwagen benötigen, findet Henfling. Sie sucht nun Mitstreiter für einen Verein oder eine Interessengemeinschaft. Gemeinsam mit ihnen
will sie das Car-Sharing-Projekt in der Universitätsstadt aufbauen. An Visionen
mangelt es ihr nicht: „Wenn wir ein hiesiges Autohaus für unsere Idee begeistern könnten, wäre schon viel gewonnen.“
Apropos Universitätsstadt: „Der Campus steht tagsüber voller Fahrzeuge. Hier würde sich Car-Sharing auf privater Basis anbieten. Studenten, Firmen und Privatpersonen könnten davon profitieren“, ist Henfling überzeugt, die ein Rechenbeispiel der Stiftung Warentest parat hat: „Auf 5000 Jahreskilometer
kostet das eigene Fahrzeug 206 Euro im Monat, mit Car-Sharing sind es etwa 138
Euro. Am preisgünstigsten ist das Modell für Autofahrer mit 10 000 bis 20 000 Jahreskilometern.

Hintergrund
• Es gibt drei Modelle:
» Beim stationsabhängigen Car-Sharing mieten Kunden die Fahrzeuge für einen bestimmten Zeitraum (stundenweise oder einen Tag). Die Autos werden an Stationen abgeholt und abgestellt.
» Für einfache Fahrten nutzen Kunden stationsunabhängige Fahrzeuge. Per Smartphone-App können angemeldete Nutzer nach einem verfügbaren
Auto in der Umgebung suchen und direkt buchen. Gezahlt wird pro Minute. Nach der Fahrt können sie das Auto irgendwo parken.
» Beim dritten Modell stellen Autobesitzer ihren eigenen Wagen gegen Geld anderen zur Verfügung, häufig inklusive speziellem Versicherungsschutz.
Anlaufstellen sind Web-Plattformen, wie zum Beispiel www.autonetzer.de
• Laut Bundesverband Car-Sharing nutzten 2012 rund 450 000 Kunden über 11 000 Fahrzeuge bei professionellen Car-Sharing-Anbietern.
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11 Kommentare
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 18.01.2014 | 02:04  
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Ronald Koch aus Ilmenau | 22.01.2014 | 20:46  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 22.01.2014 | 21:59  
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Ronald Koch aus Ilmenau | 23.01.2014 | 07:17  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 23.01.2014 | 15:23  
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Ronald Koch aus Ilmenau | 23.01.2014 | 19:00  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 23.01.2014 | 21:06  
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Ronald Koch aus Ilmenau | 24.01.2014 | 16:24  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 24.01.2014 | 17:27  
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Ronald Koch aus Ilmenau | 24.01.2014 | 22:41  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 24.01.2014 | 23:18  
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