Positive Aussichten für EnBW durch Ausbau des Gasgeschäftes

Das Gasgeschäft führt den Energieriesen EnBW aus der Krise. Der Gasumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel und fängt Umsatzeinbußen beim Stromumsatz auf.

Für den Energiekonzern hatte der angekündigte Atomausstieg 2011 drastische Konsequenzen. Die Abschaltung gleich zweier Kernkraftwerksblöcke hatte die Prognosen für 2012 um 10 Prozent sinken lassen. Durch eine Umstrukturierung und den Ausbau des Gasgeschäftes scheint jedoch das Schlimmste überwunden zu sein. EnBW hob jetzt die Prognose für 2012 an und erwartet einen Rückgang von nur noch 5 Prozent.

Erfreuliche Steigerungen im Gasgeschäft

2011 gingen gleich zwei der von EnBW betriebenen Kernkraftwerkblöcke, Neckarwestheim und Philippsburg, vom Netz. Starke Umsatzeinbußen für das kommende Jahr wurden aus diesem Grunde erwartet. Der Konzern senkte seine Prognosen für 2012 um 10 bis 15 Prozent. Dass die befürchteten Verluste nicht in voller Höhe anfallen werden, dafür sorgt das Gasgeschäft, das im laufenden Jahr entscheidend ausgebaut werden konnte. Investitionen in einen Gasspeicher in Etzel haben damit bereits jetzt Früchte getragen. Der Gasumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,42 Milliarden Euro, das ist eine Steigerung um ein Drittel. EnBW schätzt aufgrund der jetzt vorliegenden Zahlen ein, dass die Umsatzverluste des Konzerns für 2012 nur bei fünf Prozent liegen werden. Für das erste Halbjahr gab der Konzern einen Überschuss von 611 Millionen Euro an, der damit 34,9 Prozent über dem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres liegt.

Neuer Gasvertrag mit einem ausländischen Zulieferer

Ein weiterer Ausbau des Gasgeschäfts ist geplant. EnBW schloss zum Oktober des Jahres einen neuen langfristigen Gasvertrag ab. Branchenkenner vermuten, dass es sich dabei um den russischen Anbieter Novatek handelt. Dadurch wird es dem Energiekonzern möglich, den Absatz von Gas weiter zu erhöhen und den Einbruch im Stromgeschäft langfristig aufzufangen. Weiterhin setzt das Unternehmen auf sein internes Effizienzprogramm „Fokus“. Durch Kosteneinsparungen und Desinvestitionen in einer Höhe von 1,5 Milliarden Euro sollen weitere Umsatzverluste durch das sinkende Stromgeschäft aufgefangen werden. Auch die für 2012 nicht mehr anfallenden Sonderabschreibungen tragen zu dem positiven Ergebnis bei. Wie hoch letztlich die gesamte Jahreseinbuße aussieht, lässt sich erst zum Jahresende sagen, da 2011 die Brennstoffsteuer bereits im ersten Halbjahr gezahlt werden musste, während sie 2012 erst im zweiten Halbjahr anfallen wird.

Neue Strategien und alternative Energie

Nach dem angekündigten Ausstieg aus der Atomkraft ist für die großen Energiekonzerne ein Umdenken angesagt. Neue Strategien und der Ausbau alternativer Energien müssen gefördert werden, damit die Umsatzeinbußen aufgefangen werden können. Durch den Ausbau seines Gasgeschäftes scheint der Energiereise EnBW auf dem richtigen Weg zu sein, seine Verluste dauerhaft in Grenzen zu halten.
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