Die magische Zahl 18 - Wer seinen Führerschein los ist und nicht 15 Jahre abwarten will, kommt um den „Idiotentest“ nicht herum

Wann? 17.01.2012 17:00 Uhr

Wo? ..., Arnstadt DE
Der Reaktionstest am Computer gehört zu den Anforderungen der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung. (Foto: Imago)
Arnstadt: ... | Wie hypnotisiert starrt der 27-jährige Ralf auf den Brief in seiner Hand. Das
Schreiben der Führerscheinstelle kündigt den Entzug seiner Fahrerlaubnis an.
Vorangegangene Warnungen der Verkehrsbehörde hatte der Berufskraftfahrer schlichtweg ignoriert. Und nun das. Mit 18 Punkten in Flensburg war das Maß endgültig voll.
Den Führerschein – soviel steht fest – gibt es nur zurück, wenn Ralf die erfolgreiche Teilnahme an einer Medizinisch-psychologischen Untersuchung
(MPU) nachweist. ‚Naja‘, denkt sich der junge Mann. ‚Das kann so schwer
nicht sein.‘
Wenn er sich da mal nicht irrt. Nadine Honig, Verkehrspsychologin bei der Impuls GmbH – akkreditierter Anbieter von Kursen zur Wiederherstellung
der Fahreignung – weiß, dass eine MPU drei Ergebnisse haben kann: „Ein
positives Gutachten räumt die Bedenken der Behörde aus, sie erteilt die Fahrerlaubnis neu. Ein Gutachten mit Nachschulungsempfehlung signalisiert
noch Schwachstellen in der Einsicht des Betroffenen und eine negative Bescheinigung stellt die Neuerteilung der Fahrerlaubnis weiter zurück.“
Die MPU wird in drei Abschnitte unterteilt: persönliches Gespräch mit Psychologen, ärztliche Untersuchung und diverse psycho-physische
Leistungstests. Betroffenen wird empfohlen, vorher Informationen
einzuholen – Impuls führt in Arnstadt jeden dritten Dienstag im Monat Infoabende durch.
Von Vorteil ist ferner, sich einen individuellen Fahrplan für die Wiedererlangung der Fahrerlaubnis erstellen zu lassen. Wie die 18 Punkte zustande kommen, interessiert die Behörde nicht. Es ist also unerheblich, ob der Fahrzeugführer die Fahrerlaubnis durch zu schnelles Fahren verlor, durch Rotlichtverstöße oder ob er wiederholt mit Handy am Ohr erwischt wurde. Nadine Honig: „Jeder dieser Fälle zeigt, dass der Kraftfahrer mit Geldstrafen
nicht zur Räson zu bringen ist. Unser System hat nun einmal Regeln, die eingehalten werden müssen. Zur eigenen und zur Sicherheit anderer Menschen.“
Gleiches gilt für Alkohol- und Drogenfahrten. Die häufigste Ursache für den Entzug der Fahrerlaubnis liegt nach wie vor in Trunkenheitsfahrten. Hier schlägt eine Fahrt mit mehr als 1,6 Promille ebenso zu Buche wie mehrere
Fahrten mit geringerer Promillezahl.
In ihrer Arbeit trifft die Psychologin immer wieder auf Menschen mit zum Teil übersteigertem Durchsetzungsvermögen: „Die Fehler anderer werden schnell erkannt, die eigenen treten dabei meist in den Hintergrund“.
Zwingend ist eine MPU indes nicht. „Allerdings muss man fünfzehn Jahre warten, bis die Tilgungsfrist abgelaufen ist“, erläutert Honig.
Wer seinen Punktestand im Flensburger Register einsehen möchte, findet im
Internet unter www.kba.de das entsprechende Formular.

Kurz notiert:
• Nur 3,9 % der Klienten von Impuls werden mit Alkoholvergehen rückfällig.
• Nach Statistik der Bundesanstalt für Straßenwesen sind 53,5 % der
Begutachtungen positiv, 35 % negativ, 11 % Kursempfehlung nach § 70 FeV
• 2009 führten die 15 aktiven Träger der bundesdeutschen Begutachtungsstellen für Fahreignung insgesamt 106 082 MPU durch, wobei
Betäubungsmittelanlässe um etwa 9 % anstiegen.
• Alkoholauffälligkeit ist mit 54 % häufigster Begutachtungsanlass.
• Impuls lädt am 17. Januar, 17 Uhr, in die Arnstädter Rosen-Apotheke zum
Infoabend ein.
• Kontakt: 0800/1300800
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6 Kommentare
Michael Steinfeld aus Erfurt | 13.01.2012 | 11:07  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 13.01.2012 | 11:09  
Michael Steinfeld aus Erfurt | 13.01.2012 | 11:10  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 13.01.2012 | 11:11  
Michael Steinfeld aus Erfurt | 13.01.2012 | 11:12  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 13.01.2012 | 11:13  
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