Dr. Raphael Shimshoni zum Thema: "Pro und Contra Amalgam"

Menschen mit Amalgamfüllungen sind durchschnittlich vier bis fünf Mal so stark mit Quecksilber belastet wie Menschen ohne diese Füllungen, behauptet Stefan Halbach, Toxikologe am Helmholtz-Zentrum München. Insgesamt bleibe die Belastung jedoch weit unter den Grenzwerten der Weltgesundheitsorganisation.

Dr. Raphael Shimshoni vom Fachkrankenhaus für Dermatologie in Leutenberg ist bekennender Amalgam- Gegner und argumentiert damit, dass diese Art Zahnfüllung in Russland und Japan seit vielen Jahrzehnten verboten ist.

AA-Redakteurin Jana Scheiding führte zum Thema „Pro und Contra Amalgam – Hat es Einfluss auf Rheuma und andere Stoffwechselprobleme?“ ein kurzes Interview mit dem Mediziner.

Dr. Shimshoni, wie kommt man als Hautarzt auf Zahnfüllungen?

Zunächst studierte ich Zahnmedizin, was mir aber auf Dauer zu einseitig war. Dann beschied mir das Glück eine Assistenzstelle bei einem Professor, der damals als Einziger plastische Operationen durchführte. Da sah man Erfolge, das war einfach etwas ganz anderes. Deshalb schlug ich später eine andere Studienrichtung ein - Haut und Geschlechtskrankheiten.

Was ist Amalgam , woraus besteht es?

Bei diesen Stoffen handelt es sich um Legierungen des Quecksilbers mit einer Reihe anderer Metalle. Verwendet wurde es 1819 in England zum ersten Mal, 1975 und 1985 in der damaligen UdSSR und Japan per Gesetz aber wieder verboten. Schweden sollte im Jahr 2000 ein EU-weites Verbot durchsetzen, die Angelegenheit scheiterte aber bedauerlicherweise am Europäischen Gerichtshof.

Warum wird Amalgam immer noch verwendet?

Es lässt sich gut verarbeiten, wird sehr hart und hält dem Kaudruck stand. Außerdem ist es weitgehend abriebund auswaschfest. Viele Zahnärzte räumen zwar den Quecksilbergehalt ein, halten Amalgam aber trotzdem für unbedenklich. Das ist ausgemachter Unsinn. Jeder Mensch reagiert doch unterschiedlich auf das, was ihm zugeführt wird. Ich persönlich habe viel mit Betroffenen zu tun.

Also ist Ihr Vortrag keine Frage der Ideologie, sondern basiert auf wissenschaftlichen Fakten?

Ideologie halte ich für gefährlich, ganz gleich, um welche es sich handelt. Deshalb ist mein Vortrag auch nicht ideologisch, sondern spricht aus meinen persönlichen Erfahrungen. Mit der Wissenschaft ist das auch so eine Sache. Sie werden immer honorige Professoren finden, die für oder gegen eine Sache sind. In heutigen Zeiten spielt in der Wissenschaft auch Geld eine nicht unwesentliche Rolle.

Hintergrund
• Dr. Raphael Shimshoni, Jahrgang 1944, studierte in Tschechien Humanmedizin
• Facharztausbildung in Dermatologie und Allergologie in Minden.
• 1978 bis 1988 Chefarzt mit eigener Klinik in Israel.
• Seit November 1992 geschäftsführender Chefarzt des Fachkrankenhauses für Dermatologie in Leutenberg; Spezialgebiet: Weißfleckenkrankheit.
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