Essen, das krank macht

Gesund gilt nicht für alle. Gemüse ist für Allergiker nicht in jedem Fall gesund.
 
Essen will gelernt sein. Bei Wurst und Fleisch sollte man genau hinsehen.
Arnstadt. Seit zwei Jahrzehnten kommt der Dermatologe und Ernährungsmediziner Dr. Raphael Shimshoni, Chefarzt des Fachkrankenhauses „Schloss Friedensburg“ in Leutenberg, mit spannenden Vorträgen nach Arnstadt. Am 22. April gab er in der Musikschule seinen Abschied. Vorträge wird es aber weiterhin geben. Zum Thema „Nahrungsmittel – Was die Industrie mit uns anstellt“ sprach AA-Redakteurin Jana Scheiding mit dem Ernährungsexperten.

Dr. Shimshoni, was stellt die Industrie denn in Bezug auf Nahrungsmittel mit uns an?

Sie fügt den Lebensmitteln Geschmacksverstärker, Zusatzstoffe, Pökelsalze und Konservierungsstoffe bei. Die schädigen unseren Körper.

Können Sie Beispiele nennen?

Besonders empfindlich gegenüber diesen Stoffen sind Kinder, aber auch Menschen, die an Krebs, Diabetes oder Immunschwäche leiden. Bei Kindern führen diese Zusatzstoffe häufig zu Neurodermitis und anderen Allergien.

Werden auch Organe geschädigt?

Natürlich. Die unnatürlichen Substanzen belasten Entgiftungsorgane wie Leber und Niere zusätzlich. Auch die Bauchspeicheldrüse leidet. Auf zuviel Antibiotika reagiert zudem der Darm empfindlich: Er wird durchlässig und begünstigt Allergien.

Hat es in den letzten Jahren einen Zuwachs an Allergien gegeben?

Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis sind enorm gestiegen, tragen fast epidemische Züge. Aus meiner Praxis weiß ich, dass 33 Prozent der eingeschulten Kinder allergisch belastet sind.

Was kann man dagegen tun?

Oft genügt schon eine Ernährungsumstellung. Damit ließe sich ein Drittel der Medikamente sparen. Wir behandeln unsere Patienten von außen nach innen: Als Hautarzt schaue ich mir die Menschen an, als Ernährungsmediziner erforsche ich die Ursachen der Erkrankung.

Welche Nahrungsmittel sollte man Ihrer Auffassung nach meiden?

Wurst steht an erster Stelle. Sie trägt – ähnlich der Duftstoffe aus der Tabakindustrie – Geschmacksverstärker. Um sie haltbar zu machen, wird meist mit Pökelsalz konserviert - ein Angriff auf unser Verdauungssystem, das mitunter allergisch reagiert. Man kann dies aber nicht verallgemeinern. Es gibt Menschen, die auf Möhren oder Sellerie allergisch reagieren, andere auf Bananen und Obst. Grüner Tee und Kaffee sind Menschen mit niedrigem Blutdruck zu empfehlen, Bluthochdruckpatienten sollten beides meiden. Das muss man austesten.

Wie lautet Ihre Philosophie?

Wir wollen informieren und Hilfe zur Selbsthilfe geben. Die Menschen sollen ihre Gesundheit in eigene Verantwortung nehmen.


Hinweis:
Der Vortrag „Nahrungsmittel – Was die Industrie mit uns anstellt!“ mit ChA Dr. Rafael Shimshoni und Silke Herold fiel leider anders aus als geplant, weil die Referentin kurzfristig verhindert war. Dafür entschuldigt sich der Veranstalter, Stadtverwaltung Arnstadt. Die Verantwortlichen versichern, dass es Ende Mai, Anfang Juni einen neuen Termin für diesen Vortrag geben wird.

Information:
Im Fachkrankenhaus in Leutenberg (zwischen Bad Lobenstein und Saalfeld gelegen) wurden seit 1993 etwa 20.000 Patienten stationär und mehrere Tausend ambulant behandelt.
Die Zeitschrift „Guter Rat – Gesundheit“ stellt Dr. Shimshoni in ihrer Statistik beste Ärzte 2013 vor.
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2 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 25.04.2013 | 01:40  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 25.04.2013 | 15:46  
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