Gute Nacht - aber bitte im Schlafsack!

Ein sicheres Gefühl haben Eltern, wenn das Baby im Schlafsack schläft - sagt Dipl.-Med. Astrid May (Foto: Ilm-Kreis-Kliniken Arnstadt-Ilmenau)
von Dipl.-Med. Astrid May (Oberärztin Neonatologie Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Ilm- Kreis- Kliniken Arnstadt- Ilmenau)

Der plötzliche Kindstod, der in Deutschland mit einer Häufigkeit von 0,3 bis 0,8 Fällen pro 1000 lebend geborene Kinder in Deutschland auftritt, ist die häufigste Todesursache im ersten Lebensjahr eines Kindes, neben angeborenen Fehlbildungen. Nach wie vor forschen Wissenschaftler weltweit nach den genauen Hintergründen und Ursachen dieses Phänomens, bisher ohne wegweisenden Durchbruch. Durch Analyse der Umgebungsbedingungen von Kindern, die dieser Erkrankung zum Opfer fielen, konnte eine Liste von Risikofaktoren festgelegt werden. Diese Gefahren zu vermeiden, ist das gemeinsame Ziel von Kinderärzten und Eltern. Seit Beginn der Aufklärungskampagne „Sicherer Schlaf für mein Baby“ konnte erstmals die Zahl der am Plötzlichen Kindstod verstorbenen Kinder reduziert werden.

Alle Neugeborenen, die zum Beispiel in den Ilm- Kreis- Kliniken Arnstadt-Ilmenau zur Welt kommen, erhalten für den Weg ins Leben ein besonderes Geschenk – den ersten Schlafsack. Es ist bekannt, dass Schlafen im Baby- Schlafsack das Risiko des plötzlichen Kindstodes drastisch reduziert. Die Eltern werden vor der Entlassung ausführlich über die Vermeidung der Risiken dieser gefährlichen Krankheit aufgeklärt. Eine Informationsbroschüre bietet auch zu Hause die Möglichkeit nach zu lesen.
Wie schlafen die Kinder im ersten Lebensjahr am besten? - Der Schlaf im Baby- Schlafsack ist sicher, denn er verdeckt nicht Babys Atemwege. Decke oder Kissen sind deshalb gefährlich! Die Babys sollen von Beginn an auf dem Rücken schlafen, dies hat sich als sicherste Schlafposition herausgestellt. Babys schlafen am besten flach. Das Liegen auf Kopfkissen, Fellen oder zu weichen Matratzen sollte vermieden werden. Der Kopf des Kindes kann darin einsinken, die Babys werden überwärmt und können nicht mehr ausreichend frische Luft atmen.
Den Eltern wird erklärt, dass die Kinder in einem eigenen Bett schlafen sollen. Dies ist so wichtig, weil es für Neugeborene im Bett der Eltern zu warm ist und die Bettdecke der Eltern das Gesicht des Kindes verdecken kann. Wichtig ist, dass das Baby im Zimmer der Eltern schläft, da es nur so die Eltern hören kann und sich sicher fühlt. Empfohlen wird, dass die Raumtemperatur im gemeinsamen Schlafzimmer nicht über 18°C liegen soll. Überwärmung wirkt sich negativ auf die Sicherheit des Kindes im Schlaf aus.
Auch die oft geschenkten Kuscheltiere sollten im ersten Lebensjahr außerhalb des Kinderbettchens liegen. Die Gefahr, dass die Kinder ein Kuscheltier fassen, es dann auf sich fallen lassen und nicht mehr atmen können, ist hoch.
Rauchen ist nicht nur in der Schwangerschaft für Mutter und Kind bedrohlich. Auch das Risiko eines plötzlichen Kindstodes wird durch Rauchen in der Umgebung des Kindes erhöht.
Muttermilch ist die beste Nahrung für den Säugling. Besonders innerhalb der ersten sechs Lebensmonate schlafen gestillte Babys sicherer als Kinder, die Ersatznahrung erhalten. Babys brauchen eine Tagesstruktur und einen Rhythmus, auf den sie sich verlassen können. Besonders in ungewohnter Umgebung oder nach Abweichungen vom sonstigen Ablauf steigt die Gefahr für den plötzlichen Kindstod.
Durch Nuckeln im Schlaf regen die Säuglinge ihre Atmung an, es beruhigt die Kinder und sie fühlen sich sicherer. Wenn das Baby den Nuckel ausspuckt, braucht es ihn nicht.
Mit all diesen Methoden konnte in den letzten Jahren die Zahl der betroffenen Kinder und Familien deutlich reduziert werden. Wenn alle Fakten mit den Eltern besprochen wurden, sie ihre Ängste und Sorgen mitteilen konnten und sie dann mit ihrem Kind und einem sicheren Gefühl nach Hause gehen, bleibt dem Team der Ilm- Kreis- Kliniken Arnstadt- Ilmenau nur noch der Wunsch zur sicheren „Guten Nacht“.
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2 Kommentare
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Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 19.07.2011 | 21:27  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 19.07.2011 | 22:07  
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