Jobprofil: Wie ist das Leben als Tierarzt, Herr Dr. Klemm?

Tierarzt Dr. Holger Klemm untersucht einen Welpen.
Ilmenau: Dr. Holger Klemm |

"In meiner Sprechstunde geht es bunt zu. Da wird gebellt, miaut oder manchmal auch ordentlich krakeelt", erklärt Dr. Holger Klemm, Fachtierarzt für Klein- und Heimtiere. Denn seine vier- und zweibeinigen Patienten tragen meist Federn oder Fell und reichen vom Kanarienvogel bis zur Dogge. Sind die Tiere krank oder stehen Impfungen und Routineuntersuchungen auf dem Plan, ist der Tierarzt Ansprechpartner für die Besitzer.

Der Behandlungstisch steht in der Praxis mitten im Raum. Freiwillig trauen sich hier nur wenig neugierige Tiere aus ihren Boxen. "Um Vertrauen zu gewinnen, spreche ich zuerst einmal jedes Tier an und gehe sehr behutsam mit ihm um. Dass ist zur Stressminderung wichtig."

Ist das Tier krank, wird es untersucht. Dazu nutzt der Tierarzt seine Hände, Augen, Ohren und die Nase. Gibt es danach noch keine eindeutige Diagnose, können Blutuntersuchungen, Ultraschall oder Röntgen weiterhelfen. "Die Diagnostik erfordert viel Erfahrung. Ich muss erkennen, wo das Tier Schmerzen hat oder was es quält." Da die Tiere nicht immer alle Untersuchungen freiwillig über sich ergehen lassen, muss ein Tierarzt auch gut zupacken und durchgreifen können.

Nach der Diagnostik folgt das Beratungsgespräch. "Ich muss nicht nur mit Tieren, sondern auch mit Menschen gut umgehen können." Im Gespräch mit den Tierhaltern ist Einfühlungsvermögen gefragt – für viele ist das Haustier ihr Ein und Alles. Das ist besonders schwierig, wenn nur wenig Chancen auf Heilung bestehen. "Ich kann ich nicht immer helfen. Manchmal ist Einschläfern der letzte Ausweg."

Neben der normalen Sprechstunde steht der Tierarzt fast täglich zur Mittagszeit am OP-Tisch. "Der Gesichtsausdruck eines Besitzers entschädigt für vieles, wenn wir gute Nachrichten übermitteln. Ich freue mich über jeden Heilungserfolg."
Das Schönste ist für Dr. Holger Klemm eine Geburt. "Wenn ich die kleinen Quirle sehe, schlägt mein Herz einfach höher. Tierliebe ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für diesen Beruf." Zuhause freut sich Dr. Holger Klemm jeden Tag auf seine zwei Katzen. Ganz abschalten kann er hier nicht: Alle fünf Woche ist er neben der Praxis-tätigkeit auch die Nacht über für Notfälle erreichbar.

Hintergrund

Wo?
Das Studium der Veterinärmedizin ist in Leipzig, Berlin, Hannover, München und Gießen möglich. Es ist ein bundesweit zulassungsbeschränkter Studiengang.

Was?
Das Studium vermittelt Wissen über: Tierkrankheiten und Behandlungsmethoden, Schutz vor Tierseuchen, Kontrolle von tierischen Produkten wie zum Beispiel Lebensmittel. Spezialisierung auf bestimmte Bereiche: Pferdemedizin, Geflügel- und Schweinemedizin, Kleintiermedizin. Das Studium ist sehr
praxisorientiert.

Wie lange?
Das Studium endet mit dem Staatsexamen, Regelstudienzeit sind 11 Semester

VITA DR. Holger Klemm
•1990 bis 1996 Studium der Veterinärmedizin an der Universität Leipzig, danach wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promotion
• 2001 bis 2006 Arbeit als Assistenztierarzt in Kleintierklinik Potsdam
• seit 2007 eigene Praxis für Kleintiere in Ilmenau

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Themenseite Hund
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