Keine Panik: Verkehrsexperte Uwe Seifert aus Möhrenbach gibt Empfehlungen für richtiges Verhalten im Tunnel

Uwe Seifert moderiert Verkehrsteilnehmerschulungen und nimmt Führerscheine für Rollatoren- und Rollstuhlbenutzung ab.
Gehren: ... |

Vor einiger Zeit hatte die Autobahnpolizei einen ungewöhnlichen Einsatz: Eine Autofahrerin hielt vor einem Thüringer Tunnel ihr Auto einfach an, weil sie Angst hatte, in den Tunnel hineinzufahren. Mit Polizeieskorte verließ die Frau schließlich die Autobahn.

Dieses Verhalten sei gar nicht mal so selten, sagt Uwe Seifert, Moderator des vom ADAC begleiteten Programms „sicher mobil“. Er kenne einen Fall, in dem ein Mann 500 Meter in einen Tunnel hineinfuhr, das Auto dort abstellte und wieder hinauslief. „Es kommt vor, dass Leute im Tunnel die Panik überfällt. Sie wenden und fahren wieder zurück.“

Plötzlich eng und dunkel


Wer in einen Tunnel fährt, kommt vom Superhellen ins Dunkle. Daran muss man sich in Sekundenschnelle gewöhnen. Hinzu kommt, dass Autofahrer mit der plötzlichen Enge im Tunnel ganz unterschiedlich umgehen.
Fahren im Tunnel ist ungefährlich, so lange man sich richtig verhält, weiß Seifert. Dazu gehöre, die Sonnenbrille abzunehmen und den Sicherheitsabstand zu vergrößern. Auch sollte die vorgeschriebene Geschwindigkeit eingehalten werden: im Tunnel wird ohne visuelles Signal geblitzt.
„In der Röhre befürchten manche Menschen, dass ihnen gleich die Steine auf den Kopf fallen.“ Für den Panikfall rät Seifert, das Auto in einer Parkbucht abzustellen und über die Notrufsäule Hilfe zu holen. Gleiches gilt für den Pannen- oder Brandfall. Ist das Feuer nicht zu löschen, rät Seifert, das Fahrzeug stehen zu lassen und in entgegengesetzte Windrichtung davonzulaufen.

Immer an die Säule


„Es ist wichtig, die Notrufsäule zu benutzen“, erklärt der Verkehrsexperte. „Die Einsatzkräfte wissen dann sofort, welche Röhre betroffen ist. Mit dem Handy wird das erheblich verzögert.“ Seifert weiß von einem Fall, in dem Autofahrer via Handy einen Geisterfahrer meldeten und die Einsatzzentrale die falsche Röhre schloss. Gesperrt wird ein Tunnel meist mittels Schranken. „Rote Ampeln haben kaum Sinn, weil sie von einem Großteil der Autofahrer ignoriert werden“, lautet Seiferts Erfahrung.
Zum guten Schluss noch eine Empfehlung des Verkehrsexperten aus Möhrenbach: Es sei nicht ratsam, die Querverbindungen der Tunnel als Toilette zu benutzen. „Da sind überall Kameras installiert.“



Tipps für richtiges Verhalten im Tunnel:
Verkehrszeichen beachten
Am rechten Fahrbahnrand orientieren
Geschwindigkeitsbeschränkung einhalten
Auf Rot geschaltete Ampelanlagen achten

Bei Stau:
Warnblinkanlage einschalten
Abstand einhalten
Bei längerer Standzeit Motor abschalten
Nicht wenden oder rückwärts fahren

Bei Brand:
Fahrzeug seitlich abstellen
Feueralarm an der Notrufsäule auslösen
Bei Rauch oder Feuer zum Notausgang flüchten und Autoschlüssel stecken lassen

Bei Panne oder Unfall:
Warnblinkanlage einschalten
Fahrzeug in Haltebucht oder auf Standstreifen rechts abstellen
Gefahrenstelle mit Warndreieck sichern
Hilfe über Notruftelefon anfordern


Termine für „sicher mobil“:
7. Juli, 11. August, 15. September, 6. Oktober, 3. November, 8. Dezember, jeweils 14 Uhr im Seniorenkommunikations-Zentrum Großbreitenbach
30. Juni im Mehrgenerationenhaus Ilmenau


Hintergrund:
Das Programm „sicher mobil“ wurde vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat entwickelt. Vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert, setzt der ADAC das Programm um. Auch Krankenkassen und Berufsgenossenschaften sind daran beteiligt.
Uwe Seifert ist ausgebildeter Moderator in diesem Programm. Er bietet außerdem Rollator-/Rollstuhl-Trainings mit entsprechendem Führerschein an.
Kontakt: Uwe Seifert, 0172/7893435

www.adac.de
www.bmvi.de
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5 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 26.06.2014 | 04:54  
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Renate Jung aus Erfurt | 26.06.2014 | 11:54  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 30.06.2014 | 20:26  
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Renate Jung aus Erfurt | 30.06.2014 | 23:48  
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Gerd Thiele aus Erfurt | 05.07.2015 | 20:54  
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