Knigge für Gentlemen in Latzhosen: Persönliches Auftreten ist das A und O, sagt Kommunikationstrainerin Christine Göschka aus Triptis

Gutes "Benimm" gilt nicht nur für Anzugträger. (Foto: Imago)
Rudolstadt: ... |

Ein Manko vieler Handwerker sei der Umgang mit Kunden, zeigt Christine Göschkas berufliche Erfahrung. Die freie Dozentin für Rhetorik, Kommunikationstechniken und Motivation weiß, dass gutes Benehmen ein wichtiger Aspekt in der Wirtschaft und deshalb nicht nur Anzugträgern vorbehalten ist.


Gemeinsam mit der Handwerkskammer Ostthüringen www.hwk-gera.de entwickelte sie den „Knigge für Gentlemen in Latzhosen“. Der Lehrgang ist seit diesem Jahr Bestandteil der Winterqualifikation. AA-Redakteurin Jana Scheiding verriet die Kommunikationstrainerin fünf „No-goes“.

1. Apropos No-go:


Zum Persönlichkeitstraining gehört die „Hohe Schule des Sprechens“. Wer Anglizismen verwendet, deren Bedeutung er nicht kennt, wird sich blamieren. Viele Menschen verwenden englischsprachige Wörter, weil sie angeblich kürzer sind und besser klingen. Zum Beispiel Highlight: Dieses wird im Deutschen einfach in ein Verb „überführt“. Heraus kommt das Tätigkeitswort highlighten, was es so gar nicht gibt - wer „höhepunktet“ schon? Abgesehen von den „Hs“, die meist falsch gesetzt werden, ist das Unfug.
Beim Reden gilt: weniger ist mehr. Wer ins Plappern gerät, wirkt unsicher. Füllwörter, inhaltslose Phrasen (zum Beispiel „von der Sache her“) oder Dialekte kommen auf Geschäftsebene nicht gut an. Wer mit Fachbegriffen um sich wirft, ohne sie zu erklären, wirkt arrogant.

2. Äußeres Erscheinungsbild:


Schmutzige Schuhe und Arbeitskleidung sind nicht akzeptabel. Der erste Eindruck ist nicht immer richtig, aber wichtig. Handwerksbetriebe punkten mit einheitlicher Kleidung für die Belegschaft. Mit Jackett, Hemd und einer guten Jeans ist der Handwerksmeister bei offiziellen Anlässen passend gekleidet. Auch für Handwerkerfrauen gilt: weniger ist mehr. Zu viel Schminke, zu lange Fingernägel, zu freizügige Kleidung kommen nicht gut an.

3. Körpersprache:


Bei der Begrüßung den Kunden nicht anzusehen, ist unhöflich. Blickkontakt, Körperspannung und ein fester Händedruck gehören zum Handwerker ebenso wie die Werkzeugkiste. Die Körpersprache - auch die unbewusste - kann man mit etwas Übung positiv beeinflussen. Nur die Augen nicht.

4. Verhalten auf der Baustelle:


Weder schickt es sich, die Utensilien auf alle Räumlichkeiten zu verteilen, noch sich beim Kunden häuslich einzurichten (zum Beispiel das Radio auf volle Lautstärke zu drehen). Dass die Baustelle nach Dienstschluss sauber verlassen wird, versteht sich von selbst.

5. Kommunikation:


Im Gespräch mit dem Kunden sind Firmeninterna, Bemerkungen zur Rechnungshöhe usw. tabu. Als Angestellter diffamiert man weder den Chef noch Mitarbeiter oder Kollegen.


Knigge für Handwerker - Lehrgangsinhalte

Umgangsformen im Beruf: Chef und Mitarbeiter, Handwerker und Kunden, Verhalten im Beruf, Umgangsformen in der Öffentlichkeit Kleider machen Leute: Berufskleidung, Freizeitkleidung, Empfänge und gehobene Anlässe Moderne Kommunikation: Handy und Telefon, Telefax, E-Mail & Co. Konversation: Die hohe Schule des Sprechens, Umgang mit Geschäftspartnern, freies Sprechen Persönliches Auftreten: Körpersprache und -haltung, Gestik und Mimik, Blickkontakt
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6 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 23.05.2014 | 17:36  
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Regina Kleiber aus Sondershausen | 23.05.2014 | 23:02  
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Renate Jung aus Erfurt | 24.05.2014 | 22:12  
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Hannelore Grünler aus Artern | 28.05.2014 | 13:24  
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Ronald Koch aus Ilmenau | 29.05.2014 | 00:09  
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Renate Jung aus Erfurt | 02.06.2014 | 19:52  
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