Machts die Milch wirklich?

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Olli hat den Damen auf dem Fußballplatz offenbar zu lange hinterher geschaut. Die Frage, ob Milch müde Männer munter macht, bleibt offen.
Arnstadt: ... | Die Milch ist möglicherweise genau so heftig umstritten wie Impfungen.
Vielleicht mit einer Einschränkung: Bei den Impfungen gibt es entweder ein klares Ja oder Nein – bei der Milch auch Meinungen dazwischen. Am Donnerstag hatte die Grundschule Marlishausen „blaublütigen“ Besuch.
Annemarie Stoye, die erste Thüringer Milchkönigin, überbrachte Lob und Anerkennung: In der Europaschule trinken mehr als zwei Drittel der Schüler – und Lehrer – Milch, was im thüringenweiten Ranking einen zweiten Platz einbrachte.
Doch ist Milch tatsächlich so gesund wie stets behauptet? – Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz weist
Milch und Milchprodukte als besonders hochwertig und kostbar aus und gab vergangenes Jahr eine Broschüre heraus: „Milch – das vielseitigste Nahrungsmittel der Welt“. Schaut man sich hingegen die Website
milchlos.de an, kann einem schon Angst und Bange werden. Dort steht
angeblich die Wahrheit über das „tödliche Gift“ namens Milch, das man gar
nicht schlecht genug machen kann. Maria Rollinger brachte unter dem Titel „Milch besser nicht“ ein Buch heraus, das ihre Fans als „Lebensmittelkrimi“ bezeichnen.
Befürworter der Milch messen der fetthaltigen Flüssigkeit eine ganz andere
Bedeutung zu: „Für Säuglinge ist Muttermilch die wichtigste Nahrung in den ersten Lebenswochen. Sie trägt zum Aufbau des Immunsystems bei, enthält Kohlenhydrate, Eiweiße, Vitamine und Spurenelemente.“ Und weiter: „Milch trinken ist sehr gesund. Heute ist allerdings umstritten, ob ein Mensch,
der Milch trinkt gesünder lebt als jemand der keine trinkt. Milch ist für Kinder gut, da das Kalzium Zähne und Knochenwachstum stärkt.“
Milch sei nie für Erwachsene gedacht gewesen, sagt Genetiker Mark Thomas vom University College in London und sieht die Verträglichkeit in einer genetischen Veränderung. Er und sein Forscherteam fanden heraus, dass vor
etwa 7900 bis 7450 Jahren Menschen im heutigen Rumänien und Ungarn erstmals Milchprodukte zu sich nahmen. Allerdings klagen immer mehr Menschen über Laktoseintoleranz (Milchunverträglichkeit). Das Verhältnis
zwischen Mensch und Milch ist offenbar noch lange nicht erforscht.

Alternativen zu Milch:
• So oft wie möglich der Sonne aussetzen, um den Vitamin D-Gehalt im Körper zu optimieren – dieses Vitamin wird für die Calciumverwertung dringend benötigt.
• Täglich grüne Blattsalate oder Gemüse essen, um Calciumbedarf zu decken
• Kuhmilch mit pflanzlichen Milchsorten wie Soja-, Hafer-, Reis oder Mandelmilch ersetzen. Unbehandelte Ziegen- und Schaftsmilch sind leichter
verwertbar.
• Avocado ist ein hervorragender Butterersatz. Kokosnuss-Butter desgleichen
– auch zum Braten und Backen, weil sich deren Fettsäuren auch bei hohen Temperaturen nicht verändern.
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