Meine, deine, unsere Zeit / Streit und Stress im Urlaub sind vermeidbar – wenn man einige wohlgemeinte Ratschläge befolgt

Im Urlaub sollte jeder mal entscheiden, wie die Würfel fallen. Dann kann es nur traumhaft werden.
Arnstadt: ... | Von Jana Scheiding

“Wenn man beginnt, seinem Passfoto ähnlich zu sehen, sollte man in Urlaub fahren“, meinte einst der israelische Schriftsteller Ephraim Kishon. Urlaub? –
Eigentlich die schönste Zeit des Jahres und doch sind wir oft an der ersten Autobahnausfahrt bereits genervt. Insbesondere Familienväter und -mütter können ein Lied davon singen: „Wann sind wir endlich da?“ ist wohl die am
meisten gestellteste Frage des Nachwuchses. Mit Malbuch und Hörspielkassette lässt sich nicht jedes Kind auf Dauer bespaßen und so können
Zeit vertreibende Spiele wie Kennzeichen raten oder „Ich packe meinen Koffer...“ die Urlaubsvorfreude aller Beteiligten steigern. Wenn man Rosemarie
Greilach hört, könnte man meinen, Paare ohne Kinder seien besser dran: „Streit im Urlaub?“ Die 75-Jährige winkt ab. „Wer über 50 Jahre lang zusammen ist wie wir, der weiß, was der Partner will. Wir streiten uns eher zu Hause – um die Gartenarbeit.“ Also bestes Einvernehmen im jährlichen Südfrankreichurlaub.
Stress im Urlaub ist aber ein Problem vieler Paare. Glaubt man der Statistik, wird jede dritte Scheidung nach einem Urlaub eingereicht. Wie kommt das? – „Zum einen werden an den Partner oft viel zu hohe Ewartungen gestellt. Und: Viele Menschen sehen im Urlaub den geeigneten Zeitpunkt, über bis dahin Unausgesprochenes zu reden“, weiß Daniela Zintl, psychologische Beraterin aus Arnstadt. „Meist ist das aber gerade der falsche Moment. Hinzu kommt, dass man sich im Urlaub schlecht aus dem Weg gehen kann, um das Gesagte ‚zu verdauen‘. Die beste Voraussetzung für einen schönen Urlaub ist, grundsätzliche Dinge zu Hause zu besprechen.“ Zu bedenken sei, dass
Frauen und Männer völlig unterschiedlich an die Planung des Urlaubs herangingen, meinen die bundesweit tätigen Kommunikationstrainer
Katrin und Wolfram Treydte und verdeutlichen ihre These an einem Beispiel: „Während der Mann sich eingehend mit dem Museum am Urlaubsort beschäftigt, denkt die Frau bereits an das unweit gelegene Schuhgeschäft.
Im Urlaub selbst ist dann beim dritten Laden die Schmerzgrenze von Männern meist erreicht...“
Zu den Zutaten für einen harmonischen Urlaub gehört das richtige Verhältnis
zwischen Distanz und Nähe. In vierzehn Tagen kann niemand zum Spitzensportler oder Partygirl avancieren. Gemeinsame Unternehmungen
sind ohne Zweifel ein tolles Erlebnis, trotzdem sollte man den Partner nicht zwingen, nun plötzlich 24 Stunden uneingeschränkt zur Verfügung zu stehen.
Zu guter Letzt noch ein Tipp: Toleranz schadet nie. Auch wenn ihm oder ihr
einige Dinge nicht gefallen – beide sollten versuchen, darüber hinweg zu sehen. Für Grundsatzdiskussionen bleibt zu Hause noch genug Zeit.

Tipps für Urlaubsharmonie:
• Fehlende Planung rächt sich am Ferienort
• Zuviel Nähe im Urlaub kann anstrengend sein (nicht alle Aktivitäten müssen gemeinsam unternommen werden)
• Mit Kindern auch kinderfreundlich reisen (Nachwuchs nicht mit langen Autofahrten und anstrengenden Museumstouren überfordern)
• Budget nicht überstrapazieren (Luxus funktioniert nicht, wenn Finanzen es
nicht hergeben)
• Ruhig Blut im Streitfall (kühlen Kopf bewahren und Grundsatzdiskussionen
vermeiden)
• Auf die Wünsche des Partners eingehen, ohne sich selbst zu verleugnen
• Am besten schon zu Hause auf den Urlaub einstimmen, etwa mit
Köstlichkeiten der Urlaubsregion und entsprechender Reiseliteratur
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4 Kommentare
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Katrin Treydte aus Erfurt | 24.06.2011 | 20:08  
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Georgina Scheiding aus Erfurt | 24.06.2011 | 21:17  
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Steffen Weiß aus Gera | 24.06.2011 | 21:23  
13.084
Eberhard :Dürselen aus Weimar | 25.06.2011 | 19:20  
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