Modellflug aktuell: Abheben mit der Hacker "Cool Master“

Der Hochdecker "Cool Master" von Hacker Tschechien. Foto: Andreas Abendroth
 
Der Hochdecker "Cool Master" von Hacker Tschechien beim Erstflug. Foto: Andreas Abendroth
 
Der Hochdecker "Cool Master" von Hacker Tschechien beim Erstflug. Foto: Andreas Abendroth
Geschwenda: Flugplatz "Kammberg" |

Die Weltmeister Ondrej und Karel Hacker geben ihre Erfahrungen im Flugmodellbau gerne weiter


Unter die Lupe genommen: Das Kit der tschechischen "Coll Master"

Von Andreas Abendroth

Auf der Toy Fair-Messe in Nürnberg lernte ich Anfang des Jahres die beiden Tschechen Ondrej und Karel Hacker kennen. Vater und Sohn sind ambitionierte Modellflugpiloten. Gemeinsam wurden sie in den Jahren 2012 und 2014 Weltmeister in der F5D-Klasse. In einer Weltrekordzeit von 52,93 Sekunden umrundeten sie mit ihren 300 km/h schnellen Modellflugzeugen den 400 Meter langen Dreieckkurs.

Im Berufsleben gibt das Weltmeister-Team seine Flugerfahrungen gerne weiter. Ihr Können setzen sie im Bereich Modellbau um. Sie konstruieren verschiedenste Flugmodelle. Vom Segler bis zum Motorflugzeug.

Dabei bekommt der Begriff Flugmodellbau wieder eine Bedeutung. Es muss nicht immer das schnell zusammengesetzte Ready to Fly-Modell sein. Flugmodellbau zeichnet sich durch Kreativität, handwerkliches Geschick und Können aus. So ist es auch bei der „Hacker Cool Master“. Mein Modell könnte man in die Kategorie „Fast-Fertig-Modell“ einordnen.

Ich höre auch schon jetzt die Kommentare: „Schon wieder eine Schaumwaffel…“. Aber da muss ich gleich den Wind aus den Segeln nehmen. Von außen CNC gefrästes EPP, im Inneren wurde Sperrholz verarbeitet.
Mein Kit enthält fast alle Flugzeugkomponenten, die zur Fertigstellung benötigt werden. Auch mit dabei, die sechs benötigten Mini-Servos und ein Tuning-Set, welches Motor, Regler, Prop-Adapter, Befestigungskreuz( Motorträger), Büschelstecker und Schrumpfschlauch enthält. (Einfach mal in die Fotogalerie sehen. Da ist alles abgebildet…)
Benötigt wird noch einiges an Werkzeug, Schraubensicherungslack und die Sender/Empfänger-Anlage. Zusätzlich habe ich noch einige Servo-Verlängerungskabel zum Einsatz gebracht. Damit konnte die Kniffelarbeit beim Anschluss/Montage der Tragflächen erleichtert werden.

Insgesamt habe ich fast 100 Einzelkomponenten zum fertigen Flugzeug zusammengefügt.

Übrigens: Die bebilderte Montageanleitung ist in Tschechisch und Englisch. Nur die Sicherheitshinweise sind in Deutsch abgedruckt.

Die Montage

Die Arbeiten beginnen mit der Montage der Servohebel und dem Ausschneiden der vorangepassten Servoplätze für Querruder und Klappen in der Tragfläche. Es folgen das Einziehen der Kabel und die Montage sowie Einstellung der Anlenkmechanik an der Tragfläche. Passt alles, werden die vier Servos eingeklebt.

Danach werden die Servokabel für Höhe und Seite in den Rumpf eingezogen. Eine etwas kniffelige Angelegenheit, weil man mit dem Durchziehdraht die Lücken im Rumpf gefühlsmäßig treffen muss. Auch ist es sinnvoll, die gekoppelten Servokabel mit Klebeband zu sichern. Sonst geht der Spaß wieder von vorne los...
Die beiden hier benötigten Servos werden auf das unter dem EPP sitzende Sperrholz-Gerippe geschraubt. Es folgen der Einbau des Höhenleitwerkes und die Montage der Anlenkgestänge für Höhen- und Seitenruder.

Nächster Bauabschnitt ist die Montage des Hauptfahrwerkes. Dieses Zweibein-Fahrwerk sitzt wie bei den großen Vorbildern üblich, vor dem Flugzeugschwerpunkt. Im Heckbereich montiere ich ein Spornrad als dritten Auflagepunkt der Maschine. Dieses wird mittels Koppelung mit der Seitenruderbetätigung lenkbar gemacht.

Als nächstes stehen die Antriebskomponenten auf dem Plan. Es folgen Lötarbeiten und die Montage des Elektromotors am Motorträger. Im gleichen Arbeitsgang wird auch der Regler eingesetzt. Bevor die Luftschraube, Spinner und die Motorabdeckung montiert werden, setze ich den Empfänger ein, schließe die ganzen Servos an, lasse den Motor Testlaufen (Drehrichtung).

Der nächste Bauabschnitt beschäftigt sich wieder mit den Tragflächen. Stabilisiert werden sie, wie im traditionellen Flugmodellbau, beim „Cool Master“ mit Holz. Nur zur Führung wird ein kleines Karbonrohr im oberen Rumpfbereich eingeklebt. Im Rumpf werden die beiden Tragflächenhälften mittels Holzklemmbock und Inbusschraube fixiert.

Nun noch ein paar Design-Aufkleber auf die Rumpfabdeckung und die „Cool Master“ steht fertig vor mir.

Doch flugbereit ist sie noch lange nicht. Feintunig ist angesagt. Der Regler muss angelernt, Feinabstimmungen vorgenommen werden. Am Wichtigsten zunächst, die Ausrichtung der Querruder und der Klappen untereinander und auf das gesamte Tragflächenprofil. Hier versuche ich die Abstimmungen im mechanischen Bereich, also an den Anlenkstangen zwischen Servo und Ruderhorn, vorzunehmen. So bleibt mir immer noch der elektronische Weg als Reserve.
Ist dieses Werk gelungen, wird noch der Schwerpunkt des Flugzeuges mittels Akku-Verschiebung und Herstellerangaben eingestellt. Außerdem kontrolliere ich das einseitige Kippen über die Querachse.

Der Erstflug

Ab auf den Flugplatz. Modell zusammen bauen, Akku rein. Elektronik an. Vorflugkontrolle. Danach erste Rollversuche auf dem Platz. Alles sieht super aus. Also auf Startposition und Gas….
Nach gut dreißig Metern hebt die „Cool Master“ ab. Steigen auf Sicherheitshöhe. Die Maschine pumpt leicht. Außerdem ist die Ruderbewegung sehr hart. Gegenanflug, Queranflug, Endanflug… Die Maschine setzt sanft auf, rollt aus.
Neue Einstellungen sind notwendig. Der Schwerpunkt wird weiter nach vorne verlagert. Außerdem erhöhe ich die Expo-Werte, um die Ruder-Ausschläge „softer“ zu bekommen. Nochmals Funktionskontrolle und dann zweiter Start. Nur das Höhenruder muss ein klein wenig nachgetrimmt werden. Nun fliegt das Flugzeug, wie ich es mir wünsche.

Zum Schluss muss der Vollständigkeit wegen noch erwähnt werden, dass man die „Cool Master“ auch mit einer Schleppkupplung ausstatten kann. Die notwendigen Teile, außer Servo, liegen dem Kit bei.
Außerdem sind optional Schwimmer, sowie eine Box mit Schachtklappe erhältlich. Die „Cool Master“ gibt es in fünf verschieden Farbkombinationen und drei Vorfertigungs-Stufen.

Technische Daten:

- Hersteller: Hacker Model Production Tschechien
- Typ: Hochdecker
- Spezifikation: Elektrotrainer, Schleppflugzeug

- Spannweite: knapp 1700 mm
- Länge: 1140 mm
- Gewicht: ca. 2500 g
- Material: EPP und Sperrholz
- Motor: Master Force 3548CA-5 KV 890
- Regler: ESC MC-65A
- Luftschraube: APC 13/8‘‘
- Flugakku: LiPo 3S 5200 mAh (bei mir im Einsatz) – ab 3300 mAh empfohlen
- Servo: 6 Stück Mini, MASTER FORCE MF A-1171MG, 17,5 g, analog mit Metallgetriebe
- Steuerung: Höhe, Seite, Quer, Motor, Klappen (bei mir zweistufig), optional Schleppkupplung

Fotoserie:

- Hier findet Ihr Aufnahmen vom Erstflug, Detailfotos vom fertigen Modell, von den Einzelteilen und der Bauphase.

Informationen:

http://www.zoomport.eu und im Modellbau-Fachhandel

Danke für die Unterstützung an:

- Jana von Hacker Model,
- dem Verkehrslandeplatz Arnstadt-Alkersleben,
- dem MFC Geschwenda e.V.
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