Rette sie, wer kann: Thüringen-Kliniken zeigen zum 2. Weltanästhesietag, wie man Menschen wirkungsvoll helfen kann

Verdeckte Beatmung: Die Anästhesisten sitzen während der Operation am Kopfende des Patienten, durch ein OP-Tuch vom Team getrennt. (Foto: Thüringen-Kliniken "Georgius Agricola")
Saalfeld/Saale: ... | Jeden Tag wählen in Deutschland rund 35 000 Menschen den bundesweiten Notruf 112. Wenn Rettungsassistenten und Ärzte an Einsatzorten eintreffen, ist oft viel wertvolle Zeit vergangen. Weil Menschen in einem Notfall nicht richtig reagieren - meist aus Angst, etwas falsch zu machen - müssen Erkrankte mit nachhaltigen Einschränkungen leben. „Muss ein Hirn fünf Minuten ohne Sauerstoff auskommen, ist es bereits geschädigt“, sagt Stephan Breidt, Pressesprecher der Thüringen-Kliniken Georgius Agricola. „Ein tragisches Beispiel sind Opfer von Schlaganfällen, bei denen große Teile des Hirns in sehr kurzer Zeit geschädigt werden“, fügt er hinzu.

Basiswissen vermitteln wollen die Anästhesisten der Thüringen-Kliniken mit Sitz in Saalfeld, Rudolstadt und Pößneck zum 2. Anästhesietag am heutigen Mittwoch. Ins Leben gerufen wurde dieser Aktionstag vom Berufsverband deutscher Anästhesisten und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin. „Ein Leben retten - 100 pro Reanimation“, so lautet das Motto der aktuellen Kampagne.

“Die Anästhesie mit all ihren Ausprägungen ist für viele Menschen nicht greifbar“, weiß Breidt. Deshalb sind heute am späten Nachmittag Schüler zu Reanimationsübungen an den Standort Saalfeld eingeladen. Ärzte klären auf und präsentieren an Dummypuppen, wie effektiv Erste Hilfe ist. Im theoretischen Teil erläutern sie die geänderten Richtlinien bezüglich stabiler Seitenlage und Herzdruck-Massage. Mit relativ einfachen Maßnahmen lässt sich zum Beispiel bei einem Herzinfarkt oder Kreislaufkollaps Leben retten. „Die Sterblichkeit in Deutschland ist immer noch sehr hoch. Großbritannien und die USA sind deutlich weiter als wir. Dort hat fast jeder Autofahrer einen Defibrillator im Fahrzeug“, sagt Stephan Breidt.

Er weiß um die Fragen, die Patienten vor jeder Operation in den Narkosesprechstunden stellen. „Sie wollen wissen, ob sie während des Eingriffs wirklich schlafen, ob ihnen hinterher übel ist oder was sie vorher essen und trinken dürfen.“ Vor allem, wie es nach der OP weitergeht, interessiert einen Großteil der Patienten. „Erfolgt der Eingriff ambulant, fragen viele, ob sie Auto fahren dürfen oder sich lieber abholen lassen sollen.“

Lernen, wie man Menschen mit ausgefallenen Vitalfunktionen hilft, kann man auch im Internt. Auf der Website www.100-pro-reanimation.de wird genau beschrieben, was Ersthelfer im Falle eines Herzstillsstandes zu tun haben.


Zur Sache:
Die Anästhesiologie basiert auf vier Säulen: Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie. Somit zählt sie zu den vielfältigsten Fachgebieten der Medizin. Anästhesisten sind Vertrauenspersonen von Patienten und Operateuren vor, während und nach einer Operation. Sie sorgen für die Intensivüberwachung und -behandlung von Menschen, deren Vital- oder Organfunktionen in lebensbedrohlicher Weise gestört sind. Sie holen Menschen wieder ins Leben zurück, behandeln akute und chronische Schmerzzustände und betreuen palliativmedizinisch zu versorgende Patienten.

Die Thüringen-Kliniken beschäftigten an ihren drei Standorten etwa 20 Anästhesisten.

Informationen: www.einlebenretten.de

Was tue ich, wenn eine Person bewusstlos zusammenbricht? 1. Ansprechbarkeit und Atmung prüfen 2. Notruf 112 anrufen oder anrufen lassen 3. Mit Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung beginnen (30 Druckmassagen, 2 Beatmungen). 4. Nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft
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1 Kommentar
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Hannelore Grünler aus Artern | 15.10.2013 | 20:14  
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