Wer sein Haus liebt, hält es trocken: Putz ist nicht gleich Putz, sagt Bauspezialist Thomas Baum aus Gehren

Kenner in Sachen Hausputz: Thomas Baum aus Gehren.
Wenn Kunden in Thomas Baums Fachgeschäft kommen und einen Putz verlangen, erstellt Baum – ähnlich wie beim Arzt – eine kleine Anamnese: Was für Putz und wofür soll er verwendet werden. „Ich frage das nicht aus Neugier“, erklärt er. „Aber es gibt verschiedene Arten von Putz – für innen und für außen.“
Gipsputz zum Beispiel verwendet man innen für trockene Räume wie Kinder- oder Wohnzimmer. Kalk-Zement-Putz ist sowohl für Außenwände als auch Feuchträume wie Bad, Küche oder Keller geeignet. Thomas Baum nennt das Highlight in Sachen Putz: „Reiner Zementputz schimmelt nicht, weil er Wasser abweisende Bestandteile hat. Er ist bestens für erdberührendes Mauerwerk geeignet.“ Baum empfiehlt, Keller, Haussockel sowie Gartenmauern und –pfeiler wegen der Atmungsaktivität stets von außen zu putzen.
Mauermörtel und Kalk-Zement-Mauermörtel hingegen wendet der Fachmann zum Mauern im erdfernen Hochbereich an.
Zement-Mauer-Mörtel verwendet man beim Bau in Erdnähe. Gerade beim Keller sei eine Abdichtung besonders wichtig, um aufsteigende Feuchtigkeit und Schimmel zu vermeiden, erklärt Baum und erklärt seine eigene Philosophie: „Wer sein Haus liebt, hält es trocken.“
Ist die Mörtelfrage geklärt, geht es mit der Spachtelmasse weiter. Wer besonders sorgfältig arbeitet, benutzt Armierungsmörtel, den man in das Gewebe einspachtelt. Auf diese Grundierung lässt sich sowohl einfacher als auch Edelputz aufbringen. Wichtig, so Thomas Baum, sei die Trocknungszeit: „Putz hat nach vierzehn, Estrichbeton nach einundzwanzig Tagen null Prozent Restfeuchtigkeit.“
Bei der Grundierung sollte der Handwerker auf Salpeterausblühungen achten und diese mit einem entsprechendem Fleckenentferner behandeln. Die Ausblühungen erkennt man an den typischen weißen Rändern auf dem Mauerwerk. Ist bei der Grundierung nicht sorgfältig gearbeitet worden, reißen Wände und Fußboden. „Selbst wenn man die Risse erfolgreich schließt, reißt das Mauerwerk“, warnt der Fachmann. Risse in den Wänden lassen sich mit Acryl abdichten. Im Gegensatz zu Silikon lasse sich Acryl überstreichen, erklärt Thomas Baum.
Im Hinblick auf den Sommer noch einen Tipp für Poolbauer: Zementputz verwenden und auf Grundierung achten. „Arbeitet der Handwerker hier nicht sorgsam genug, sieht die Wand am Schluss aus wie eine Schuppenflechte“.
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4 Kommentare
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Gunter Linke aus Saalfeld | 24.04.2013 | 19:01  
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Renate Jung aus Erfurt | 24.04.2013 | 22:11  
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Hannelore Grünler aus Artern | 25.04.2013 | 01:51  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 25.04.2013 | 15:59  
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