Das Leben ist rund: Jens Peschel ist beim Handballsportverein Bad Blankenburg für den Nachwuchs verantwortlich

  Bad Blankenburg: ... | Handballtraining in der J.C.F.-Guts-Muths-Halle, inmitten der Landessportschule Bad Blankenburg. Kinder im Grundschulalter toben über das Parkett, fast jedes mit einem Ball bewaffnet. Ein Junge nähert sich der Trainerbank. Jens Peschel stellt ihn als Janick vor. „Stell dir vor“, sagt Janick zu Peschel: „Mein Opa ist von einer Hornisse gestochen worden. Aber er lebt noch.“ - „Na Gott sei Dank“, erwidert der Trainer mit aufrichtiger Anteilnahme und lächelt. „Hier musst du alles machen: Nase putzen, Schnürsenkel binden, trösten - und auch mal meckern.“

Seine 51 Jahre sieht man Jens Peschel nicht an. „Arbeiten mit Kindern hält jung“, sagt er und zieht den Gummi um seinen Pferdeschwanz fester. Peschel ist freiberuflicher Eventmanager. Er arbeitet mit behinderten Menschen, mit Jugendlichen, in der Christenlehre erklärt er Altes und Neues Testament. Für den in der 3. Bundesliga spielenden Handballsportverein Bad Blankenburg (HSV) koordiniert er den Nachwuchs.

“Diese Sparte war schon fast zum Erliegen gekommen“, erzählt Peschel, der Wert darauf legt, nicht als einziger in Sachen Nachwuchs genannt zu werden. Katrin, Lupo, Bocky, Andreas, Walter, Nico und einige Helfer verbringen ebenfalls einen beträchtlichen Teil ihrer Freizeit in der modernen Vierfelderhalle.

Seit 2011 achtet der Verein wieder akribisch auf die Nachwuchsarbeit. Präsident Georg Jahn und der Vereinsvorstand erkannten den Stellenwert der Jugend und unterstützen ihre Übungsleiter nach Kräften. Jens Peschel ist darüber sehr glücklich.

Er selbst breche nichts übers Knie, arbeite lieber langfristig und dafür wirksam. An umliegenden Schulen baut er Arbeitsgemeinschaften im Handball auf, mit dem Ziel, dass die Kinder irgendwann in den Verein kommen. Bislang ist die Rechnung ganz gut aufgegangen. Jetzt gibt es wieder eine D-, E- und F-Mannschaft. Die B-Mannschaft spielt mit Kadern aus dem alten Bestand. In der Saison 2014/15 wird eine komplette D-Mädchenmannschaft aufgestellt, verkündet Peschel nicht ohne Stolz.

“Im ersten Ligajahr haben wir zwar noch keinen Punkt geholt, doch wenn wir strebsam sind, wird sich das ändern“, äußert der Trainer voller Zuversicht. Die sieglose Phase bereitet dem sportlichen Mann keine Sorgen. „Wir sind noch ganz am Anfang“, sagt er gelassen. Doch es sei wichtig, dranzubleiben. Eine Basis aufzubauen, darin verstehe er seine Pionierarbeit.

Simona, ein freundliches blondes Mädchen mit Stirnband und roter Radlerhose, gehört zu Peschels besten Spielerinnen. Das Talent liegt der Neunjährigen im Blut - Papa Michal Mrozek aus Tschechien spielt für den HSV auf Bundesligaebene. Von allen Aktivitäten gefällt ihr das direkte Spiel am besten. Janick liebt die Sprunggrube mit den Schaumgummiwürfeln, Sophie mag Techniken und selbstständiges Agieren, Niels ist froh und glücklich, wenn er Tore schießen kann. Bei vielen Kindern komme der Sprung erst später, lautet Peschels über 30-jährige Erfahrung. „Jedes Kind hat Stärken und Schwächen, eignet sich dementsprechend als Torhüter, Kreisläufer, für die Abwehr, außen oder die linke und rechte Mitte. Deshalb lohnt es sich, jedes Kind zu fördern.“ Siebzig bis neunzig Minuten dauert das Training, einige Kinder trainieren dreimal die Woche.

Jens Peschel schaut auf die Uhr und gibt den Kindern Zeichen, die Bälle wegzuräumen. Nach ihm gehört die Halle Katrin Jahns, die die Kids im Kindergartenalter trainiert. Reine Nervensache, wie sich schon kurz nach Trainingsbeginn herausstellt. Die Vier- und Fünfjährigen sind noch sehr verspielt und müssen an das Handballtraining erst behutsam herangeführt werden.

Doch die Arbeit lohnt sich, ist Jens Peschel überzeugt: „Die Kinder haben enorme Fortschritte gemacht: Viele konnten am Anfang nicht mal einen Ball fangen.“

Information:
Für das Kinder- und Handballfest am 1. Juni ab 14 Uhr in der Guts-Muths-Halle können sich noch Mannschaften anmelden. Das Trainingscamp findet in der letzten Schulwoche statt. Infos und Anmeldung im HSV-Büro, Bahnhofstraße 7, oder via E-Mail: info@hsv-bad-blankenburg.de Infos: www.hsv-bad-blankenburg.de
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