Die haben eine Scheibe? Das Ilmenauer Team Forest Jump ist im Ultimate Frisbee aktiv

Thomas Salewski und Robert Arnknecht im Duell.
 
Beim Ultimate Frisbee geht es auf dem Spielfeld rasant zu.
Ilmenau: Campussportplatz | Die weiße Scheibe fliegt in rasantem Tempo über den Fußballrasen am Universitätssportzentrum in Ilmenau. Thomas Salewski springt, mit beiden Armen voran. Er greift zu und hat die 175 Gramm schwere Scheibe vor seinem Gegenspieler erwischt. Mit einem gezielten Pass befördert er sie in Sekundenschnelle weiter. Die Schweißperlen stehen ihm dabei auf der Stirn. Schon ist er wieder zum nächsten Sprint unterwegs, an das andere Ende des Spielfeldes. Denn einen Punkt erzielt sein Team nur, wenn die Scheibe, genannt Frisbee, in der Endzone des Gegners gefangen wird.

Thomas Salewski ist einer von 14 Spielern - jede Mannschaft hat sieben Spieler auf dem Feld - die auf dem Campussportplatz in der Abendsonne unterwegs sind. Andere warten am Spielfeldrand noch auf ihren Einsatz - gewechselt wird sehr häufig. Nach 45 Minuten Spielzeit lassen sich die jungen Leute alle erschöpft, aber glücklich, auf den Rasen fallen. Das Training im Ultimate Frisbee hat wieder gut geklappt. Mit gutem Gewissen blickt man kommenden Wettkämpfen entgegen.

„Wir trainieren zweimal in der Woche, vor Wettkämpfen schieben wir noch ein zusätzliches Fitnesstraining ein“ erklärt Thomas Salewski. Seit 2009 spielt der junge Mann im Ilmenauer Ultimate Frisbee Team Forest Jump, seit 2011 leitet er das Training. Eigentlich sei er Ruderer gewesen, erzählt er. Beim Studium in Ilmenau habe er nach einer neuen sportlichen Betätigung gesucht. „Mit Ultimate Frisbee habe ich das Richtige für mich gefunden. Kondition, Koordination und Teamfähigkeit machen diesen Sport aus. Dazu kommt noch die Wurftechnik. Diese musste auch ich erst lernen.“ Die gängigsten Würfe heißen Vorhand, Rückhand oder Overhead. „Diese muss man sicher beherrschen und im Spiel immer wieder darauf zurückgreifen. Denn sonst heißt es Ärger im Team, wenn der Pass nicht klappt. Alle anderen Würfe sehen nur chic aus.“

Die Spieler müssen die Flugbahn des Frisbee bei jedem Wurf genau analysieren und blitzschnell erkennen, wo die Scheibe in den nächsten drei bis fünf Sekunden landen wird – um sie möglichst vor dem Gegner zu fangen. Die Windverhältnisse müssen dabei mit einbezogen werden. Auf dem 100 mal 37 Meter großen Spielfeld geht es dabei immer rasant zu. Spielelemente aus dem American Football, wie die Endzone, und dem Basketball, der körperlose Einsatz, fließen in dieses Mannschaftsspiel mit ein. Das Ungewöhnliche dabei: Fouls und Regelverstöße werden zwischen den Spielern verhandelt – es gibt keinen Schiedsrichter. „Es gilt damit als die fairste Sportart der Welt.“

Um im Training voran zu kommen, hat sich Thomas Salewski auf Lehrgängen in Berlin und Nürnberg weiter gebildet. „Auch bei der Deutschen Nationalmannschaft der Männer war ich einmal beim Training mit dabei. Es war interessant zu sehen, auf welchem Stand man ist.“ Auch andere Thüringer Mannschaften werden zum Training besucht, um sich im Spiel zu messen. Bei allem steht natürlich der Spaß am Sport im Vordergrund. Das wichtigste Turnier für die Ilmenauer sind die Deutschen Hochschulmeisterschaften. Sie behaupten sich hier im guten Mittelfeld: 2014 belegten sie den 14. Platz, 2015 den 15. Platz und waren damit das beste Thüringer Team. Ansonsten bestreiten die Jungs und Mädels auch einige Fun-Turniere. „Letztes Jahr haben wir auf Usedom an einem Beachturnier teilgenommen und wurden sogar Fünfter. Ein großer Erfolg für uns.“

Das Studium neigt sich für Thomas Salewski dem Ende entgegen, im Oktober wird er seine Masterarbeit in Biomedizinischer Technik abgeben. Robert Arnknecht wird dann die Leitung des Trainings vollständig übernehmen. „Ich möchte Ultimate Frsibee auf alle Fälle treu bleiben und mich in dieser Sportart weiterentwickeln – egal wohin es mich beruflich verschlagen wird“, erzählt Thomas Salewski.


Hintergrund:
- Schüler in Maplewood/New Jersey begannen 1968 zum Spaß mit der Frisbee in zwei Teams zu spielen
- bis 1978 entwicklten sich die noch heute gültigen Regeln im Ultimate Frisbee heraus
- seit den 80er Jahren wird es auch in Deutschland gespielt, erste Meisterschaft 1981 in Duisburg
- gibt heute rund 100 Mannschaften in Deutschland
- das deutsche Mixed-Team ist aktueller Beach-Weltmeister
- Thüringer Mannschaften: Forest Jump Ilmenau, Paradisco Jena, Airguides Erfurt, Endwurf Weimar
- Ultimate Frisbee Team Forest Jump gehört zum Universitätssportzentrum der Technischen Universität Ilmenau
- aktuell 26 Mitspieler
- Trainingszeit für Neueinsteiger: Dienstag 17.30 bis 19.30 Uhr, Fußballplatz am Universitätssportzentrum Ilmenau
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