Die Zeit der großen Revuen ist noch lange nicht vorbei - wie Tanzzentrum "inTakt" in Ilmenau eindrucksvoll beweist

Der Film "Black Swan" dient bei der Ballettaufführung als Vorbild.
  Ilmenau: ... |

Ein New Yorker Ballettensemble will Tschaikowskis "Schwanensee" aufführen, wobei sowohl die Rolle des weißen, als auch die des schwarzen Schwans von einer Tänzerin verkörpert wird. Dies führt zu Verwicklungen im Ensemble und auch die Doppelrolle gestaltet sich zunehmend als mentale Belastung für die junge Frau...

Diese Passage aus dem Film "Black Swan" als Ballett zu inszenieren, ist die Aufgabe von Isabelle Klein. Die 17-Jährige genießt das Vertrauen von Petra Kibbel, Leiterin des Tanzzentrums "inTakt" in Ilmenau. Nach einem Jahr intensiver Anleitung durfte Isabelle nun ihre eigene Tanzgruppe übernehmen, die sie für die diesjährige Revue trainiert. Eine Woche vor der Premiere hat AA-Autorin Jana Scheiding die junge Frau aus Bücheloh und ihre Eleven bei der Probe besucht.

Ihre Chefin sagt, Sie seien besser als sie selbst, weshalb sie Ihnen die Leitung dieser Tanzgruppe übertrug. Ist das eine Auszeichnung?
Das ist unheimlich motivierend, aber Petra hat bedeutend mehr Erfahrung als ich. Mein Vorteil ist, dass ich sehr bald mit dem Tanzen begonnen habe. So ergänzen wir uns und die Übertragung der Gruppe ist für mich natürlich eine Auszeichnung.

Wann trugen Sie Ihr erstes Tutu?
Mit vier Jahren. Ich hatte vorher schon im Faschingsverein getanzt, aber als ich mit meinen Eltern eine Aufführung sah, wusste ich, dass ich Balletttänzerin werden wollte.

Wie ernsthaft haben Sie sich auf diesen Beruf vorbereitet?
Ich verbrachte einige Jahre an der Akademie des Tanzens in Mannheim. Anfangs war ich sehr euphorisch. Ich freute mich auf das, was vor mir lag. Doch dann merkte ich, dass die Sache mit wenig Spaß und noch weniger Auftritten verbunden war und ich entschied mich für einen anderen Weg. (lacht) Meine Eltern waren sehr froh, als sie mich wiederhatten.

War die Zeit in Mannheim verschwendet?
Keineswegs. Ich habe tolle und wertvolle Erfahrungen gemacht, die mich auf meinem heutigen Weg begleiten. Ich wurde selbstständig, habe mir Selbstbewusstsein angeeignet. Und ich bin froh, es versucht zu haben. Wahrscheinlich hätte ich mich mein Leben lang geärgert und nie erfahren, dass Balletttänzerin gar nicht meine Bestimmung ist.

Das klingt nach einer Lebensphilosophie...
Ich glaube, es bringt nichts, eine Sache um jeden Preis durchzuhalten. Schon gar nicht, wenn man weiß, dass es nicht das ist, was man will. Wenn es einen anderen Weg gibt, dann sollte man den Mut haben, ihn zu gehen.

Nun sind Sie in Petra Kibbels Dance Company die Frau fürs Ernsthafte?
Ich unterrichte Ballett, aber ich erobere auch die anderen Seiten des Tanzens. Jazz und Hiphop zum Beispiel. Das macht sehr viel Spaß.

Seit diesem Jahr haben Sie Ihre erste eigene Gruppe. Mussten Sie sich dafür fortbilden?
Ja, ich wollte das. In einem Monat beende ich meine Ausbildung als Tanzlehrerin beim Thüringer Tanzverband.

Wie kommen Sie zurecht mit Ihren Schülern, mit der Verantwortung für die Revue?
Sehr gut und der Verantwortung bin ich mir bewusst. Wir müssen an der Choreo noch viel feilen, die Bewegungen müssen noch exakter werden, synchroner. Weil der Altersunterschied nicht allzugroß ist, harmoniert die Gruppe gut. Man muss bedenken, es sind alles Anfänger. Höchstens ein, zwei Jahre dabei. Aber die Revue muss so gut werden wie die anderen. Daran arbeiten wir gemeinsam.


Zur Sache:
Die Tanz-Show 2016, veranstaltet von Cats e.V. und dem Tanzzentrum "inTakt" Ilmenau, steht unter dem Motto "Cinema ... - großes Kino der Gefühle" und wird von etwa 260 Kindern und Jugendlichen vertanzt.
Premiere: 30. April, 14 und 17 Uhr, Festhalle Ilmenau.
Weiterer Termin: 29. Mai, 14 und 17 Uhr, Theater im Schlossgarten Arnstadt
Karten: Ilmenau-Information, 03677/600300; Theaterhotline Arnstadt, 03628/618633
Das Ballett ist nur ein Teil der Revue, die verschiedene Kinofilme thematisiert.

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