Ein bisschen Chi Chi: Chi ist überall, sagt Jürgen Seefeldt. Denn Chi bedeutet Energie

Zu Beginn eine kurze Meditation.
 
Jürgen Seefeldt trainiert mit seinen Kursteilnehmern die Peking-Form.
Die Chinesen sagen, wer regelmäßig Tai Chi praktiziert, kann den Geistesfrieden und die Gelassenheit eines Weisen bekommen, robust wie ein Holzfäller und gelenkig wie ein Kleinkind werden. Jürgen Seefeldt sagt das auch. Der lizenzierte Übungsleiter für Qi Gong und Tai Chi beschäftigt sich seit 1995 mit diesen Disziplinen. „Bei beiden geht es nicht darum, Energie zu verbrauchen. Vielmehr wird beim Üben die Energie in uns aktiviert und deren Fluss gefördert.“ Nur ein ungestörter Fluss des wahren „Chi“ wirke sich positiv auf Stütz-und Bewegungssystem, Nerven-, Atmungs-, Verdauungs-und Herz-Kreislauf-System aus.

“Tai Chi“, ergänzt Jürgen Seefeldt, „ist Meditation in Bewegung. Der gesamte Körper ist ständig gefordert.“ Chi bedeutet Energie. In der Quelle des Lebens bildeten sich die zwei polaren Kräfte Yin und Yang, die alle gegensätzlichen Erscheinungen wie Ruhe und Bewegung, Plus und Minus, passiv und aktiv, schwach und stark, dunkel und hell oder vorwärts und rückwärts präsentieren. Jeden Montag ist Seefeldt auf Kurs. Die Gruppe ist stark, beinahe 20 Männer und Frauen. „Ich litt unter depressiver Verstimmung. Die Übungen tun mir unendlich gut“, berichtet eine Teilnehmerin.

Minuten später ist die Gruppe in Aktion. Die Bewegungen sind anmutig, fließend. Doch nicht so gut wie die des Übungsleiters. „Man ist niemals perfekt“, erläutert Seefeldt. „Auch die Meister sind es nicht. 'Der Weg ist das Ziel', lautet das Motto. Man lernt das ganze Leben lang.“

Qi Gong ist etwa 3000 Jahre alt, weiß der 1943 geborene Seefeldt. Zu dieser Zeit soll ein Shaolin-Mönch während seiner Freiübungen den Kampf zwischen einem Kranich und einer Schlange beobachtet haben. Die schönen, fließenden Bewegungen faszinierten ihn derart, dass er sie fortan selbst ausführte und für die Nachwelt festhielt. Tai Chi stammt aus dem 12. Jahrhundert und folgt dem Grundsatz „siegen ohne zu kämpfen“. Das Duell mit einem imaginären Gegner heißt deshalb auch Schattenboxen. Und so vollführt Jürgen Seefeldt mit seinen Schülern nach eigener Aussage keine Kampf-, sondern Bewegungskunst.

Nach den fünf Elementen - Wasser, Holz, Feuer, Erde, Metall - sind heute der Tageslauf der Krähe und die 24er Pekingform an der Reihe. Wie merkt man sich nur die Reihenfolge der vielen Figuren mit ihren Bewegungsabfolgen? Beim Selbstversuch wird schnell klar: Zu jeder Bewegung gibt es ein Bildim Kopf. Den „goldenen Ball“ zum Beispiel. Die „Feder zwischen den Fingern“ oder den „Scheinwerfer in der Hand“. Einen winzigen Moment lang spüre ich die Energieübertragung von einer Hand auf die andere. Unglaublich. Erzählungen, die genau das beschreiben, stand ich bislang immer skeptisch gegenüber. Nach der Übung wird mir plötzlich bewusst, dass ich minutenlang an nichts - rein gar nichts - gedacht habe. Es gibt sie also wirklich, die Tiefenentspannung, die Meditation. Man muss sich nur auf sie einlassen.

Zur Person: Seit 40 Jahren ist der Erfurter Jürgen Seefeldt sportlich aktiv. 2005 erwarb er an der Sportakademie des Landessportbundes Thüringen (LSB) die B-Lizenzen (Prävention) „Stütz- und Bewegungssystem“ sowie „Stressbewältigung und Entspannung“. 2009 erwarb er Zertifikat und Lizenz für Kursleiter Tai Chi und Qi gong.

Kontakt: 0361/2119230.
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8 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 01.11.2013 | 18:23  
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Hannelore Grünler aus Artern | 01.11.2013 | 23:09  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 02.11.2013 | 09:09  
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Renate Jung aus Erfurt | 02.11.2013 | 11:53  
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Antje Hellmann aus Jena | 04.11.2013 | 12:20  
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Katrin Treydte aus Erfurt | 04.11.2013 | 12:56  
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Antje Hellmann aus Jena | 04.11.2013 | 13:39  
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Katrin Treydte aus Erfurt | 04.11.2013 | 14:00  
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