Höchstens mal ein blaues Auge - beim Unihockey in Ilmenau geht es rasant zur Sache

Wöchentliches Training im Sportzentrum Ilmenau. (Foto: privat)
 
Bei Weltmeisterschaften geht es im Unihockey zur Sache. (Foto: Imago)
Ilmenau: ... |

Wenn die Unihockeyspieler im Sportzentrum der Technischen Universität Ilmenau die Halle für ihr wöchentliches Training präparieren, dann sieht das für einen Moment so aus, als spielten Erwachsene mit übergroßen Legosteinen.

Fassen alle mit an, ist die Bande für das Kleinfeld - eine der Feldvarianten im Unihockey - in Blitzesschnelle aufgebaut. Minuten später geht es knallhart zur Sache. Und das im wahren Wortsinne: Der 23 Gramm schwere Plastik-Lochball fliegt bei guten Schlägen mit dem Unihockeystock mit mindestens 150 Stundenkilometern durch die Luft und kann schon mal ein blaues Auge hinterlassen.
"Das ist aber auch die schlimmste Verletzung, die man sich beim Unihockey zuziehen kann", beruhigt Benjamin Jahn, der bisher mit ein paar blauen Flecken davon gekommen ist. Seit September ist der Promotionsstudent Sportkursleiter und trainiert außer der Stammbesetzung den Nachwuchs.
Jahn ist seit seinem siebenten Lebensjahr auf Hockeyfeldern unterwegs. "Zu Hause in Berlin spielte ich Feld- und Rasenhockey. Alle meine Freunde taten das und ich bin dabei geblieben. Als ich 2007 mit meinem Ingenieurinformatikstudium begann, war ich froh, dass die Uni Floorball anbot."
Unihockey oder Floorball ist ein Stockballspiel. In Deutschland ist es - anders als in Finnland, Schweden, Tschechien und der Schweiz - bislang wenig verbreitet. Der Unihockey-Weltverband IFF will die Sportart ab 2020 in das olympische Programm der Sommerspiele aufnehmen.

Eine der schnellsten Ballsportarten der Welt


Benjamin Jahns Leidenschaft für Unihockey - eine der schnellsten Ball-Team-Sportarten der Welt - ist seit dem ersten Tag ungebrochen. "Ein Mannschaftssport mit vielen Bewegungswechseln, in dem es um schnelles Miteinander, Koordination und Kondition geht. Rasante Aktionen, Dynamik, Taktik, Torversuche und packende Zweikämpfe - all das fasziniert mich", schwärmt der junge Mann. Das Spiel beansprucht fast alle Muskelgruppen des Menschen, schult das Gleichgewichtsempfinden, belastet aber Gelenke und Wirbel.
Jahn hält Unihockey für Anfänger geeigneter als beispielsweise Eis- oder Rasenhockey. Während des Spiels ist Jahn konzentriert. "Alles läuft mehr oder weniger unterbewusst ab. Man ist bestrebt, das Spiel zu verfolgen, muss aber auch seine Mit- und Gegenspieler im Auge behalten." Und das 12 bis 15 Minuten am Stück.

Spielen unter Schwarzlicht


Zurzeit steckt Benjamin Jahn mit seinen Mitstreitern mitten in den Vorbereitungen für das 10. Weihnachtsturnier. 24 Mannschaften mit 140 Spielern haben sich angemeldet. "Unsere Gäste sind von dem Turnier immer sehr angetan", sagt Jahn und freut sich, dass dies auch ein bisschen am Rahmenprogramm liegt. Zum runden Geburtstag musste eine neue Idee her: Schwarzlicht-Floorball. "Die Spielfelder sind mit fluoreszierenden Tapes versehen, die Spieler tragen Mützen aus entsprechender Wolle und T-Shirts. Elektronische Musik soll passende Atmosphäre schaffen", erklärt Benjamin Jahn.
Bei alldem wollen die Ilmenauer keineswegs im eigenen Unisaft schmoren. Im Jahr laufen sie zu mindestens drei Turnieren auf. Auch dem Ilmenauer Umfeld öffnen sich die Sportler. "Wir nehmen auch Externe in unsere Mannschaft auf. Sie sollten aber mit Unihockey Erfahrung haben."



Hintergrund:

Beim Floorball oder Unihockey gibt es verschiedene Spielvarianten.
Mixed oder Kleintor ist für Einsteiger geeignet. Auf dem Spielfeld stehen sich zwei Teams mit jeweils zwei Frauen und zwei Männern gegenüber. Gespielt wird nach den Regeln des Deutschen Unihockey-Bundes (DUB).

Kleinfeld: Hier sind ambitionierte Spieler gefragt. Ein Team besteht aus drei Feldspielern und einem Torwart. In dieser Variante gibt es in Deutschland regionale und überregionale Mannschaften.

Großfeld: Die Königsklasse - hierin finden Europa- und Weltmeisterschaften statt. Ein Team besteht aus fünf Feldspielern und einem Torwart. Es gibt Damen- und Herrenmannschaften.

Schweden, Finnland und die Schweiz entwickelten Unihockey in den 1970er Jahren gemeinsam. Es ist ein dem Hallen- oder Eishockey ähnliches Spiel, bei dem auch hinter den Toren gespielt werden kann. Ball und Hockeystock bestehen aus geprüftem Kunststoff. Harter Körpereinsatz ist untersagt, lediglich das Drücken Schultern an Schultern ist erlaubt.
Trainingszeiten in Ilmenau: montags 19 bis 21, dienstags 19.30 bis 21 Uhr, Sporthalle Campus


Unihockey-Weihnachtsturnier in Ilmenau:
28. bis 30. November
Die Spiele beginnen am 29. 11., 8 Uhr
18.30 Uhr Spaßspiel "SensoFloorball"
20.30 Uhr "Flourball" mit Schwarzlicht
22 Uhr Playersparty im bd-Club (Studentenwohnheim)
Am 30. 11. geht es ab 8.30 Uhr in die Zwischenrunde
15 Uhr Endrunde
Zuschauer sind herzlich in das Sportzentrum der Uni Ilmenau eingeladen
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2 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 21.11.2014 | 17:57  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 24.11.2014 | 09:15  
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