Immer schön cool bleiben - ein Blick hinter die Kulissen der Eiskunstlaufgemeinschaft des Ilm-Kreises

Der Nachwuchs der Eiskunstlaufgemeinschaft des Ilm-Kreises. (Foto: Verein EKLG)
 
Kristin Wieczorek-Pfeiffer trainiert die Kleinen.
Ilmenau: ... |

Kristin Wieczorek-Pfeiffer ist 2007 eine erfolgreiche Sportlerin, die im Eiskunstlauf gerade den Deutschen Meistertitel geholt hat. Die Stadt Ilmenau weiht zu diesem Zeitpunkt ihre neue Eishalle ein und ist stolz darauf, dass die Titelträgerin zum Opening läuft. Irgendjemand sagt nach der Eröffnungsfeier zu der jungen Frau: „Wenn es mit dem Sport mal nichts mehr ist, kommst du zu uns und trainierst die Jugend.“

„Dass ich zwei Jahre später auf dieses Angebot zurückkommen würde, hätte ich nicht für möglich gehalten“, erzählt Wieczorek-Pfeiffer, die damals wegen einer chronischen Sehnenscheiden­entzündung den aktiven Sport nach 16 Jahren an den Nagel hängen musste.

Unter anderem trainiert die Physiotherapeutin die Leistungsgruppe in der Eiskunstlaufgemeinschaft des Ilm-Kreises – fünf bis sechs Mal in der Woche. „Intensität ist im Leistungssport wichtig“, weiß Wieczorek-Pfeiffer aus eigener Erfahrung.

Auch im Sommer gibt es genug zu tun


In der warmen Jahreszeit ist die Eisfläche in Ilmenau keine Eisfläche. „Angeeist wird im Herbst, ab August trainieren wir im Eissportzentrum Erfurt“, erklärt die Trainerin. Doch auch fernab der Eisfläche gibt es genug zu tun: Rückentrainig – richtig sitzen, Körperspannung, erfahren, welche Muskeln wofür zuständig sind. Muskeltraining, Schnelligkeit, Laufen, Seilspringen, Hindernislauf für Kondition und Koordination. „Das Trainingsprogramm ist sehr vielseitig, die Zeiten mal länger, mal kürzer. Sprünge zum Beispiel sind intensiv, da reicht eine halbe Stunde.“ Als Trainerin ist Kristin Wieczorek-Pfeiffer auch dafür verantwortlich, die Kinder nicht zu überfordern. Auf ihre Truppe ist die junge Frau stolz. „Es macht Spaß, mit den Mädchen zu arbeiten.“

Mentales Training wichtig für die Arbeit auf dem Eis


Nicht nur das aktive, auch das mentale Training ist im Sport immens wichtig. „Nach hartem Training muss man auch entspannen können“, weiß Wieczorek-Pfeiffer. Sie zeigt den Mädchen eine Flasche und versteckt sie anschließend hinter ihrem Rücken. Die Kinder müssen nun die Flasche möglichst genau beschreiben. Anschließend das gleiche Procedere mit einem ihrer Sportschuhe. „So merkt man sich die Kür. Wenn die Kinder auf dem Eis etwas vergessen, müssen sie in Sekundenschnelle überlegen, welche Elemente noch fehlen und wo sie diese einbauen können, um keinen Punktabzug zu riskieren. Wichtig ist, cool zu bleiben und sich den Fehler keinesfalls anmerken zu lassen.“
Zur Eislaufkarriere gehört nicht nur hartes Training, sondern auch die richtige Ernährung. „Die Eltern achten darauf, dass die Kinder nicht zuviel Zucker und Ungesundes zu sich nehmen“, sagt Wieczorek-Pfeiffer, die sich darüber freut, dass für die gemeinsame Sache alle an einem Strang ziehen.

Talente werden im Kindergartenalter entdeckt

Entdeckt werden die Talente meist schon im Kindergartenalter. „Im günstigsten Fall beginnt man mit dem Sport im Alter von drei Jahren, mit fünf kommt der Leistungsdruck. Mit sieben Jahren sollten die Kinder leichte Sprünge wie den einfachen Axel beherrschen, mit Tendenz zum Doppelsprung. Es wird auch geschaut, wie begabt die Kinder zum Beispiel in den Drehungen sind“, erläutert die Trainerin.
Sie selbst durchlief die Kaderschmieden der ­Republik: Chemnitz, wo sie auf die legendäre Jutta Möller traf. „Sie zu mögen, musste ich erst lernen“, erinnert sich ­Wieczorek-Pfeiffer. „Sie kam nur mit wenigen Sportlern aus. Aber nicht jeder ist eine Kati Witt.“ Später Oberstdorf, das im Leben der Wahlilmenauerin noch immer eine Rolle spielt: als jährliches Trainingslager vor Schuljahresbeginn.
Nun sind die Kinder wieder in ihrem Element – auf dem Eis. Seit August geht es jedes Wochenende zum Balletttraining in die Eishalle der Landeshauptstadt. „Wir bereiten unsere Eisshow vor, die im Januar stattfindet“, verrät Kristin Wieczorek-Pfeiffer. Und irgendwann einmal zu Olympia? „Bis dahin ist es ein weiter Weg. Lasst uns erst mal Deutscher Meister werden.“



Zur Sache:
In der Eiskunstlaufgemeinschaft Ilm-Kreis e.V. trainieren nicht nur Leistungssportler. Wer Lust hat, ist willkommen.
Kontakt: Eiskunstlaufgemeinschaft Ilm-Kreis e.V. E-Mail: info@eklg.de
Telefon: 01 78 / 8 18 83 93
www.eklg.de

Wir danken dem Sportverein für die freundliche Zurverfügungstellung der Fotos (außer zwei).
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