Jagd auf 26 Gramm Polyethylen: TU-Studenten richten am dritten Adventswochenende ein Unihockeyturnier aus und treten mit zwei eigenen Mannschaften an

Die Unihockey-Mannschaft der TU Ilmenau beim Training.
 
Gemischte Frauen- und Männermannschaften jagen dem Kunststoffball aus weißem Polyethylen nach.
Ilmenau: ... | Unihockey, auch Floorball genannt, ist kein Sport für Einzelkämpfer. Während des Stockballspiels aus Skandinavien wird unter den Spielern ständig kommuniziert. Julia Eichelsbacher liebt diesen Sport. Dieses Auspowern, bis an die Grenzen der körperlichen Belastbarkeit gehen. Seit einem Jahr steigt die Wirtschaftsingenieurstudentin zweimal die Woche in ihre leichten Sportklamotten, um in der Campussporthalle der TU Ilmenau mit ihren Teamkollegen rasant einem 23 Gramm schweren Polyethylen-Ball nachzujagen. Dessen 26 Löcher sollen die Aerodynamik in der Luft verbessern - und sie hinterlassen hübsche Muster auf der Haut, wenn sie mit etwa 200 Kilometer pro Stunde aufprallen. Ansonsten sei Unihockey eine softe Sportart und mit Eishockey nur hinsichtlich des Reglements vergleichbar, sagt die Studentin, die in drei Jahren ihren Masterabschluss an der TU machen will. Der Begriff „Uni“ leitet sich in diesem Fall von „Universal“, nicht von „Universität“ ab. Die Mischung aus Feld- und Eishockey wird ausschließlich in der Halle - auf Groß- oder Kleinfeld - gespielt. Während es beim Training weniger auf die Mischung denn auf Kondition, Technik und Reaktion ankommt, gibt es bei Turnieren ein Reglement: 12 Minuten auf dem Kleinfeld, gemischte Mannschaften mit je zwei Frauen und zwei Männern. Verwendet werden dürfen nur Unihockeystöcke aus Karbon und Kunststoff, nicht länger als 105 Zentimeter und nicht schwerer als 380 Gramm.

Bevor sich die Mannschaften aufwärmen, muss erst die abgerundete und 50 Zentimeter hohe Bande am Spielfeldrand aufgestellt werden. Kurze Zeit später ist Anpfiff. Die Kameraposition direkt hinter dem Tor sei zwar fotografisch reizvoll, aber auch ziemlich gefährlich, warnt eine Spielerin. Tatsächlich schlagen die weißen Kunststoffbälle, Geschossen gleich, links und rechts an die Hallenwand und springen durch die Wucht des Aufpralls meist auf das Spielfeld zurück. Etwa anderthalb Stunden geht es in der modernen Sporthalle zur Sache. Weil der Sport viel Puste erfordert, werden die Spieler ständig ausgewechselt.

Die Mannschaften trainieren für das Turnier, das am dritten Adventswochenende auf dem Universitätsgelände ausgetragen wird. Mit zwei Mannschaften treten die Gastgeber aus Ilmenau an. Die Initialen „PPLT“ verkürzen den originellen Namen „Pfosten, Pfosten, Latte, Tor“. Für die zweite TU-Mannschaft wird noch ein kreativer Name gesucht. Insgesamt treten 24 Teams aus ganz Deutschland gegeneinander an. „Das Niveau ist vollkommen unterschiedlich“, weiß Julia. „Wir haben es sowohl mit Newcomern als auch mit Profis zu tun.“ Zurzeit sind die Frauen in der Uni-Unihockeymannschaft noch ein wenig unterbesetzt. „Wer hier studiert und Lust hat, mitzumachen, ist herzlich willkommen“, lädt Julia Eichelsbacher ein. Und fügt lächelnd hinzu: „Diese Einladung gilt natürlich auch für männliche Studenten.“

Termin:
Unihockey-Turnier am 14. und 15. Dezember, ganztägig in der Campus-Sporthalle 14. 12. ab 8 Uhr Vorrundenspiele, 18.30 Uhr Großfeldspiel Elche gegen Weihnachtsmänner, Zuschauer sind bei freiem Eintritt herzlich willkommen.

Informationen:
* Unihockey (engl. Floorball) gehört zu den Stockballspielen.
* Es wurde in den 1970er Jahren von Finnen, Schweden und Schweizern entwickelt.
* Das Spiel ähnelt dem Hallen- und Eishockey, ist aber weniger körperbetont, und es darf hinter den den Toren gespielt werden.
* Der Unihockey-Weltverband wurde 1986 gegründet, es werden Europa- und Weltmeisterschaften ausgetragen
* Auszug aus dem Reglement: nur Drücken mit der Schulter ist erlaubt; der Ball darf nur mit dem Hockeystock gespielt werden - außer Arm, Hand und Kopf ist eine Berührung mit anderen Spielern erlaubt (ansonsten 2-Minuten-Strafe); zur Ballannahme darf nicht in die Luft gesprungen werden; die Schaufel des Unihockeystocks darf nicht höher als die Hüfte ausschwingen; untersagt sind Stockschlag und Stockwurf.
* Ausrüstung: Hallenschuhe, Trikot, Hose, Stutzen und Unistock. Je nach Feld werden große und kleine Tore mit und ohne Torhüter eingesetzt.
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