Brenzlige Situation: Die Feuerwehr von Gräfenthal braucht dringend eine neue Drehleiter

Flammendes Inferno: Sven Kuschminder und Sohn Maximilian vor der Chronik des Brandes am ersten Januar-Wochenende in Gräfenthal.
 
Leider nur geliehen: der Magirus mit Personenkorb.
Gräfenthal: ... |

Meterhohe Flammen schlagen aus dem Dach des Hauses. Beißende Hitze ringsumher. Vier Menschen werden verletzt, der Sachschaden ist immens. Die Gefahr, dass die Flammen auf die Nachbarhäuser übergreifen, lauert hinter jeder Fuge. Als die Feuerwehr anrückt, können die Kameraden nur hoffen, dass die Wehren aus den umliegenden Ortschaften über eine Drehleiter verfügen, um eine Katastrophe abzuwenden.

Diese dramatischen Szenen spielten sich im Januar mitten in der Einheitsgemeinde Stadt Gräfenthal ab. Eigentlich ist die Verwaltung für die Ausrüstung ihrer Feuerwehr verantwortlich, doch die Kassen sind leer. "Unsere Drehleiter, Baujahr 1981, legte der TÜV aufgrund von Mängeln still. Und Reparaturen würden für uns wohl zum Fass ohne Boden werden", erklärt Stadtbrandmeister Sven Kuschminder die Notsituation. Zwar fährt die Feuerwehr momentan mit einem Magirus DLK 18/12 CC zu Einsätzen, doch der ist lediglich gemietet.

Das Dilemma: Ein neues Fahrzeug mit Drehleiter kostet etwa eine halbe Million Euro. Zwar würde der Freistaat Thüringen die Anschaffung mit 200.000 Euro fördern, doch den sechsstelligen Eigenanteil kann die Stadt nicht aufbringen. Ein Gebrauchtfahrzeug dieser Größenordnung kostet um die 50.000 Euro. "Förderung gibt es aber nur für Neuanschaffungen", bedauert Kuschminder.
Die Drehleiter benötigt die Feuerwehr unbedingt, denn die Stadt ist aufgrund ihrer Lage in eine Risikogruppe eingestuft. "Wir müssen große Höhen überwinden, verfügen über Gebäude mit drei bis fünf Vollgeschossen, Gewerbebetriebe, Pflegeheim, Rathaus", zählt der Stadtbrandmeister einige Risikofaktoren auf. Sollten sich die Dinge nicht bald ändern, müssten in Gräfenthal womöglich Umbauten stattfinden. Sven Kuschminder: "Weil wir immer eine Drehleiter hatten, sind viele Gebäude ohne zweiten Rettungsweg genehmigt worden. Unter den jetzigen Umständen eine fatale Situation."

Seit den Ereignissen im Januar lassen die Floriansjünger aus Gräfenthal nichts unversucht, um an Spendengelder zu gelangen. Einige Benefizveranstaltungen haben sie in ihrem hübschen Städtchen schon organisiert, die insgesamt 11.500 Euro einbrachten. Das Geld kam meist von Firmen, Verbänden und aus privater Hand. Einige der im 2500-Einwohner-Städtchen angesiedelten Vereine engagieren sich nur wenig. Das ärgert Sven Kuschminder. "Von uns erwartet man selbstverständlich, dass wir jede Veranstaltung absichern."
Deshalb ist die nächste Benefizaktion für die Drehleiter bereits organisiert: Am 25. April geht es in Gräfenthal heiß her. Hoffentlich ohne Feuer, dafür mit Sambashow und mindestens sieben Bands aus der Region.

Zur Sache:
25. April, ab 14 Uhr Kinderfest mit Tombola, Bogenschießen und Programm.
Ab 19 Uhr bei freiem Eintritt: Gewinnspiel, Sambashow, Konzert mit Bands aus der Region.
Spendenkonto: Feuerwehrverein Gräfenthal e.V., Volksbank Saaletal eG, Betreff: Spende Drehleiter, IBAN: DE40 8309 4454 0043 5021 07, BIC: GENODEF1RUJ. Der gemeinnützige Verein darf Spendenquittungen ausstellen.
Wer Lust hat, Mitglied der Feuerwehr zu werden, ist ebenfalls herzlich willkommen.
Mindestalter: 16 Jahre.
Kontakt: ff-graefenthal@web.de
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