Der Baum der Bäume

Ein Baum vom Baum – Thomas Baum ist sowohl Inhaber eines Baumarktes als auch Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Gehren und sieht „seine“ Bäume meistens zweimal.
Gehren: ... | Das kleine Mädchen mit der roten Bommelmütze ist Thomas Baum noch in guter Erinnerung. An der Hand des Vaters kam sie in seinen kleinen Baumarkt und weinte, weil ihr der Baum Leid tat, der für das Weihnachtsfest geopfert werden sollte. Und weil das Kind nicht zu beruhigen war, überredete Thomas Baum den Vater, eine Tanne mit Ballen zu kaufen, die nach dem Fest im Garten eingepflanzt werden könne. Wochen später bedankte sich der Vater bei Thomas Baum für die Rettung des Weihnachtsfestes.
Um den Weihnachtsbaum veranstalten die Gehrener jedes Jahr ein großes Spektakel.
Ende dieser Woche wird die erste Lieferung aus dem Sauerland erwartet. Dort
bekommen die Bäume mineralischen Boden, viel Regen und eine gute Versorgung mit
Bittersalz. Am zweiten Wochenende im Dezember findet der Weihnachtsmarkt in
Langewiesen statt. Der Baumverkäufer mit dem treffenden Namen kennt inzwischen
die Gewohnheiten der Leute: „Die Älteren wollen Schwarzkiefern, die Jungen Nordmann- oder Koreatannen.“
Im Trend liegen sehr große Bäume. „Dafür räumen die Leute ihre halbe Stube aus.“
Manche suchen stundenlang nach dem passenden Baum, damit der von Oma geerbte
Weihnachtsschmuck gut zur Geltung kommt. Auch die echte Kerze erlebt eine Renaissance. „Deshalb ordern die Menschen verstärkt Bäume mit großen Abständen zwischen den Zweigen“, sagt Thomas Baum, der mit dem Weihnachtsmarkt stets schöne und kuriose Erlebnisse verbindet. „Ein Ehepaar wollte Weihnachten bei der Tochter in Teneriffa verbringen – aber nicht ohne einen Baum aus der Heimat. Ich weiß
nicht, ob der mit Nadeln dort angekommen ist“, lacht Thomas Baum und erzählt die
Story von der Frau, die von ihm verlangte, den soeben erstandenen Baum an Ort
und Stelle zu zerhacken. „Erst dachte ich an einen Spaß, aber dann erklärte sie mir, dass sie wegen Platzmangels nur Zweige in eine Bodenvase stellen kann.“
Gänsehaut bekommt er heute noch, wenn er an den Chor denkt, der abends in der
Kirche das Weihnachtsoratorium singen sollte und am Stand spontan eine Passage
aus dem Bachwerk darbot. Seine Bäume sieht Feuerwehrmann Thomas Baum meistens zweimal. Am Wochenende um den 6. Januar wird am Schlosspark das Königsfeuer
entzündet. Vorher sammelt die Feuerwehr die Bäume ein. Sie müssen komplett
abgeputzt und vor allem von Lametta befreit sein. „Das ist bleihaltig und schadet der
Umwelt“, sagt Baum. Das Verbrennen ist ein Erlebnis für den ganzen Ort. Es ist
jedes Mal ein großer Akt, alles zu organisieren. „Also wenn Sie mich fragen“, sagt Thomas Baum augenzwinkernd: „Ostern ist einfacher."
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8 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 28.11.2012 | 19:47  
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Holger Greilach aus Erfurt | 28.11.2012 | 20:14  
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Holger Greilach aus Erfurt | 28.11.2012 | 20:14  
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Holger Greilach aus Erfurt | 28.11.2012 | 20:17  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 29.11.2012 | 09:40  
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Renate Jung aus Erfurt | 29.11.2012 | 23:02  
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Holger Greilach aus Erfurt | 30.11.2012 | 10:55  
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Renate Jung aus Erfurt | 01.12.2012 | 18:01  
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