Schöne Ferien: Zum 25. Mal empfängt der Saalfelder Verein „Kinder von Tschernobyl“ junge Gäste aus der Ukraine

Diese fünf Mädchen genießen ihre Ferien in Deutschland. (Foto: Uwe Beck)
Saalfeld/Saale: ... |

An die Region Tschernobyl in der Ukraine denkt Uwe Beck in diesen Tagen öfter. Die Nachwirkungen der Reaktorkatastrophe von 1986 sind dort zwar nicht mehr spürbar, dennoch vorhanden. „Die Strahlung ist allgegenwärtig“ sagt Beck.

Kinder, die lange nach dem Unfall geboren wurden, sind Leidtragende dieser Situation: Sie haben ein empfindliches Immunsystem, Allergien, Asthma.
Um Kindern aus Tschernobyl wenigstens ein paar Wochen unbeschwerte Zeit im Jahr zu ermöglichen, arbeitet Uwe Beck ehrenamtlich als Vorsitzender des Vereins "Kinder von Tschernobyl". Zum 25. Mal bereiteten sich die Saalfelder auf Gäste aus der Katastrophenregion vor.

Juristisch stabile Initiative


Diese schöne Tradition geht auf die Initiative des Neuen Forums und der Evangelischen Kirche im Jahr 1990 zurück. Drei Jahre später – kurz nach der Einführung des Vereinsrechtes - gründeten die Initiatoren einen Verein, um ihr Engagement auch juristisch zu stabilisieren.
Der „Kinder von Tschernobyl“ e.V. hat heute 18 Mitglieder und unendlich viele Helfer. "Wir werden von der Öffentlichkeit gut wahrgenommen, weil wir mit ganzem Herzen dabei sind. Darauf sind wir sehr stolz", sagt Uwe Beck und würdigt die Unterstützung durch die Stadt Saalfeld und den Landkreis. "Vom Land Thüringen haben wir leider seit Jahren nichts gehört", bedauert der engagierte Vereinschef.

Spenden immens wichtig


Größtenteils finanziert sich der Verein aus Spenden. Damit werden zum Beispiel Fahrtkosten, Unterbringung, Verpflegung und Versicherungsbeiträge bestritten.
Sich um die Schwächsten der Gesellschaft zu kümmern, sehen Beck und seine Mitstreiter als ihre Aufgabe. Trotz der vielen Arbeit, die dieses Ehrenamt mit sich bringt. Mindestens einmal jedes Jahr reisen Vereinsmitglieder in die Ukraine, um das Bild von der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes zu aktualisieren. Zwischen Stadt und Land bestehen noch immer gravierende Gegensätze.
Die Arbeit zahlt sich vor allem emotional aus. "Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, zu sehen, wie sich die Kinder während der vier Wochen hier verändern", sagt Uwe Beck begeistert. Auch wenn sprachliche Barrieren den Umgang miteinander zuweilen behindern, "Kinder verstehen sich ohne Worte."
Vom 20. Juli bis 10. August ist der Verein 30 Kindern und fünf Betreuern aus Tschernobyl ein aufmerksamer Gastgeber. Untergebracht wird die Delegation in der Albert-Schweitzer-Schule in Saalfeld. Anschließend geht es fünf Tage in ein Hotel nach Friedrichroda.

Gasteltern für ein Wochenende gesucht


Zu den Sommerferien gehört ein Wochenende in Familie. "Dieses Erlebnis wollen wir den Kindern unbedingt bieten", sagt Beck. Der Verein sucht nun Gasteltern, die vom 7. bis 10. August ein bis zwei Kinder bei sich aufnehmen würden. „Schön wäre es, wenn die Familien eigene Kinder hätten, das ist aber keine Bedingung.“


Kontakt:
Gasteltern wenden sich bitte an Ursel Scholz: 03671/530823
Ansonsten: info-verein@tschernobyl-saalfeld.org
Oder telefonisch bei Vereinschef Uwe Beck: 0170/8007336
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2 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 04.07.2014 | 07:57  
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Renate Jung aus Erfurt | 04.07.2014 | 14:04  
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