Von „very british“ bis „laissez-faire“ - Wahre Freundschaft kennt keine Grenzen – Geschwendaer Verein lebt europäisch

Jedes Treffen ist ein gesellschaftlicher Höhepunkt für die drei Nationen. (Foto: Wieland Kummer)
  Geschwenda: ... | Dass Völkerverständigung nur zwischen Frau Merkel und Monsier Sarkozy stattfinden soll, sieht Wieland Kummer gar nicht ein. Der Vizechef des Vereins
Internationaler Freundeskreis Geschwenda und dessen bislang 26 Mitglieder unter Vorsitz von Berg Heyer leben den europäischen Gedanken mindestens
seit dem Jahr 2006. Über das Internet lernten sich die kommunikationsfreudigen
Geschwendaer und Franzosen aus dem etwa 60 Kilometervon St. Tropez gelegenen Belgentier kennen, in dem schon Ludwig XIV. und die legendären
drei Musketiere weilten. Beim ersten Besuch verstand man sich auf Anhieb, nur mit der Verständigung haperte es. Französisch lernen lautete die Devise. Und so besuchten die Partner aus Geschwenda ein Jahr lang die Volkshochschule, um den Sprachdefiziten abzuhelfen.
„Den Partnerschaftsvertrag mit der 2000-Einwohner-Gemeinde Belgentier unterzeichneten wir auf dem Schlachtfeld“, erinnert sich Wieland Kummer an diesen höchst feierlichen Akt, „weil sich zu dieser Zeit die Schlacht bei Jena-Auerstedt zum 250. Male jährte“. In Belgentier lebe man vom Olivenanbau,
erzählt Kummer weiter. Die meisten Erwerbstätigen arbeiteten jedoch im
unweit gelegenen Toulon.
Vergangenes Jahr im November wurde die bis dato zweifache Partnerschaft
– Geschwenda ist seit 20 Jahren Partnergemeinde von Diemelsee in Hessen – um eine dritte erweitert. „Ein Jahr zuvor erhielten wir Kontaktanfragen von Interessierten aus Ringmer“, erinnert sich Wieland Kummer. Die kleine Stadt liegt etwa 50 Kilometer südöstlich von London in der Grafschaft Sussex. Mit dem Englisch klappte das auch ohne Lernphase und so trafen sich die vier befreundeten Gemeinden vergangenes Jahr zum Musikfest in Geschwenda,
das Wieland Kummer als besonderen Höhepunkt im Vereinsleben einordnet.
„Wir wollen den europäischen Gedanken fördern“, erklärt er. „Uns geht es um
Völkerverständigung, andere Sitten, Länder und Menschen kennenzulernen und dabei auch junge Menschen zu fördern. Wir wollen nicht gegeneinander
arbeiten, wie das Generationen vor uns taten“.
Die gegenseitigen Treffen sind stets mit einem Motto überschrieben. „2010 war
das der Sport, dieses Jahr die Musik“, erklärt Wieland Kummer. Für das Wölfiser
Jugendblasorchester habe es stehende Ovationen gegeben (linkes Foto). Dass andere Vereine in die Treffen integriert werden, ist ein Selbstverständnis.
„Wir wollen den Kontakt auf möglichst breiter Ebene herstellen.“
Der Freundeskreis Geschwenda hat die völlig unterschiedlichen Mentalitäten der britischen und französischen Partner schätzen gelernt. „Die Leichtigkeit der Franzosen steht manchmal im krassen Gegensatz zum ‚very british‘“,
schmunzelt Wieland Kummer. „Aber wenn alle drei Nationen beieinander sind,
fließt alles ineinander. Es sind immer ganz besondere Erlebnisse, die jedes
Treffen zu einem gesellschaftlichen Höhepunkt erheben“ (rechtes Foto).
Der nächste Höhepunkt steht im Herbst bevor. Vom 19. bis 24. Oktober sind die Geschwendaer zu Gast in Ringmer. Das Motto steht zwar noch nicht fest, aber im Bus sind noch Plätze frei. Wer Lust hat, diese Reise mitzumachen, wird gebeten, sich beim Verein oder der Gemeindeverwaltung zu melden.
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