1. Sinfoniekonzert der Staatskapelle Weimar

Solistinnen der Staatskapelle Weimar spielten im Einklang.
„Die achtsaitige Riesengeige“
Der Oktober begann mit Kunstgenuss. Am 1. 10. fuhren wir nach Weimar ins Konzert. Es erklangen für uns als 1. Sinfoniekonzert Leosè Janàcêks Sinfonietta op.60 und Johannes Brahms Konzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op.102. Wir kamen im vollbesetzten Bus in die ausverkaufte Weimarhalle, erlebten die vollzählige Staatskapelle Weimar unter ihrem engagierten Dirigenten Stefan Solyom und mit den zwei erstklassigen Solistinnen, Catharine Manoukian (Violine) und Marie-Elisabeth Hecker (Violoncello).
Der allseits beliebte Dirigent begrüßte seine zahlreiche Fangemeinde erfreut, war sich nicht zu gut, Ankündigungen in Witzchen zu kleiden: „Die Violinistin hat Halsschmerzen und spielt trotzdem. Die Cellistin spielt trotz überdehnter Schultersehnen. Ich habe neue Schuhe, die tun weh. Aber ich……“ Der Rest ging im Gelächter unter.
Dann erklang die festliche Fanfarenmusik, der Beginn der Sinfonietta, folgten die Sätze Allegretto, Andante, Moderato, Allegretto und Allegro. Kurze durchsichtige kammermusikalische Passagen wechselten mit kontrastierenden Ausbrüchen großer Schroffheit und Dramatik, mit starkem slawischem Kolorit und schmerzenden Dissonanzen. Abwechslungsreich und mitreißend! Würde ich das ohne Ohrenschmerzen überstehen.
Wie erwartet war auch die Pause für mich anstrengend: Zwischen wandelnden, plaudernden, trinkenden Konzertbesuchern Getränk genießen, notwendige Gänge treppab, treppauf über Parkett, vorbei an getäfelten Wänden und riesigen Spiegeln, das strapaziert meine kranken Augen. Wohltuend die Ruhe und Fürsorge meines Begleiters sowie die Vorfreude auf Brahms VERSÖHNUNGSKONZERT, das ich mit geschlossenen Augen hören wollte.
Aber der zweite Teil des Sinfoniekonzertes bot nicht nur Ohren-, sondern auch Augenschmaus. Da kann ich die Augen nicht schließen. Ich muss nach dem Motto „Trink, oh Auge, was die Wimper hält!“ genießen. Vorn standen zwei hervorragende junge Solistinnen, so virtuos spielend, so verschieden und beide von betörender Schönheit. Die dunkelhaarige Geigerin, klein, von zierlichem Wuchs, in schlichtes Schwarz gekleidet, das nur mit wenig Stickerei verziert war, ließ die Geige erzählen, singen, jubilieren, stöhnen, weinen, lachen.
Die blonde Cellistin in Rot, rank und schlank, schien mit ihrem Instrument verwachsen zu sein, ihm ohne Anstrengung, gleichsam traumwandlerisch Melodien zu entlocken. Wie selbstverständlich schien sie in der Musik zu leben, mit geschlossenen Augen zu greifen, zu streichen und hingebungsvoll zu lauschen. Atemlos lauschten auch wir, hielten noch nach dem letzten Takt den Atem an.
Dann brauste Beifall auf, erklangen Bravorufe. Die eben noch wetteifernden Solistinnen lagen sich in den Armen. So wie Brahms Doppelkonzert sollte jeder Wettstreit enden!
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2 Kommentare
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Joachim Kerst aus Erfurt | 06.10.2012 | 10:49  
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Karin Jordanland aus Artern | 06.10.2012 | 16:43  
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