Alle Jahre wieder

Nachträglich Rosen für die Theatergruppe Wiehe/Donndorf als Dankeschön
Ein russisches Märchen in Wiehes Stadtpark
Als ich erfuhr, die Theatergruppe Wiehe/Donndorf will Klein und Groß mit dem russischen Märchen „Feuer, Wasser und Posaunen“ erfreuen, war mir klar, welch schwere Aufgabe sich die Laienschauspieler gestellt hatten. Russische Märchen haben einen anderen Charakter als deutsche. Ihr Figurenensemble ist größer, die Schauplätze wechseln öfter. Auch Nebenfiguren sind als Charaktere durchgezeichnet. Das bedeutete: Die schauspielernden Theaterfreunde mussten ein Prosamärchen in ein Schauspiel verwandeln, brauchten viele Kostüme und Kulissen verschiedenster Art, dazu untermalende Musik und Beleuchtung und natürlich Zaubereffekte, wollten sie das hohe Niveau ihrer bisherigen siebzehn Märchenaufführungen in der achtzehnten beibehalten.
Mit Interesse las ich das Programm, das auch am Abend des 2. 12. 2011 für alle bereitlag, stellte fest: „Längst bekannte 15 Darsteller, variierter Liedtext zu KALINKA. Mehrfachbesetzung war notwendig. Welche Bühnenbilder würden uns hinterm Vorhang erwarten?“ Ruhe im vollbesetzten Saal verriet Hochspannung. Verstärkt wurde diese von der Erzählerin. „Gut, Diana. Das kannst du auch. Trotzdem hätte ich dich lieber als Darstellerin gesehen“, ging es mir durch den Kopf.
Der Vorhang teilte sich, das Märchen nahm uns in seinen Bann. Das Zicklein, Dianas Sohn Louis, wurde gesucht, gefunden. Christin als Aljonuschka, das Hirtenmädchen, verliebte sich auf den ersten Blick in den sympathischen Burschen Wassja, gespielt von Heike. Die Drei und die Erzählerin begleiteten uns anderthalb Stunden durch russische Märchenwelten: dichten Wald, prächtige Schlösser zu Land und unter Wasser, dunkles Turmverließ und frohes Hochzeitsfest. Sie meisterten ihre tragenden Rollen mit Bravour. Dank euch. Ausdauer, Schläue, treue Liebe ließen sie siegen im Kampf gegen das unsterbliche Gerippe (Karola) und seine Schergen. Sie überwanden schrecklich qualmende Feuersbrunst. Wir Zuschauer lachten lauthals. Die Feuerwehrleute unter ihrem schnauzbärtigen Feuerwehrhauptmann (Karin) waren urkomisch: gleiche Uniformen, ungleiche Figuren verstärkt durch Ausstopfung, trottelig, dümmlich gehorchend, wodkasüchtig. Die Erzählerin sprach aus, was alle dachten: „Ach, wie gut, dass Wiehe eine tüchtige Freiwillige Feuerwehr hat!“ Das Schloss war abgebrannt, gerettet von Wassja nur seine Bewohner, aber die vom Unsterblichen Gerippe entführte Aljonuschka war nicht bereit, den Alternden zu heiraten. „Warum? Ich hab schon `nen Bräutigam“ entgegnete sie und blieb lieber im finsteren Turm.
In den Riesensack gepfercht, ins Meer geworfen, landete Wassja auf dessen Grund. Hier in der Unterwasserwelt bei seiner Wässrigkeit zwischen den ertrunkenen Erdlingen löste er mit Schläue die zweite Aufgabe. Er vertrieb des Herrschers GRÜNE LANGEWEILE, was den Kalinka-Tänzerinnen trotz aller Komik nicht gelungen war, mit Lesen. Wassja errang damit sich und den Ertrunkenen die Rückkehr zur Erde. Gut der Hinweis der Erzählerin: „ Kinder, ihr seht, wie wichtig es ist, lesen zu können.“
Auch als Wassja in Meerestiefe kämpfte, blieb seine Braut ihm treu. Das erboste Unsterbliche Gerippe befahl seinen Dienern, ihn durch die Klänge schmeichelnder Posaunen zu verführen. Schwerste Aufgabe für Wassja. Als er Schmeicheleien, Artigkeiten, Komplimenten, Lobhudeleien fast erlegen wäre, erinnerte ihn das Zicklein an die Braut im Turm. Er widerstand den Posaunen, befreite Aljonuschka. Die Hochzeit wurde gefeiert.
Leider fehlten auf dem Fest die erlösten Tänzerinnen; denn Feuerwehrhauptmann und einige durstlöschende Feuerwehrleute waren wieder in ihre Uniformen geschlüpft. Märchenhaft viel kann die Theatertruppe leisten, Unmögliches nicht. Beim Abschlussbild sah jeder deutlich: Nur fünfzehn Märchendarsteller, Diana als Erzählerin, Anita, Verantwortliche für Musik und ein Beleuchter hatten uns dieses zauberhafte Märchenvergnügen bereitet.
Euch allen und euren Helfern herzlichen Dank.
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8 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 05.12.2011 | 23:36  
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Hannelore Grünler aus Artern | 06.12.2011 | 04:14  
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Lutz Leipold aus Ilmenau | 06.12.2011 | 09:23  
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Karin Jordanland aus Artern | 06.12.2011 | 09:28  
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Gunter Linke aus Saalfeld | 06.12.2011 | 16:20  
3.760
Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 06.12.2011 | 20:02  
3.878
Karin Jordanland aus Artern | 06.12.2011 | 20:28  
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Petra Seidel aus Weimar | 27.12.2011 | 19:15  
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