Das Kyffhäuserdenkmal hat einen neuen Betreiber und ist so schön, wie es noch nie war

Thomas Knorr, ­Geschäftsführer der Kur & Tourismus GmbH Bad Frankenhausen, am Kyffhäuserdenkmal, das die Gesellschaft seit 1. April betreibt. Foto: Rosenkranz
Bad Frankenhausen/Kyffhäuser: Kyffhäuserdenkmal |

Die Kur & Tourismus GmbH ist der neue Betreiber des Kyffhäuserdenkmals. Zum Start spricht Geschäftsführer Thomas Knorr über Arbeit, Ideen und Angebote.

Mit der Kur und Tourismus GmbH Bad Frankenhausen hat der Kyffhäuser seit 1. April einen neuen Betreiber. Läuft alles schon wieder in geregelten Bahnen?
Wir sind soweit zufrieden. Wir konnten gleich am 1. April 120 Besucher verzeichnen. Trotz dass vorher freie Eintritte gewährt wurden, gab es keine Nachfragen und es war das schönste Wetter. Wir haben, glaube ich, zu einem günstigen Zeitpunkt das Kyffhäuserdenkmal übernommen. Es ist wieder enthüllt und so schön wie es noch nie war.

Welche Arbeiten müssen noch erledigt werden, damit es richtig losgehen kann?
Wir sind in der Übergangsphase, wovon der Gast allerdings nichts mitbekommt. Bis zum 13. April haben wir den Betrieb vom Landratsamt als Pächter übernommen. Derzeit wickeln wir die geschäft­lichen Dinge mit dem Insolvenzverwalter ab, überprüfen was wir behalten und was versteigert wird. Überwiegend wird neu eingerichtet. Das Bistro zum Beispiel bekommt einen neuen Fußboden und eröffnet zum 14. April. Pächter ist der Burghof Kyffhäuser.


Warum hat die endgültige Entscheidung der Stadt, das Denkmal zu übernehmen, so lange gedauert?
Weil wir erst einmal die Zahlen und Fakten brauchten, um eine genaue Kalkulation zu machen. Wir haben bis zum letzten Punkt gerechnet, bevor wir entschieden haben, welches Angebot wir abgeben. Natürlich haben Bedingungen, wie der freie Eintritt über zwei Monate, die Entscheidung nicht unbedingt leichter gemacht.


Kann man das Denkmal ohne Zuschüsse überhaupt rentabel betreiben?
Das Kyffhäuserdenkmal ist rentabel führbar. Man muss natürlich eine gewisse Besucherzahl erreichen. Bis vor der Baumaßnahme hat man gesehen, dass es Gewinn gemacht hat, wodurch im Tourismusverband zum Beispiel Touristinformation oder die Vermarktung der Kyffhäuserregion finanziert wurden. Die Besucherzahlen lagen zwischen 150 000 und 170 000 pro Jahr. Diese wollen wir natürlich auch erreichen. Vielleicht nicht im ersten Jahr aufgrund der bekannten Bedingungen.


Viele Gäste haben die Zeit des freien Eintritts genutzt. Wie wollen Sie die Besucher jetzt anlocken?
Das Kyffhäuserdenkmal ist das zweitgrößte Nationaldenkmal Deutschlands und damit steht fest, dass es weiterhin Besucher aus ganz Deutschland und dem Ausland anziehen wird. Wir haben schon viele Anfragen von Reiseunternehmen. Zudem starten wir in den Sommerbetrieb, die Freiluftsaison und gehen davon aus, dass die Besucherzahlen wieder steigen.


Bestimmt sind besondere Aktionen geplant?
Ja. Für die Bewerbung ist auch ein Marketingkonzept abgegeben worden mit zahlreichen Programmpunkten und innovativen Ideen.Zunächst wird es am 14. April eine Eröffnungsveranstaltung für und mit unseren Partnern, Bürgermeistern aus der Region und politischen Akteuren geben. Wir wollen unsere Zusammenarbeit ausbauen. Die erste Veranstaltung unter uns als neuem Betreiber ist dann die Ostereiersuche am Ostersonntag von 11 bis 17 Uhr. Es werden über 1000 Ostereier versteckt, der Osterhase ist da und es gibt weitere Aktionen für die Kinder.


Verraten Sie noch mehr?
Wir haben Veranstaltungen geplant, die es hier so noch nicht gab. Die meisten vor dem Hintergrund der Geschichte des Denkmals und der Burg. Beispielsweise soll das Mittelalterfest attraktiver werden.


Damit wollen Sie sicherlich nicht unbedingt nur die auswärtigen Gäste, sondern die Bürger aus der Region, die das Denkmal schon kennen, hochlocken. Oder?
Das ist nur die Hälfte. Besondere Veranstaltungen sprechen die Menschen in der Region an. Aber größere Konzerte mit bekannten Musikern, wie zum Beispiel „Barbarossa rockt“ werden sicherlich deutschlandweit Gäste anziehen.
Aber auch Werbemaßnahmen müssen wir nach und nach ausbauen. Synergieeffekte ergeben sich durch die Stadt Bad Frankenhausen, wo ich auch gleichzeitig Leiter Stadtmaketing bin. Auf unseren Werbetafel an der B85 in Bad Frankenhausen werden wir verstärkt das Kyffhäuserdenkmal bewerben sowie auch auf unseren Dienstwagen. Ein Imagevideo „Kyffhäuser im neuen Glanz“ für die Homepage und Youtube ist ebenso geplant.
Es gibt zudem eine Vereinbarung mit der Stadt Sondershausen, dass wir dieses Jahr gemeinsam auf Messen gehen, bis sich ein neuer Verband für die Region Kyffhäuser gegründet hat, der auch Nordhausen einbeziehen wird. Wir werden uns beispielsweise auf der Messe Reisen und Caravan in Erfurt, den Leipziger und Berliner Messen präsentieren.
Und dann sind da noch die Scheinwerfer, die das Denkmal nachts erleuchteten, jedoch die letzten Jahre nicht mehr. Das soll wieder erfolgen. Damit können wir Aufmerksamkeit erregen. Die Autofahrer der A38 können wunderbar zum Kyffhäuser gucken. Sie sollen sehen, dass es hier weitergeht mit frischem Wind und innovativen Ideen.


Warum die Umbenennung der Kur-GmbH in Kur & Tourismus GmbH Bad Frankenhausen?
Wir haben den Geschäftsnamen geändert, denn darin war nicht geregelt, dass wir das Denkmal betreiben dürfen, welches außerhalb unserer Stadt liegt. Das musste in den Vertrag aufgenommen werden. Der eigentliche Grund ist, dass wir mittlerweile mehrere touristische Einrichtungen neben den Kurmittelhäusern und der Kyffhäusertherme dazubekommen haben. Das sind unter anderem die Touristinformation, der Fahrradverleih, Wohnmobilstellplatz, Minigolfanlage, Schausieden. Alles soll sich im Namen der Gesellschaft widerspiegeln, sodass der Gast weiß, wir sind nicht nur eine Kureinrichtung, sondern auch eine Tourismusgesellschaft.


Werden die Beschäftigten vom Tourismusverband übernommen?
Wir sind froh, dass wir drei Mitarbeitern des Verbandes bei uns eine Anstellung geben konnten. Das sind Kräfte, die jahrelange Erfahrung und gute Arbeit geleistet haben. Es gibt aber auch neue Mitarbeiter.



Würden Sie sich von irgendeiner Seite noch Unterstützung wünschen?
Gute Frage. Vorwegnehmen muss ich aber, dass es eine sehr unkomplizierte Zusammenarbeit war beim Übergang. Matthias Deichstetter und die Landrätin Antje Hochwind haben sehr flexibel und sehr schnell reagiert.
Auch mit den Bauverantwortlichen im Landratsamt konnten wir kurzfristig noch einige Dinge abstimmen, die wir für die Zukunft planen. Wie zum Beispiel eine neue Freiterrasse auf dem alten Spielplatz. Wir machen uns auch Gedanken, wie wir für die Familien noch mehr Spielmöglichkeiten schaffen können.
Behördliche Probleme haben wir nicht. Auch in der Stadt erfolgten die Entscheidungen reibungslos. Man wusste, in Bad Frankenhausen hat der Gast den Kyffhäuser schon immer über Bad Frankenhausen gesehen. Wir wollten gern die Betreibung übernehmen, da wir bei den Übernachtungszahlen auch sehr am Kyffhäuser hängen. Von daher ist ein Bezug zwischen Bad Frankenhausen und dem Kyffhäuser schon immer gegeben gewesen.


Eine emotionale Frage: Sind Sie aufgeregt?
Nein, aufgeregt bin ich nicht, aber ehrlich gesagt habe ich Respekt vor der Aufgabe und dem geschichtsträchtigen Denkmal. Es ist eine neue und spannende Aufgabe.


Ralf Rödger hat ein Buch über das Kyffhäuserdenkmal, den Berg, die Burg und das Gebirge geschrieben.
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