Das Lieblingsstück des Museumschefs: Historiker aus einem Guss

Enge Bindung: Gottfried Braasch vom Rankemuseum in Wiehe mit seinem Lieblingsstück, der Büste des Leopold von Ranke. Foto: Rosenkranz
Wiehe: Rankemuseum | Gottfried Braasch vom Rankemuseum in Wiehe
- 26. bis 28. September; Festwochenende zu "20 Jahre Rankemuseum und Rankeverein Wiehe"

Das kleine Rankemuseum im Keller des Rathauses in Wiehe wirkt gemütlich. Alte Schränke mit noch älteren Büchern und Schriften, die Wände zieren Fotos und Bilder aus vergangener Zeit. Mit Leihgaben und Geschenken vieler Leute konnte der Rankeverein dieses Museum gestalten und 1994 eröffnen. Er widmete es dem in Wiehe geborenen Historiker Leopold von Ranke und dessen Brüdern.

„Die Familie Ranke flatterte zwar auseinander, aber ihren zentralen Punkt hat sie in Wiehe“, betont Gottfried Braasch, Vorsitzender des Rankevereins. „Alle vier Rankebrüder haben auch ihren Platz hier. Aber keinen Ehrenplatz.“ Die Büsten der vier stehen in den Fenstern, wobei jene des Leopold von Ranke das Lieblingsstück von Braasch ist.

„Sie steht seit 18 Jahren im Museum und war auch die erste, die nach der Wende nach Wiehe kam. Diese Büste trägt die Jahreszahl 1866. Es handelt sich um einen Guss von Gladenbeck und ein Kunstwerk des Bildhauers Friedrich Drake aus Berlin“, weiß der 79-jährige Rankefan. Dieses wertvolle Museumsstück ist das Geschenk eines Rankenachfahrens aus Stolberg bei Aachen – Giesbert Bäcker von Ranke. Seine Mutter Ermentrude war eine Enkelin von Leopold von Ranke. „Als damals abzusehen war, dass wir die Büste bekommen, da könnte man sagen, bin ich vor Freude in die Luft gesprungen. Ich konnte sie gar nicht schnell genug abholen“, erinnert sich der ehemalige Pfarrer.

Gottfried Braasch beschäftigt sich seit 1986 intensiv mit der Familie Ranke, Leopold von Ranke und seinen Leistungen auf dem Gebiet der Geschichtsschreibung. In jenem Jahr gestaltete er auch die erste Ausstellung zur Familie in der Bartholomäuskirche in Wiehe. „Man kam auch nicht früher an die Literatur“, erzählt Gottfried Braasch, der Rankes Bücher kaufte, sobald sie zum Verkauf freigegeben waren.

Mittlerweile gibt es im Museum die Publikationen aller Geschwister, aber - bis auf wenige Teile - auch den gesamten schriftlichen Nachlass Rankes. „Ich mag alle vier Brüder, aber Leopold von Ranke trieb sich nicht irgendwo herum. Er saß auf der Mauer und las Bücher. Das lag mir auch immer und da sehe ich meine Verbindung zu ihm“, begründet Gottfried Braasch die Wahl seines Lieblingsstückes.

Mit Lesen und Lernen kam Ranke also zum Erfolg. Sein eigenes erstes Werk „Die Geschichte der germanischen und romanischen Völker“ brachte ihm die Berufung zum Professor an der Berliner Universität. Später folgten weitere Auszeichnungen und Ehrungen. 1865 wurde er in den Adelsstand erhoben. Leopold von Ranke gilt als Begründer der modernen Geschichtswissenschaft. In Wiehe wird sein Schaffen bis heute im kleinen Rankemuseum gewürdigt.

Rankemuseum
Adresse: Leopold-von-Ranke-Straße 33 in Wiehe
Öffnungszeiten: nach Vereinbarung (Ansprechpartner Gottfried Braasch)
Kontakt: Telefon 03 46 72 / 8 22 33 oder 03 46 72 / 8 90 und E-Mail: braasch.rankeverein@online.de

Termin: 26. bis 28. September; Festwochenende zu "20 Jahre Rankemuseum und Rankeverein Wiehe


Die Lieblingsstücke auf einen Blick
Heimatstube Leubingen
Museum Kölleda
Museum Sömmerda
Heimatmuseum "Alte Schule" in Wiehe
Regionalmuseum Bad Frankenhausen
Traditionsbauernhof Straußfurt
Rankemuseum Wiehe
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