Geisterstunde im Schloss Wiehe mit dem“ Schatz des Kalman von Wiehe“

Wiehe: Schloß | Für das erste Quartal 2016 hat sich der Förderverein Schloss Wiehe e.V. für die Veranstaltungsreihe „Geisterstunde im Schloss“ dieses ganz besonders interessante Thema für die Stadt und unsere Region vorgenommen.

Der Schatz des Kalman von Wiehe
1998 wurde bei einer Ausgrabung in der Erfurter Altstadt ein umfangreicher Schatzfund entdeckt. Unter der Mauer eines Kellerzugangs waren Silbergeschirr und Schmuckstücke, silberne Münzen und Barren aus dem ausgehenden 13. und der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts vergraben worden. Die Lage der Fundstelle mitten im jüdischen Quartier als auch Teile des Schatzinventars, vor allem ein jüdischer Hochzeitsring, deuten auf eine jüdische Familie als ehemalige Besitzer. Aufgrund der Datierung des Schatzinventars lässt sich die Verbergung mit dem Progrom vom 21.März 1349 in Verbindung bringen. An diesem Tag erreichte die Welle der Judenverfolgungen , die im Zusammenhang mit dem Ausbruch der Schwarzen Pest von Süddeutschland aus nach Norden lief, auch Erfurt. Unter dem Vorwand, die Juden hätten die Brunnen vergiftet, wurde das jüdische Viertel angegriffen. Bei den Ausschreitungen brannte das Viertel um die Synagoge ab und die gesamte jüdische Gemeinde kam um, die mit etwa 1000 Mitgliedern und bedeutenden Gelehrten eine der wichtigsten ihrer Zeit war. Als letzter nachweisbarer Eigentümer des Grundstückes vor dem Progrom kommt der jüdische Geldhändler Kalman von Wiehe als ehemaliger Besitzer des Schatzes in Frage. Er überlebte nachweislich den Progrom von 1349 nicht.

Als Referentin konnte Frau Dr. Stürzebecher vom Kulturdirektorat der Stadt Erfurt gewonnen werden. Maria Stürzebecher ist Kunsthistorikerin und hat über den Erfurter Schatz promoviert. Durch ihre Forschung wurden die gotischen Goldschmiedearbeiten aus dem Fund zum ersten Mal in den Gesamtbestand eingeordnet und gleichzeitig als historische Quelle ausgewertet. Von 2007 bis 2009 arbeitete sie am Ausstellungskonzept des Museums Alte Synagoge Erfurt. Seit 2009 ist sie mit der wissenschaftlichen Grundlagenarbeit in Vorbereitung der UNESCO-Bewerbung der Stadt Erfurt mit den Bau- und Sachzeugnissen der jüdischen Gemeinde im Mittelalter befasst.

Mit diesem hochinteressanten Thema und mit dieser fachlich versierten Referentin dürfte sich die Geisterstunde am Freitag, den 18.03.2016 um 19.00 Uhr im Gewölbekeller des Schlosses Wiehe mit den besten Empfehlungen präsentieren und sollte schon jetzt im Terminkalender einen festen Platz erhalten.

Wilhelm Willomitzer
Vorsitzender Förderverein Schloss Wiehe e.V.
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