Händeloper "Alcina"

ein Erbstück
Opern-Abend in drei Akten

Erster Akt: Hinfahrt im überfüllten Bus
Kassiert wird bevor wir in den Bus steigen oder im Bus für Eintrittskarten und Fahrt von zwei Helferinnen des Organisators unserer Theaterfahrten. So konnte es passieren, dass zwei Theaterfreunde, die sich nicht angemeldet hatten, zwar abkassiert wurden, aber keine Karten erhalten konnten. Da sie bereits seit Roßleben im Bus saßen, fehlten nun zwei Sitzplätze für die in Wiehe Einsteigenden; denn die Theaterfahrt war mit 51 Teilnehmern ausgebucht. Diese Tatsachen sorgten natürlich für aufgeregte Diskussionen, bis sich herausstellte, dass die beiden Stammtheaterbesucher sich nicht an die vom Organisator verkündete Regel gehalten hatten: „Meldet euch zu jeder Veranstaltung rechtzeitig bei mir an!“ Wir hatten diese Bitte auch schon missachtet und mussten daher auf ein Konzert verzichten. Als ich das den Säumigen sagte, glätteten sich die Wogen der Erregung. Wir sind kein fest abonnierter Theaterring. Zum Glück bekamen die beiden an der Abendkasse Karten. Das war bei diesem Programm gar nicht so sicher.
Zweiter Akt: „Alcina“ (Oper von Händel)
Am Samstag war Premiere gewesen. Im Vorfeld war die Aufführung im Rundfunk und in der Tagespresse vollmundig gerühmt worden, gerühmt die musikalische Leistung der Orchestermusiker und Sängerinnen und Sänger, aber auch die musikalische Leitung, Regie, Dramaturgie, Gestaltung des Bühnenbildes und der Kostüme. So waren alle, Alt und Jung, voller Erwartung, und sie wurden nicht enttäuscht. Eine Dame in meinem Alter erzählte, sie habe dieses Mal ihre Mutter mitgebracht. Das passe doch wegen der herrlichen Barockmusik Händels. Daran musste ich denken, als zur wirklich schönen Musik auf der Zauberinsel, die der Lust, dem Genuss und der Untätigkeit geweiht ist, Sex im Liegen, Sitzen, Stehen geboten oder zumindest angedeutet wurde. Zwei Akten voller erotischem Geschehen folgte der dritte mit Pistolenknallerei und Umsinken der Toten. Als Abschluss und Fazit wurde am Opernschluss, als sich das Inselreich, Land des Begehrens und der freien Phantasie, in Luft aufgelöst hatte, für mich und andere verwirrend verkündet: „Liebe ist eine Krankheit des Hirns.“
Dritter Akt: aufgeregte Heimfahrt in verschiedenen Fahrzeugen
In Bacha stellte der Busfahrer sein von einer Panne befallenes Gefährt am Straßenrand ab und erklärte, dass er weder schalten noch bremsen könne, da die Kompressordichtung kaputt sei. Nach einigen organisatorischen Telefonaten ging die Fahrt getrennt weiter. Wir zwei erreichten unser Heim kurz nach 24 Uhr per PKW, von der Busfahrer-Ehehälfte helfend herangefahren, damit der Busfahrer einen 37er Bus aus der Garage holen könne. Vor uns waren nur ein paar Leutchen im Privat-PKW und im VW-Kleintransporter abgeholt worden. Gegen 1 Uhr müssten alle ihr Zuhause erreicht haben. Ein langer anregender, aufgeregter Opernabend voller Musik, Erotik und Überraschungen!
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5 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 04.03.2012 | 02:03  
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Karin Jordanland aus Artern | 04.03.2012 | 09:10  
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Renate Jung aus Erfurt | 04.03.2012 | 12:23  
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Uwe Zerbst aus Gotha | 05.03.2012 | 09:50  
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Hannelore Grünler aus Artern | 05.03.2012 | 13:28  
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