Hoffnung Schöpfen

Bad Frankenhausen/Kyffhäuser: Oberkirche | Neigungsgeschwindigkeit des Oberkirchturmes reduziert/Weitere Spendenaktionen geplant

Die neuesten Messungen des schiefen Turmes der Oberkirche von Bad Frankenhausen geben Anlass zu neuer Hoffnung. Darauf baut auch Bürgermeister Matthias Strejc. Immerhin hat sich die Neigungsgeschwindigkeit von 49 auf 21 Millimeter pro Jahr reduziert. Das ist eine Reduktion von fast 50 Prozent. Ein Erfolg der ersten Stabilisierungsmaßnahmen vor einigen Jahren.

Aber lässt sich die weitere Neigung des Turmes ganz verhindern? "Das glaube ich kaum", so die Prognose des Prüfstatikers Dr. Josef Trabert.

Dafür hat man aber wieder einmal ein neues Baukonzept auf den Tisch gelegt, das zur Stabilisierung des wohl schiefsten Turmes der Welt führen soll. Es verspricht eine Lösung von Dauer. Doch auch diese kostet jede Menge Geld. Eine Millionen Euro sind veranschlagt und müssen nun erst einmal eingespielt werden.

Die bisherigen Spendenaktionen waren leider noch nicht so erfolgreich, dass man von Rettung sprechen könnte, obwohl Zuwendungen aus allen Regionen Deutschlands eingegangen sind. Aber noch geben Stadt und Förderverin das Denkmal nicht auf. Das Benefizkonzert vom letzten Freitag hat den Spendenstand erneut erhöht. Er liegt aktuell bei 36325 Euro.

Weitere Aktionen sind geplant, so der offene Kreativtag am 23. März, der Lauf mit Start und Ziel an der Oberkirche - mit dabei Olympiasieger Nils Schuhmann - und ein Osterspaziergang. Für Feinschmecker ein besonderes Highlight und ein guter Grund Geld zu investieren, soll die Gourmetveranstaltung am 6. Mai im Achteckhaus Sondershausen werden.

Sollten die Spendenaktionen nicht die gewünschte Summe erzielen, will Bürgermeister Strejc noch einmal beim Land für den bereits sehr bekannten Kirchturm werben. Doch die Zeit drängt. Die Rettung des Bauwerkes gelingt nur, wenn für die Untergrundstabilisierung und für die Nachjustierung eine Million Euro bis zum 31. Mai 2011 gesammelt werden. Ansonsten wird das Denkmal definitiv noch in diesem Jahr abgerissen.

Sollte das Geld aber zusammengekommen, will man die Kirche mit zwei krakenähnlichen 15 bis 20 Meter langen Armen stützen. Gleichzeitig soll der Untergrund weiter stabilisiert werden. Die Variante Beton in den Boden einzubringen, wurde schnell ausgeschlossen, da eventuell der Kurbetrieb gefährdet werden könnte. Denn der Solefluss würde wahrscheinlich beeinträchtigt werden. Auch Stahlseile wurden verworfen. Sie seien zu teuer.

Die Landeskirche als Eigentümer hingegen bleibt bei ihrem Standpunkt und wird sich nicht an einer weiteren Finanzierung beteiligen. Sie glaubt nicht an den Erfolg einer weiteren Maßnahme zur Stabilisierung. Eines ist jedenfalls sicher, der 56 Meter hohe Kirchturm ist mittlerweile gut 4,41 Meter aus dem Lot und für Bad Frankenhausen eine Touristenattraktion. Für die Oberkirche heißt es fünf vor zwölf.

SPENDENKONTO Förderverein Oberkirche Bad Frankenhausen e.V. Deutsche Kreditbank Kto.Nr.: 109 224 41 BLZ: 120 300 00
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