In eigener Regie

Bald Vereinsmitglieder: Stefan Hilbrecht und Dirk Köhler. Fotos: Axel Heyder
Verein aus Wiehe will künftig das Freibad selbst betreiben


Von Axel Heyder

WIEHE. Eigeninitiative ist gefragt in Wiehe. Denn: Die Stadt kann ihr schönes Freibad, das die Bürger der Stadt von 1956 bis 1958 einst selbst errichtet haben, nicht länger betreiben.

 Dass Schwimmbäder nahe­zu immer Minusgeschäfte sind, ist bekannt. In großen Städten lassen sich die Differenzen durch Einnahmen an anderer Stelle ausgleichen. Deutlich schwieriger ist das in einer 2800-Seelen-Gemeinde wie Wiehe. 2013 würde das Bad vor dem Aus stehen. Wenn da nicht einige Bürger der Stadt an einer Lösung arbeiteten. Sie wollen den Schwimmbadbetrieb in die eigene Hand nehmen.

 9100 Badegäste kamen im Schnitt in den vergangen Jahren. Gerade für Rentner und Kinder – finden die Menschen in Wiehe – wäre es nicht zumutbar, sie in weiter ­entlegene Bäder zu schicken.

 Doch so ein Bad kostet, in Zahlen rund 55 000 Euro im Jahr – da sind die Einnahmen bereits eingerechnet. Etwa 45 000 Euro davon entfielen in den vergangen Jahren allein auf Personalkosten.

 Hier will der Verein sparen und vieles selbst leisten. „Wir haben mit allen maßgeblich beteiligten Behörden (Bäderaufsicht, Ordnungsamt und Kommunalaufsicht) gesprochen und grünes Licht bekommen“, erklärt Dirk Köhler, der derzeit maßgeblich an der Gründung des Vereines arbeitet. Der vorläufiger Haushaltsplan sieht Ausgaben in Höhe von knapp 32 000 Euro jährlich vor. „Das Delta werden wir mit Pacht vom Schwimmbadkiosk und Eintrittsgeldern decken. „Außerdem sollen Veranstaltungen wie Musik, Kinoabende oder Turniere Geld für den Erhalt der Schwimmbades bringen“, erklärt Stefan Hilbrecht, weiterer Mitkämpfer und Initiator. Mindestens 25 Bürger haben ihre Mitgliedschaft im Verein beurkundet.

 Durch eine Haushaltssperre war Wiehe durch die Kommunalaufsicht gezwungen, die freiwilligen Leistungen auf zwei Prozent des Haushalts­volumens zu reduzieren (zusammen etwa 50 000 Euro).
Die Mitglieder des „Familienbad Hohe Schrecke e.V.“, der sich am 23. Februar offiziell im Stadtpark gründen will, wollen das Bad in jedem Fall retten. Mit 25 000 Euro Zuschuss will die Stadt, die diese Idee gutheißt, den Verein in den ersten Jahren unter­stützen.
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Hannelore Grünler aus Artern | 01.03.2013 | 05:59  
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