Liebende ruft nicht den Neid der Götter wach! Ihre Rache könnte furchtbar sein.

Laut Sagen u. Sexualwissenschaft empfinden Frauen neunmal mehr Liebeslust als Männer. Woran mag das liegen?
Heras Rache
Einst, zu antiken Urzeiten hütete der Schafhirt Eueres seine Herde. Wenn die Tiere ruhig grasten, sammelte er Kräuter für den Winter oder schnitzte sich aus einem Holunderstab eine Flöte zum Zeitvertreib. Gern blies er auf seinem Instrument wie die Tiere der Lüfte, und die Vögel antworteten ihm mit ihrem Gesang. Doch nicht nur das Federvolk lauschte dem Spiel des Hirten. Hoch oben in einem Baum saß versteckt durch das Laub Chariklo, eine göttliche, wunderschöne Dryade. Die Baumnymphe hatte sich in Eueres verliebt. Eines Tages vereinten sich Schafhirt und weibliche Naturgottheit in ihrem Spiel. Da ward Teiresias gezeugt.
Sein Vater zeigte dem Knaben die Pflanzen der Erde. Seine göttliche Mutter lehrte ihm die Lieder der Lüfte. So wuchs Teiresias zum Manne heran. Fremd waren ihm die Brunst des Wildes, die Begattung der Haustiere. Nie hatte er die Beschälung bei Pferden erlebt.
Später wurde Teiresias ein Priester des Zeus. Als er eines Tages am Berg Kyllini auf sich begattende Schlangen traf, tötete er voller Ekel das Weibchen. Zur Strafe für diesen Frevel an der Natur wurde er zur Frau, diente Hera als Priesterin, heiratete und bekam Kinder. Sieben Jahre durchlebte er alle Lust, alles Leid von Eheweib und Mutter, dann traf er wieder auf ein Paar kopulierender Schlangen. Dieses Mal tötete er das Männchen und wurde wieder zum Manne. Teiresias kannte durch seine Verwandlungen Liebeslust und Liebesleid beider Geschlechter. Er konnte sich ebenso gut in Männer wie in Weiber einfühlen. Das wurde ihm zum Verhängnis.
Gottvater Zeus und sein Eheweib Hera waren über die Frage, wer wohl die größte sexuale Lust empfände, Mann oder Weib, in Streit geraten. Da rief die rachsüchtige Beschützerin der Ehe Teiresias als Schiedsrichter an. Er aber, der am eigenen Leibe erfahren hatte, dass das weibliche Geschlecht die größere Liebeslust erlebt, sagte zu seinem Unglück die Wahrheit: „Frauen empfinden neunmal so viel Lust beim Liebesspiel wie Männer.“ Wegen des Verrates ihres Geheimnisses ließ Hera Teiresias erblinden. Ihr Zorn ist verständlich. Welche Frau will, dass ihr großes Liebesgeheimnis preis gegeben wird!
Zeus aber, der Kinder mit Menschenfrauen gezeugt hatte, der als oberste Gottheit immer Recht haben musste, war der Überzeugung, Teiresias habe die Wahrheit gesagt; denn er in seiner Überheblichkeit meinte, die Frauen könnten Liebeslust nur durch die Männer genießen. Je mehr Lust ein Weib empfände, ein desto besserer Liebhaber sei der Mann. Welche Selbstgefälligkeit!
Da Gottvater Zeus, der Allmächtige, Heras Verwünschung nicht rückgängig machen konnte, verlieh er Teiresias als Ausgleich die Sehergabe und eine siebenfache Lebensdauer.
Teiresias, der BLINDE SEHER, lebt als Prophet in den Sagen der Antike, z. B. in dem „Ödipus“ und der „Antigone“ des Sophokles noch heute. Auch in der Unterwelt, dem Hades, hat er seine Sehergabe behalten. Als Prophet und einfühlsamer Mann für beide Geschlechter ist er unsterblich so wie die männliche Überheblichkeit und Dummheit in Liebesdingen unsterblich zu sein scheinen.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
7 Kommentare
491
Manfred Hartmann aus Nordhausen | 18.09.2012 | 22:20  
12.762
Renate Jung aus Erfurt | 18.09.2012 | 22:36  
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 19.09.2012 | 04:11  
1.616
Lutz Leipold aus Ilmenau | 19.09.2012 | 09:37  
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 19.09.2012 | 13:08  
12.762
Renate Jung aus Erfurt | 19.09.2012 | 18:19  
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 19.09.2012 | 20:11  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige