Paradies der Erinnerungen

Gemeindeschenke am Anger, soll wieder geöffnet werden.
Im Land der Erinnerungen
In unserer alten Heimat, dem Eichsfeld, mieten wir uns gern in der Pension in Beberstedt ein, so auch am 24. 8. 2013. Nach einem erholsamen Mittagsschlaf baten wir um Kaffee, und bekamen ihn wie selbstverständlich mit Kuchen serviert, aber später beides nicht auf die Rechnung gesetzt. Während unseres Spazierganges durchs Dorf hätten wir keine Gelegenheit zur Einkehr gehabt. Oh, Eichsfeld wie hast dich verändert! In unserem 1000 Einwohner zählenden Dörfchen gab es zu DDR-Zeiten zwei Gaststätten, einen Lebensmittel- und einen Industriewarenladen (Konsum), einen Bäcker und Fleischer, beide privat, ein Postamt, einen Friseur, eine Schwesternstation, Sprechstunden eines praktischen Arztes und eines Zahnarztes. Unsere Kinder besuchten den katholischen Kindergarten und die staatliche Schule bis zur 6. Klasse am Ort. Diese Lebensqualität auf dem Land hielten wir für selbstverständlich. Heute ist sie Vergangenheit.
Unser Heimatdorf hat seinen freundlichen Charme bewahrt, so auch seine Einwohner. Viele begrüßten uns erfreut. Wir hatten nach so vielen Jahren bei manchem Erinnerungsschwierigkeiten. Klugerweise fragte ich nach Namen. Mit ihrer Nennung, den Stimmen und Erzählungen tauchten Kindergesichter, Familienschicksale und viele Erlebnisse aus der Erinnerung auf. Ich war erstaunt, wie reibungslos dann mein Gedächtnis funktionierte.
Erfreut nahm ich zur Kenntnis, dass meine Mitarbeit im Portal des AA den Bürgern Beberstedts die Erinnerung an uns frisch erhielt. „Wir lesen gern in der Zeitung etwas von Ihnen und machen uns gegenseitig darauf aufmerksam, wenn etwas veröffentlicht wird“, bekam ich erfreulich oft zu hören.
Wie bei jedem Aufenthalt in der Pension streiften wir interessiert durch Hof, Scheune und Garten, fanden liebevoll hergerichtete Kleinigkeiten, die uns die Wirtsleute näher brachten. So war ich gar nicht erstaunt, als die jugendliche Tochter ihre Mutter mit meinem Vornamen anredete. Namensgevatterinnen müssen sich gut verstehen, so nach dem Motto:
„ Was im Ton übereinstimmt, schwingt miteinander. Was wahlverwandt ist im innersten Wesen, sucht einander.“
Ein mehrtägiger Besuch der alten Heimat ist beschlossene Sache; denn die Erinnerungen an eine schöne Zeit tun gut. Novalis hat Recht, wenn er schreibt:
„Die Menschen geh`n viel zu nachlässig mit ihren Erinnerungen um.“
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1 Kommentar
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Uwe Zerbst aus Gotha | 12.09.2013 | 21:14  
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