Rotwildeinstandsgebiet im Naturschutzgroßprojekt auf der Hohen Schrecke?

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Gemeinsam für die Hohe Schrecke
Arbeitsgespräche zur Jagd - Suche nach Kompromissen zwischen Wildschaden und Jagdplänen

Ort/Region: Hoher Schrecke, Anrainer

Präambel: Im Spannungsfeld zwischen Wildschadensregulierung und Wildtierbewirtschaftung fanden im Rahmen des NSGP „Hohe Schrecke – Alter Wald mit Zukunft“ gestern Arbeitsgespräche im Stadtpark Wiehe statt – kontroverse Standpunkte sollten diskutiert und gemeinsam in Gesprächen Kompromisse zur einvernehmlichen Lösung erarbeitet werden - Beitrag von J. König

Auf Einladung des Planungsbüros „Hohe Schrecke“ in Braunsroda, den Organisatoren des Naturschutz-großprojektes „Hohe Schrecke – Alter Wald mit Zukunft“, bzw. der Naturstiftung DAVID, bzw. der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe im Entwicklungssektor Naturschutz kamen gestern etwa 70 Jagdinteressierte aus den Anrainerkommunen im Stadtpark Wiehe zu Arbeitsgesprächen zusammen. Darunter waren sowohl Vertreter der Unteren und Oberen Jagdbehörden aus dem Kyffhäuserkreis, Sömmerda und Erfurt, wie auch die ortsansässigen Waldbesitzer, Jagdbezirksinhaber und Jagdpächter. Diskutiert wurden Lösungsansätze, wie Wildschäden auf den angrenzenden landwirtschaftlichen Nutzflächen verhindert bzw. verringert werden könnten und wie mir den schadenverursachenden Wildarten insbesondere Rothirsch und Wildschwein zukünftig umgegangen werden sollte. Finanzielle Maßnahmen der Wildschadensregulierung sollten die Ausnahme bleiben. Gestiegene Wildschäden werden u.a. auf die nicht erfüllten jagdlichen Ziele bzw. Wildabschusspläne zurückgeführt. Im zurückliegenden harten Winter konnten aus Tierschutzgründen die Ansitzdrückjagden nicht wie geplant durchgeführt werden, insbesondere nicht in den Waldgebieten des Forstamtes Oldisleben, so die Aussagen von Forstamtsleiter Ulli Klüßendorf und K.H. Müller vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten Umwelt und Natur (TMLFUN) aus Erfurt. Schneebedingte Notzeiten ließen keine Bewegungsjagden in den Wintermonaten zu. Resultierende hohe Rot- und Schwarzwildbestände sollten unter Berücksichtigung der Schonzeiten zeitnah mit geeigneten jagdlichen Mitteln reduziert werden. Dabei wäre die Realisierung der jagdlichen Pläne zur einheitlichen Wildbewirtschaftung der Rothirschbestände im Ziegelrodaer Forst und der Hohen Schrecke, damalig maßgeblich ausgearbeitet u.a von Forstmeister i.R. Franz Czamanski aus dem Forstamtsbereich Ziegelroda, neu zu überdenken, denn nur wenn das Gebiet zum Rotwildeinstandsgebiet erklärt wird, können offiziell Bewirtschaftungspläne erstellt und umgesetzt werden, so Müller. Unter den Waldbesitzern wies Herr Dee auf die gegenwärtige Chance hin, gemeinsam die Begründung eines naturnahen Dauerwaldes hohen Artenreichtums mit jagdlichen Mitteln zu begünstigen. Dem stimmte Dr. Dierk Conrady als Versammlungsleiter zu und rief alle Jagdinteressierten zu gemeinsamen Gesprächen, Kooperation und Lösungsentwicklungen auf, auch hinsichtlich des Wegekonzeptes und der Ausweisung von Ruhezonen für das Wild. Es werden Empfehlungen erarbeitet, wie mittelfristig die gemeinsam erarbeiteten Waldentwicklungsziele erreicht werden können. Walter Rüdiger von der Kreisjägerschaft des Kyffhäuserkreises wies auf die Anstrengungen und Bemühungen zur Erfüllung der Abschusspläne der letzten Jahrzehnte hin. Die inhaltliche und personelle Erfüllung der Jagdaufgaben auf den Privatwald- und Landeswaldflächen wurde angesprochen. Landtagsabgeordnete Gudrun Holbe führte als Bürgermeisterin von Donndorf kürzlich auch Gespräche mit Wildschadensbetroffenen und den Jagdgenossenschaften der Region. Nicht nur gewachsene Bestände an Schalenwild machten gegenwärtig Sorgen, sondern auch die Ausbreitung des Waschbären, der ursprünglich aus Nordamerika stammt und hier empfindlich die Ökosysteme stört. Weiteres Thema war die Zusammensetzung des Projekt begleitenden Arbeitskreises Jagd zum NSGP. Mitwirken sollten: die Naturstiftung, das Planungsbüro für Pflege- und Entwicklung, Vertreter des Forstamtes, des Landesanstalt (TLWJF) in Gotha, der Jagdbehörden, Kreisjägerschaften, Landwirtschaftsämter und natürlich die Privatwaldbesitzer der Hohen Schrecke.
Autor: J. König


Abb. Landtagsabgeordnete Gudrun Holbe in der Diskussionsrunde zur Jagd auf der Hohen Schrecke im Stadtpark Wiehe, Foto: König
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Hannelore Grünler aus Artern | 02.06.2011 | 05:21  
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