Schloss wurde gerettet

Mit speziellem Putz versehen und mit originalgetreuen Fenstern präsentiert sich der Westflügel
 
Kaum zu glauben dass an dem Türeinfass Arbeiten in verschiedenen Jahrhunderten durchgeführt wurden.
Der Verein „Künstlerhaus“ saniert das Schloss in Kannawurf und öffnet Tor und Tür für Besucher

Viel geschehen ist im letzten Jahr auf dem Schloss Kannawurf, welches zwischen 1560 und 1570 errichtet wurde.

Besonders an der Außenfassade des in der Renaissance erbauten Gebäudes erkennt der Besucher viele Neuerungen. Die stark beschädige Steinfassade des Westflügels wurde ebenso wie die beiden Ecktürme instand gesetzt und erhielt dank farblich neuer und in seiner Mörtel-Zusammensetzung den historischen Baumaterialien angepasste Rezeptur, ein neues Gesicht.
Noch ergänzt wurde dieses durch neue, dem Original nachempfundene Fenster.

Diesen Arbeiten ging eine Zeit des Bangens voraus. Der Einsturz einer Mauer im Südostbereich des Schlosses drohte. Eine zusätzliche Aufgabe für den gemeinnützigen Verein "Künstlerhaus Thüringen", der das Schloss in Eigenregie saniert.

Doch sie haben es geschafft - das Schloss Kannawurf ist gerettet. Stein für Stein wurde die Mauer neu aufgebaut und ist nun wieder stabil.
"Wir sind stolz, dass die Sanierung des Nord- und Südturmes und auch der Westfassade mit Hilfe unserer Vereinsmitglieder und vor allem auch in der näheren Umgebung ansässigen Unternehmen sowie durch die Unterstützung der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz abgeschlossen werden konnte", erklärt Heinz Barth, Vorstandsmitglied des Vereins.

Auch im Inneren des Schlosses gehen die Arbeiten gut voran. Heinz Barth ist zuversichtlich, dass die Stipendiatenzimmer bald fertig sein werden. Sieben helle Zimmer sind im obersten Geschoss entstanden, für Künstler, die hier musizieren, malen, dichten, schauspielern und schöpferisch tätig sein wollen.
Heinz Barth beschreibt sie als einen Hort der Ruhe und der Inspiration. Dies ist eine von drei Säulen, die den Rahmen für die Aktivitäten im Schloss in diesem Jahr bilden.

Basierend auf den Arbeiten der vor Ort wirkenden Künstler baut die zweite Säule auf. Die entstandenen Projekte sollen dem breiten Publikum vorgestellt werden - Ausstellungen, Konzerten, Schauspiel- und Theaterstücke bilden den Veranstaltungsreigen, der dem alten Gemäuer neues Leben einhauchen soll. So wird in diesem Jahr "Räuber Hotzenplotz" aufgeführt werden. Die Proben zu dem Schauspiel "Merlin", inszeniert von einem mitteldeutschem Schauspielensemble aus Halle, Leipzig und Berlin, laufen und die Premiere wird natürlich auf dem Gelände des Schlosses stattfinden. Der Kinderzirkus "Klatschmohn" wird sich ebenfalls in der vierten Kultursaison des Schlosses die Ehre geben. Und auf musikalischer Ebene soll außer dem Klang alter Musik ein erstes Bluesfestival organisiert werden. Viel ist geplant und zeugt von einem regen kulturellen Austausch in den alten Gemäuern.

Um die Arbeit am Schloss zu präsentieren, gibt es eine dritte Säule. Der Öffentlichkeit soll das Gemäuer im kompletten Umfang zugänglich gemacht werden. Das heißt Besichtigung der Säle, Galerie und der Kellergewölbe im Fackelschein, um dem Besucher den Fortschritt der Arbeiten am Schloss zu zeigen. Neueste Erkenntnisse, fachmännisch ausgeführte Restaurierungsarbeiten und ein Blick zurück in die Geschichte sollen neue Einblicke in die Geschichte geben.

Das Bedarf besteht, zeigen die steigenden Besucherzahlen im letzten Jahr. 5.000 Gäste wurden begrüßt. "Wir hoffen die Zahl in diesem Jahr zu übertreffen", so Heinz Barth.
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