Stadt will Eigentümer der Oberkirche werden - vorerst auch ohne Zuschüsse

Bad Frankenhausen/Kyffhäuser: Oberkirche | Bad Frankenhausens Bürgermeister Matthias Strejc informiert in einer Pressemeldung über den aktuellen Stand um die Oberkirche und den schiefen Turm:

"Eigentlich sollte heute Abend im Stadtrat der Kurstadt Bad Frankenhausen eine Tischvorlage durch den Bürgermeister eingebracht werden, um den schiefen Turm vor dem Abriss zu retten.

Der Beschluss sah vor, dass die Kommune den schiefen Turm auch ohne Fördermittel durch das Land Thüringen übernimmt. Bereits am 01. September 2011 beschloss der Stadtrat die Übernahme des Kirchturmes allerdings vorbehaltlich der Gewährung von Fördermitteln.
Thüringens Bauminister Carius (CDU) verkündete aber am Dienstag, dass der Freistaat sich nicht an den Mehrkosten in Höhe von 800 T€ beteiligen wird.
„Um allerdings das Wahrzeichen der Kurstadt zu retten, sollte heute Abend der Stadtrat darüber entscheiden, ob er den schiefen Turm auch ohne Fördermittel übernimmt. Dieser Beschluss sollte aufgrund der Dringlichkeit eine Tischvorlage werden. Allerdings sind auch für dringliche Beschlüsse in der Thüringer Kommunalordnung bestimmte Formalien und Fristen zu beachten, die wir aufgrund der Kürze nicht einhalten konnten. Sodass ich ganz sicher gehen will und daher am 05. Dezember 2011 eine weitere Stadtratssitzung einberufen habe, in der sich der Stadtrat mit diesem Thema regulär beschäftigen soll. Damit besteht nicht die Möglichkeit, im Nachhinein den Beschluss anzufechten, was allerdings heute Abend der Fall gewesen wäre“, so der Bürgermeister von Bad Frankenhausen Matthias Strejc (SPD).

Mit der Landeskirche hat die Kommune heute erneut Kontakt aufgenommen, den neuen Sachstand mitgeteilt und die Landeskirche sicherte zu, in ihrer Entscheidung am 29.11.2011 zum Abriss eine entsprechende Klausel aufzunehmen: sollte das Kollegium der Landeskirche den Abriss am kommenden Dienstag beschließen, dann wird der Auftrag zum Abriss frühestens am 06. Dezember 2011 ausgelöst, sofern die Kommune nicht am 05. Dezember 2011 beschließt, den schiefen Turm zu übernehmen.

Die Stadt Bad Frankenhausen hat die letzte Hoffnung für den schiefen Turm, indem die Kommune Eigentümer wird. Dann würde die Stadt gemeinsam mit dem Förderverein die ersten 3 Stabilisierungsmaßnahmen umgehend durchführen und sich die Kosten von 97 T€ teilen. Dann hätte die Stadt Bad Frankenhausen weitere 3 Jahre Zeit, die Gesamtfinanzierung mit Hilfe von Bundesmitteln und Stiftungsmitteln abzusichern. Sollte dies nicht gelingen, dann müsste die Kommune 2014 den Turm abreißen. Die Kosten dafür in Höhe von 150 T€ bekommt die Stadt von der Landeskirche mit dem Kauf übertragen. Diese 150 T€ könnten dann für die Stabilisierungsmaßnahme mit verwendet werden oder im schlimmsten Fall 2014 für den Abriss. „Mit dem Beschluss zur sofortigen Eigentumsübernahme auch ohne Landesmittel geht die Stadt kein finanzielles Risiko ein, im Gegenteil, die reelle Chance ist da, in den kommenden 2 Jahren sehr intensiv um Mittel zu werden und Mittel zu beantragen, um dieses einmalige kulturhistorische Baudenkmal der Nachwelt zu erhalten“, so Matthias Strejc."
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Hannelore Grünler aus Artern | 27.11.2011 | 07:26  
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