Verzweiflung und Hoffnung

Einsamkeit der Verbannung
Boris Pasternak als Lyriker
aus dem Programmheft

oh, hätte ich gewusst, dass es so ist,
als ich mich zu meinem debüt entschloss,
dass zeilen mit blut – töten:
sie strömen (wie blut) aus der kehle und töten!

von scherzen mit diesem unterfutter
hätte ich mich mit aller schärfe losgesagt.
der anfang war fern,
so schüchtern das erste interesse.

aber das alter – das ist rom, welches
anstelle von gequatsch und getratsch
nicht eine leseprobe vom schauspieler verlangt,
sondern völligen untergang, im ernst.

wenn das gefühl die zeile diktiert,
so schickt es den sklaven auf die bühne,
und hier endet die kunst,
und es atmen der boden und das schicksal.


weit mehr als alles glück und pech
liebt ich dich dafür heiß,
dass mit dir die vergilbte welt
ist weißer noch als weiß.


das gibt es noch
ich bin verloren wie ein wildes tier in der treibjagd.
irgendwo sind menschen, freiheit, licht.
aber hinter mir ist der lärm der treiber.
für mich gibt es keinen ausweg.

dunkler wald und das ufer eines teiches,
der stamm einer umgestürzten tanne.
von allen seiten her ist der weg abgeschnitten.
komme, was kommen mag, mir ist alles gleich.

was habe ich für eine gemeinheit begangen,
bin ich ein mörder und missetäter?
ich habe die ganze welt weinen machen
über die schönheit meines landes.

aber auch so, fast am rande des grabes,
glaube ich: die zeit wird kommen,
da der geist des guten überwinden wird
die kraft der gemeinheit und der bosheit.
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