Wo Dickschädel in Thüringen das Feuer zähmten

 
Grabungsfeld mit Ausstellungshalle
Bilzingsleben: Ausgrabungsstätte "Steinrinne" | (016) -

Unsere Vorfahren vor gut 370 000 Jahren hatten dicke Schädel – eine evolutionäre Schutzfunktion. Doch die Evolution führte dazu, dass wir heute unseren Kopf manchmal mit einem Helm schützen müssen.
Manch ein Moderner Mensch ist auch heute noch ein richtiger „Dickkopf“ – ja die Verwandtschaft lässt sich nicht leugnen.

Idyllisch liegt es da, das kleine Örtchen Bilzingsleben. Doch hier wurde eine Entdeckung gemacht, die die ganze Welt seitdem in ihren Bann zieht – die bisher älteste bekannte Siedlung der Welt und die Spuren unseres gemeinsamen Ur-Ahnen Homo erectus bilzingslebenensis (Bild 10).

Wie lebten unsere Ahnen? – Was aßen sie? – Wie sahen sie aus? - ... – Fragen über Fragen.
Die Antworten sind so vielfältig, wie das Leben selbst.

Ausgrabungsstätte
Eine kleine feine Ausgrabungsstätte gibt Einblick in die Geschichte der Menschwerdung. Etwas außerhalb vom Dorf gelegen findet man durch zahlreiche Wegweiser zur „Steinrinne Bilzingsleben“. Hier wurde vor fast 40 Jahren von Prof. Dr. Dietrich Mania ein wichtiger archäologischer Fund gemacht – die bislang ältesten Überreste der Vorfahren von Mittel- und Nordwest-Europäern. Einer der bedeutendsten Funde in der 300-hundert Jährigen Grabungsgeschichte dieses ehemaligen Steinbruchs in Ortsnähe.

Um die Ausgrabungsfläche in eine Ausstellung zu verwandeln, wurde sie mit einer Kuppel aus Holz und Glas wie eine Vitrine überbaut. Dafür gab es 2009 sogar den Thüringer Holzpreis. Auf mich wirkte dieses Gebäude wie ein Auge, mit dem man in die Vergangenheit sehen kann – einfach magisch!

Fachwissen
Mit diesem Artikel möchte ich Euch neugierig machen auf einen gut einstündigen Besuch an einem Ort, der ein Zeitfenster in unsere unsere gemeinsame Evolutionsgeschichte öffnet.
Vor Ort wird man von Herrn Teich (Bild 6) empfangen, der sich sehr um uns vier Besucher bemüht hat. Zum Anfang wird ein Film über die Ausgrabung im Travertingestein am Nordrand des Thüringer Beckens gezeigt. Danach folgt eine Vorführung in der Ausstellung und wir konnte uns anschließend in Ruhe die Exponate und die originale archäologische Grabungsfläche ansehen. Auch wenn Herr Teich keinen Professorentitel trägt, so hatte er auf alle Fragen eine Antwort – war er doch bei den Ausgrabungen dabei und konnte sich so ein umfangreiches Wissen aneignen.

Mein Tipp:
Nehmt Euch mehr als eine Stunde Zeit und sucht die Spuren von Wald-Elefanten, Nashörnern, Hirschen und natürlich von Homo erectus, der hier einst seine Iglu-förmige Behausung aus Zweigen, Gras und Moos an den Rand eines kleinen Sees aufbaute. Stellt Euch vor, wie er zum Überleben das Feuer zähmte, zum Jagen un Fischen Waffen herstellte und vielleicht auch schon eine Art Kalender in Knochen einkerbte (Bild 10).

Öffnungszeiten:
Montag: geschlossen / Di-So : 10 bis 16 Uhr
Ab Oktober bis März nur nach Voranmeldung!
Tel.: 036375/50493 ( Bitte etwas länger klingeln lassen)

Wer noch mehr erfahren will, kann hier alles genau nachlesen:
- http://www.bilzingsleben.de/steinrinne.html
- http://www.evolution-mensch.de/thema/funde/he_bilz...
- http://www.evolution-mensch.de/thema/arten/erectus...

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Annett De., Woffleben
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4 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 13.09.2011 | 14:01  
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Renate Jung aus Erfurt | 13.09.2011 | 23:12  
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Uwe Zerbst aus Gotha | 14.09.2011 | 09:39  
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Renate Jung aus Erfurt | 15.09.2011 | 01:22  
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