Worte, die nicht für mich bestimmt (2.)

Stundenglas der bösen Hexe
 
Zauberkugel des Professor Marvel
Sinnvoll Märchenhaftes
Plaudernd strömten die Zuschauer dem Ausgang zu. Ich schwamm gegen den Strom, wollte zur Bühne, den Schauspielern Anerkennung aussprechen. Langsam kam ich vorwärts, hörte: „Das haben sie gut gemacht.“ „Ja, war prima.“ „Habe lange nicht so gelacht.“ „Die Kostüme fand ich toll.“ „Hast du die Darsteller darin erkannt? Ich nicht.“ „Sie haben sich viel Arbeit gemacht mit den Kulissen und der Kleidung.“ „Und erst das Rollenlernen! Was, wie, wo, zu wem gesagt werden muss!“ „Hat bestimmt auch Kindern Spaß gemacht.“ „Ja, unsere Dreijährige hat mir erzählt, wie lustig es war.“ „Es hat sogar ein bisschen Sinn gehabt!“
Ich drehte mich um. Die Sprecherin des letzten Satzes wollte ich sehen, ihr meine Meinung sagen. „Ein BISSCHEN Sinn!“ Zum Glück war die ältere Dame schon außer Hörweite. Ich beruhigte mich: „Jeder Theaterbesucher erlebt Gebotenes auf seine Weise, erkennt im Stück, was er versteht. Freue dich, dass du mehr verstanden hast, hast auch eine bessere Ausbildung, mehr Theatererfahrung durch Besuche im Weimarer Nationaltheater, durch deine Laienspielgruppe während der Dienstjahre!“
Kunstverständnis, Kunstgenuss wollen erlernt sein. Durch gutes Spiel erkannten selbst die Jüngsten, wie wichtig Freudschaft und Liebe sind, dass Tiere Freunde des Menschen sein können.- Über die Vogelscheuche lachend, verstanden sie, Dummköpfe werden ausgelacht. Man muss fleißig lernen, will man lesen, schreiben, rechnen können. -Spuk, Gespenster, gute und böse Hexen sowie Zauberer gibt es nur in Märchen. An sie zu glauben, sich vor ihnen zu fürchten, ist Humbug.- Die Märchenhandlung machte allen klar, Schwierigkeiten kann jeder selbst überwinden. Dazu gehört Mut. Zu Hause ist es am sichersten, am schönsten, weil man geliebt wird.
Zwischen märchenhaften Kulissen unterstrichen märchenhafte Utensilien wie Stundenuhr, Zauberbesen, rote Wunderkugel, technisch raffinierte Zaubergeräte die Märchenhandlung. Begriffe und Personennamen aus Philosophie, Psychologie sowie anderen Wissenschaften zeigten den belesenen Zuschauern die Allgemeingültigkeit der Märchen.
Wie gut durchdacht von den Darstellern, wie nachdenkenswert für die Zuschauer war die Besetzung der Rollen! Gewiss mussten einige Spieler zwei Figuren spielen, wenn nur dreizehn Darsteller zur Verfügung standen. Aber wer welche Rolle spielt, das muss gut überlegt sein. Ein Berufsschauspieler muss in der Lage sein, jede Rolle glaubwürdig zu verkörpern. Für den Laien ist das schwieriger. Das Spiel gelingt am besten, wenn jeder die Rolle hat, die seinem Typ, Charakter, Temperament entspricht. Meiner Meinung nach war dieses Problem trotz des Mangels an Spielern hervorragend gelöst. Aus der Not wurde etwas Sinnvolles gestaltet. Die Arbeiter der Farm verkörperten später Vogelscheuche, Blechmann und Löwen, so dass Dorothy mit Recht sagte: „Ich kenne euch von früher“ Nun kann man überlegen, was hier zutrifft: Man begegnet sich immer zweimal. oder Träume sind keine Schäume; denn sie enthalten Bausteine aus der Realität.
Ich sah „Der Zauberer von Oz“ am 7. 12. dreimal. Jede Aufführung gefiel mir gut. Ich entdeckte immer neue Details.
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3 Kommentare
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Lutz Leipold aus Ilmenau | 15.12.2012 | 08:56  
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Hannelore Grünler aus Artern | 15.12.2012 | 09:59  
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Holger Greilach aus Erfurt | 15.12.2012 | 16:40  
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