Zwei Peter-und-Paul- Kirchen in Donndorf

verputzter Sandstein
Tag des offenen Denkmals, am 9. 9. 2012
Auf dem gepflegten Friedhof in Donndorf kam uns ein junger Mann entgegen und begrüßte uns als seine ersten Gäste. Mit ihm als Fremdenführer hatten wir Glück. Da er Mitglied des Kirchenrates und sehr wissbegierig ist, konnte er uns viel erzählen.
Ich war schon als Kind von der Dorfkirche aus Sandstein fasziniert und 2008 empört, als man diese hell verputzte, angeblich um das Gemäuer zu erhalten. Das war eine teure Baumaßnahme, die sich leider als ungünstig erwies, so dass man schon bald die Garantieleistung in Anspruch nehmen muss.
Ehemals war die Peter-und-Paul-Kirche eine Wehrkirche, von der heute nur noch Chor und Turm vorhanden sind. Der Turm kann nicht auf einer Treppe bestiegen werden. So war man früher in unruhigen Zeiten vor seinen Feinden verhältnismäßig sicher. Der Altar ist hohl, hat vorn eine kleine viereckige Öffnung und auf der Rückseite eine verriegelbare, die so groß ist, dass sie einen Einstieg ermöglicht. Wer mag sich in dem geweihten Hohlkörper versteckt haben?
Der junge Herr Kipper zeigte uns weitere zugemauerte Hohlräume und einen Geheimsafe, eingemeißelt in einen einzigen Stein, gesichert mit drei Riegeln und zusätzlichem Schloss. Eine meisterhafte Handwerkerarbeit!
Sehr schön ist auch das hölzerne Altarbild, das Christus und an seiner Seite Peter und Paul, die Schutzheiligen der Donndorfer Kirche, und weitere Heilige zeigt. Interessant ist, dass sich eine später entstandene Kopie dieses Altars in Erfurt befindet.
Gestaunt haben wir über die Länge des ehemaligen Kirchschiffes und den Bericht über weitere ehemals vorhandene Nebenbauten der alten Peter-und-Paul-Kirche. Heute wird sie kaum genutzt. Donndorf hat keinen Pfarrer und nur wenige Kirchgänger.
Die neue Peter-und-Paul-Kirche im Ortszentrum wurde auf dem Areal eines zweimal abgebrannten Bauernhofes, das die Kirche geschenkt bekam, errichtet. Diese stürzte wegen Baumängeln ein. Ich kannte sie dachlos. Heute dient sie als Konzertsaal und überdachter Markt, z. B. in der Weihnachtszeit. So wird auch diese große Kirche selten und zweckentfremdet genutzt.
Wir besuchten auf dem Heimweg die Blockwindmühle in Langenroda. Wie immer schmeckten das Mittagessen und der Kuchen köstlich.
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5 Kommentare
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Gunter Linke aus Saalfeld | 10.09.2012 | 23:29  
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Karin Jordanland aus Artern | 11.09.2012 | 09:27  
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Lutz Leipold aus Ilmenau | 11.09.2012 | 09:48  
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Karin Jordanland aus Artern | 11.09.2012 | 12:17  
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Hannelore Grünler aus Artern | 11.09.2012 | 12:50  
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