Ein Ort für Glücksgriffe

Peter Gesell und Annett Rübhagen gehören zum Sozialkaufhaus-Team, das die Kunden berät. Hier steht die Couchpalette. Foto: Rosenkranz
  Roßleben: Sozialkaufhaus | Das Sozialkaufhaus in ­Roßleben existiert seit drei ­Jahren und hat noch keine Spenden- oder Kundenflaute erlebt

Liebevoll eingerichtet ist das Schlafzimmer, im Wohnzimmer mag man sich auch gleich auf die Couch legen und im Kinderzimmer sitzen die Puppen sorgfältig in einer Reihe. Die Küchengeräte und Möbel stehen ein Zimmer weiter. Die Rede ist hier nicht von einer Zwei-Zimmer-Wohnung, sondern vom Sozialkaufhaus „Glücksgriff“ in Roßleben.

In unterschiedlich eingerichteten Räumen auf einer Gesamtfläche von 250 Quadratmetern präsentieren die Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer das Angebot. Gerade werden Wände neu gemalert und auch der Staublappen kommt regelmäßig zum Einsatz. Alles muss gut aussehen. Die Kunden können Möbel, Haushaltsgegenstände, Kleidung, Elektrogeräte, Bücher, Kindersachen und vieles mehr kaufen – zu günstigen Preisen. Da kostet beispielsweise ein Pullover schon mal nur drei Euro.

„Man muss sich allerdings bewusst sein, dass es gebrauchte und etwas ältere Stücke sind“, sagt Elke Zänker, Projektmitarbeiterin im Mehrgenerationenhaus in Roßleben, deren größtes Projekt das Sozialkaufhaus ist. Sie kann bis heute keine Berührungsängste in der Bevölkerung feststellen. Und auch den Namen „Sozialkaufhaus“ sieht sie nicht als Problem, „denn die Kundenzahl ist konstant und die Spendenbereitschaft ununterbrochen“. Spender sowie Kunden kommen sogar aus einem Umkreis von bis zu 65 Kilometern – von Sondershausen und Sangerhausen bis Leipzig.“

Das Angebot ist auch ausschließlich von den Spenden abhängig. Elke Zänkert betont: „Wir können nur das anbieten, was uns angeboten wird.“ Dabei darf das Sozialkaufhaus als Zweckbetrieb keine Gewinne machen.

Vor drei Jahren eröffnete das Kaufhaus, das am 2. Mai Geburtstag feiern wird. Der Name „Glücksgriff“ ist eher ein Zufall. Susanne Kammlodt, Teamleiterin im Mehrgenerationenhaus und Bereichsjugendpflegerin, hatte den „Geistesblitz“, wie sie selbst sagt. „Der Vorschlag kam mir während einer Beratung zum Kaufhaus ganz plötzlich in den Sinn. Schließlich sollen die Leute dort ihren Glücksgriff machen.“ Es verwundert daher nicht, dass das Team noch ein Kleeblatt als Glücks- und Markenzeichen wählte. Das Sozialkaufhaus in Roßleben ist das erste im Kyffhäuserkreis und gehört zum Netzwerk der Sozialkaufhäuser in ganz Deutschland.

Doch bevor es dazu kam, hatte erst einmal eine Gruppe langzeitarbeitsloser Frauen, die sich ehrenamtlich im Mehrgenerationenhaus engagieren, die Idee dazu. Ein Grund: Lebensmitteleinkäufe sind kein Problem, aber für andere Einkäufe muss man in Roßleben mobil sein und in größere Städte fahren. Dass
sich hier Kaufhäuser ansiedeln werden, ist unwahrscheinlich. Deshalb wollten die Frauen etwas vor Ort schaffen. Sie bauten ein Netz-
werk zur Gründung des Sozialkaufhauses auf. In einem „Stärken vor Ort“-Projekt wurde das Konzept unter Koordinatorin Elke Zänker umgesetzt. Und heute sichern bis zu 20 Mitarbeiter und eh-renamtliche Helfer die Betreuung und Öffnungszeiten ab.

Das „Glücksgriff“-Sozialkaufhaus ist wohl in vielerlei Hinsicht für Roßleben und die Einwohner ein Glücksgriff. Es fördert Menschen; unterstützt die Ärmeren mit kostengünstigen Angeboten; schafft die Möglichkeit, Brauchbares weiter zu nutzen und verbindet Menschen.


Informationen
• Adresse Sozialkaufhaus „Glücksgriff“: Am Weinberg 24 in Roßleben

• Träger: Kreisjugendring Kyffhäuserkreis e.V.

• Öffnungszeiten:
- Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr
- Dienstag und Donnerstag von 15 bis 18 Uhr
- Montag und Freitag von 15 bis 17 Uhr

• Vom 17. bis 28. Februar ist Winterschlussverkauf.

• Kontakt:
 03 46 72 / 69 70 10
E-Mail: gluecksgriff@kjr-kyffhaeuserkreis.de
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Hannelore Grünler aus Artern | 06.02.2014 | 00:41  
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