Schlimme Diagnose

Wie vom Blitz getroffen
Meinem Augenarzttermin am 22. August in Teutschenthal sah ich ruhig entgegen, war mir doch am 24. Mai erst versichert worden, dass ich weiterhin an der trockenen AMD leide, eine Untersuchung meines Augenhintergrundes mit dem OCT vorläufig nicht erforderlich sein würde. Schon auf der Fahrt, die eigentlich ein viertel Jahr später angeordnet war, wich die ruhige Zuversicht. Störend waren Verkehr, Baustellen, schlecht ausgeschilderte Umleitungen. Dann kamen wir in ein überfülltes Wartezimmer. In der Enge schweigende oder laut schimpfende Patientinnen, die von einem Krankenhaus Pillen, Spritzen, Operationen, aber keine eigene Mitarbeit zu ihrer Genesung erwarteten, sich selbst entließen, weil die angeordnete Therapie künstlerische Betätigung vorsah. Laut rühmten sie sich ihres Einflusses auf Mitpatientinnen, die auch nicht wie Kindergartenkinder behandelt werden wollten. Mein Hinweis, ich hätte von dem Querfurter Krankenhaus nur Gutes gehört, hatte zur Folge, dass die Geschichte wiederholt wurde, lauter, verächtlich lachend. Da schwieg auch ich, bis ich vor der Augenheilkundlerin, Frau DR. Wagner saß.
Sie war mir neu, stellte sich vor, fragte nach meinem Befinden. Meiner Antwort: „Alles ist anstrengender geworden.“ stellte sie entgegen: „Aber sie sehen mit ihrem einen Auge auch weiterhin 80 %.“ Ich widersprach nicht. Wozu sollte ich ihr erklären, dass die freundliche Schwester mich beim Sehtest mehrmals lesen ließ und nur ich wusste, wie oft ich geraten hatte.
Beim tiefen Blick in meine erweiterten Pupillen verstummte Frau Doktor, fasste nach kurzer Überlegung die Diagnose so zusammen: „Sagen wir es freundlicher: Sie leiden an einem Auge noch an einer trockenen Makuladegeneration mit einer winzigen Blutung. Eine Feuchtigkeitsansammlung ist nicht zu sehen. Das müssen wir beobachten, am besten mit einem OCT. Das ist zwar eine Igelleistung, aber da Ihnen nur dieses eine Auge zum Sehen geblieben ist, müssen Veränderungen so bald wie möglich erkannt werden, weil dann eine Therapie die größte Aussicht auf Erfolg hat. Lassen Sie sich einen neuen Termin in vier Wochen geben. Ich hätte Ihnen gern etwas Besseres gesagt. Aber leider!
Mein neuer Termin ist der 19. 9., 10 Uhr 45. Wer wird mich dann untersuchen? Frau Dr. Wagner war nicht als Urlaubsvertretung für Dr. Schöne tätig, sondern nach Dienstplan der Augenklinik Sangerhausen. Wird mein Körper, wie in Aussicht gestellt, die Blutung adsorbiert haben? Was folgt dem OCT? In welchen Abständen muss / darf diese optische Computer-Tomographie wiederholt werden? Was muss ich an meinem Lebensstil ändern? Welche Anstrengungen darf ich mir zumuten? Was nützt, was schadet mir? Fragen über Fragen? Unruhe, Ungewissheit, Ungemach und Ärger über Ungerechtigkeit kommen auf mich zu.
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8 Kommentare
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Regina Kleiber aus Sondershausen | 01.09.2013 | 21:23  
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Hannelore Grünler aus Artern | 01.09.2013 | 21:59  
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Renate Jung aus Erfurt | 01.09.2013 | 23:07  
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Antje Hellmann aus Jena | 02.09.2013 | 09:30  
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Hannelore Grünler aus Artern | 02.09.2013 | 12:50  
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Antje Hellmann aus Jena | 02.09.2013 | 23:32  
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Antje Hellmann aus Jena | 02.09.2013 | 23:35  
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Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 20.09.2013 | 21:31  
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