"Sonnenblumen-Helfer" e. V.

Da liegt man im Krankenhaus und langweilt sich so durch den Tag. Vor allen Dingen, wenn es einem wieder etwas besser geht, man gerne nach Hause möchte und nicht darf. Man fängt ein Buch an zu lesen, macht Kreuzworträtsel, unterhält sich mit der Bettnachbarin, amüsiert sich über sie und ihren Freund, der sie täglich besucht und sich gleich mit ins Bett legt. So was wäre früher undenkbar gewesen. Und einmal sogar ist er so schnell aufgestanden und plumpst lag er längelang ohnmächtig im Zimmer. Die Schwestern mussten schnell herbeigerufen werden. Ein Glas Wasser hat zum Glück zu seiner Wiederauferstehung gereicht. Auf die Aufregung hin bettete ich mein Haupt auf´s „Klumpenkissen“ und lauerte auf weniger aufregende Abwechslung. Zu den Kindern kommen die Krankenhausclowns, warum kommt denn niemand zu mir? Höchstens die Visite oder die Krankenschwester mit `ner Spritze. Och nee, wenn ich doch bloss endlich wieder zu Hause wäre ...

Doch auf einmal öffnete sich die Tür. Eine ältere Dame kommt herein an mein Bett und stellt sich vor. Mein Inneres rebellierte. Was will die denn? Kriege ich jetzt die letzte Ölung, will sie mich bekehren, einen Teppich verkaufen oder was?

Sie stellte sich mir vor als eine der „Sonnenblumen-Helfer“, die ehrenamtlich in der HELIOS Klinik in Sangerhausen tätig sind. Seit Juli 2010 gibt es diesen Verein, deren Mitglieder jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag vor- und nachmittags für einige Stunden im Haus anzutreffen sind. Es sind Frauen und Männer, die zur Unterstützung der Patienten da sind zum Vorlesen, Spazieren gehen, Telefonkarten aufladen oder einfach nur zuhören. Ihr Ziel ist es, dem Patienten Gutes zu tun. Langsam atmete ich auf und es gefiel mir, was sie mir berichtete.

Von der Geschäftsführung und den Abteilungen der HELIOS Klinik Sangerhausen wird diese Initiative, welche in Zusammenarbeit mit dem Stadt-
Seniorenrat Sangerhausen ins Leben gerufen wurde sehr positiv aufgenommen und auch von mir. Wir führten ein angenehmes Gespräch, auch wenn ich nicht zu den hilfebedürftigen Patienten gehörte.

Aber gerade Patienten, die wenig Besuch bekommen oder durch ihre Krankheit auf die Hilfe anderer angewiesen sind, profitieren von der Unterstützung der „Sonnenblumen-Helfer“ während ihres Aufenthaltes in der Klinik und fühlen sich gut aufgehoben.

Dann erfuhr ich auch, dass auf der Kinderstation die Helfer gern gesehen sind, denn vor allem die kleinen Patienten freuen sich über jemanden, der sie von ihrem Wehwehchen ablenkt, mit ihnen spielt, malt oder singt.

Ich hatte bis dahin noch nie von diesem Verein gehört und bin angenehm und positiv überrascht über so viel ehrenamtliches Engagement der „Sonnenblumen-Helfer“.
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7 Kommentare
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Constanze Fuchs aus Gotha | 19.08.2012 | 23:27  
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Renate Jung aus Erfurt | 20.08.2012 | 00:36  
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Hannelore Grünler aus Artern | 20.08.2012 | 07:44  
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Karin Jordanland aus Artern | 20.08.2012 | 09:18  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 20.08.2012 | 15:36  
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 23.08.2012 | 12:36  
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Karin Jordanland aus Artern | 23.08.2012 | 12:49  
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