Woche des Sehens vom 8. 10. bis zum 15. 10. 2012

Was die Augen sehen, glaubt das Herz.
Der weiße Stock wirft seine Schatten voraus
War es Zufall, dass ich tagelang unter meiner Seite im Mitmachportal des AA Werbung für die Spezialklinik HANCKE vorfand. Mehrmals klickte ich einfach weg, stand doch das Buch vom Heilpraktiker Jürgen Hancke längst zwischen der Informationsliteratur über die Augenkrankheit AMD in meinem Regal. Seine Lektüre hatte mich verbittert. (Praxis in Köln, Voruntersuchungsgebühr: Euro 210, Therapiegebühr: Euro 2500. - bis 7500 je nach erforderlichem Aufwand, dazu Therapiebrille, Wohnungsmiete und Verpflegung für zwei Personen, Therapiedauer: bis 4 Monate, dann Kontrolluntersuchungen, eventuelle Zusatzgebühren bei Unterbrechung der Therapie z. B. durch Krankheit, keine Kostenübernahme durch die Krankenkasse, keine Garantie auf Erfolg) Bitter dachte ich damals: „So bereichert man sich am Unglück anderer!“ Nachdem ich die erneute Werbung für HANCKE gelesen hatte, verschwand sie von meinem Bildschirm.
Inzwischen hatte ich im SENIORENRatgeber aus der Apotheke den Artikel „Besser sehen – Hilfe gegen Makuladegeneration“ gelesen und enttäuscht festgestellt, dass er mir absolut nichts Neues bringt. Geschildert wird keine Hilfe gegen die Krankheit, sondern wie man mit der Krankheit im Alltag zurechtkommen kann, am Beispiel einer 81-Jährigen, die tapfer und klug den Alltagsschwierigkeiten begegnet, mit einer Therapeutin den Umgang mit dem Langstock (weißer Stock) übt, den Mut nicht verloren hat und von ihrem Partner unterstützt wird. Wie wichtig der Partner für AMD-Patienten ist, kann gar nicht genug hervorgehoben werden. Er ist wichtiger als Markierungspunkte z. B. am Herd, Schablonen für Münzen oder zum Schreiben von Briefen, Füllstandsensoren für Gläser u. ä..Wegen der Adressen am Ende des Artikels werde ich den Seniorenratgeber aufbewahren, bis diese in meinem Adressbuch vermerkt sind.
Anfang September erschien auf meinem PC-Bildschirm Material des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes. Rein zufällig bei mir, einer AMD-Patientin? Als ich es gelesen hatte, verschwand es wieder. Inzwischen weiß ich von Tochter, dass der DBSV am 15. 10. in Gera, dem Sitz des Vorstandes für Thüringen, Informationsveranstaltungen durchführt.
Seit Tagen liegt auf meinem Schreibtisch ein Schreiben von PAPENMEIER RehaTechnik. Es enthält die Einladung zum Thementag 2012 am 23. 10. von 10 bis 17 Uhr ins InterCityHotel in Magdeburg. Angeboten werden vier kostenlose Fachvorträge für Blinde und Sehbehinderte. Angehörige dürfen mitgebracht werden. Natürlich wird man in der Hilfsmittelausstellung auch beraten über diverse Hilfsmittel wie AMD-Brillen, Vorlesegeräte, Daisyabspielgeräte usw.. Sollte es mit meiner Teilnahme am Thementag nicht klappen, werde ich auf jeden Fall das angebotene Infomaterial anfordern.
Optimistisch stimmten mich die Informationen der Deutschen Zentralbibliothek für Blinde zu Leipzig (DZB), auf die ich auch wie zufällig stieß, als ich im Mitmachportal des AA arbeitete. Ich las, stellte erfreut fest, dass da Blinden und Sehbehinderten wirklich geholfen werden soll, auch mir geholfen werden kann, ohne auf mein Konto zu schielen. Um die kostenlose Ausleihe von Hörbüchern nutzen zu können, benötige ich nur eine Bescheinigung meiner Augenärztin über meine Behinderung. Ach, wie herrlich, wenn mir die neuere Literatur und mich interessierende Wissensgebiete nicht mehr verschlossen sein werden!
Die Vorfreude darauf versöhnte mich mit dem Gedanken, als Sehbehinderte erkannt zu sein und als solche anderen zur Verdienstquelle zu dienen. Nun denke ich so: „Die modernen Medien machen aus uns durchsichtige, quasi gläserne Menschen. Das kann sowohl der Raffgier skrupelloser Geschäftemacher dienen, kann aber auch Hilfebedürftige und Helfer nahe bringen. Ohne meine Teilnahme am Mitmachportal des AA hätte ich kaum etwas von der Woche des Sehens vom 8. 10. bis zum 15. 10. erfahren. So aber weiß ich aus eigener Erfahrung: „Keiner wird allein gelassen, wenn er selbst auch auf andere zugeht.“
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