Hindernisse mit den Ohren sehen

Die Ohren helfen den blinden Augen.
Mit den Ohren sehen
Am 17. und 24. Januar 2013 wurden neue Folgen der Reihe „Das fantastische Quiz des Menschen“ mit dem Arzt und Moderator Dr. Eckart von Hirschhausen im ARD ausgestrahlt. Etliche dieser Spiel- und Wissensshows sah ich mit Gewinn. Jetzt war ich neugierig auf die Fragen, Aufgaben und Spiele zu den Sinnen. Angekündigt waren ein Riechparcours und ein Augentest. Bei letzterem ging es um das Sehen mit den Ohren. Erstaunliche Fähigkeiten blinder Menschen sah man. Mir war bewusst gewesen, dass Blinde ihre Umwelt ertasten müssen. Da wo die Hände nicht hinreichen, muss der Langstock ihnen durch die Finsternis helfen. Und wie weiter?
Mir hatte die Augenärztin erklärt, alles was meiner Gesundheit diene, nütze auch meiner Sehkraft. Also galt es, beweglich zu bleiben, für gute Durchblutung zu sorgen, mich gesund zu ernähren, alle fünf Sinne wach zu halten. Und das trotz fortschreitenden Alters! Sensibilität bewahren trotz Gliederschmerzen, Gehörsinn trainieren, Geruchsinn schulen, obwohl der Trend zum altersbedingten Nachlassen der Sinne besteht, das ist eine anstrengende Aufgabe. In unserer viel zu lauten Umwelt reagiert mein Körper oft mit Ohren-, Zahn- und Kopfschmerzen. Auch ist es mir unmöglich, im Dunklen das Schritttempo beizubehalten, das meinem Bewegungsbedürfnis entspricht.
Immer wieder tauchte die Frage auf: „Wie können sich blinde Kinder gesund entwickeln?“ In der ARD-Sendung erhielt ich die Antwort. Wenn der Tastsinn der Hände und der Langstock dem Bewegungsdrang der Heranwachsenden nicht mehr gerecht werden können, müssen die Ohren der Orientierung dienen. Sehen mit den Ohren! Ja, es ist möglich. Das vierjährige blinde Mädchen vollbrachte die gleichen erstaunlichen Leistungen wie ihre erwachsenen Leidensgefährten. Sicher umging sie Hindernisse. Elternliebe allein hatte nicht ausgereicht, um ihr sehende Ohren zu bescheren. Verstand, Einfühlungsvermögen und Geduld waren ebenso notwendig gewesen.
Nun müssen die Eltern außerdem vorausschauende Phantasie, Organisationtalent und Geld aufbringen, um ihrem Kind eine optimale Entwicklung zu sichern. Sie gründeten schon eine Selbsthilfegruppe. In der Sendung wurde um Spenden gebeten.
Ich bedauere, dass der Spendenaufruf wegen des Tempos der Rate-Spielschau zu kurz kam; denn die Leute hatten sich bestimmt wie ich ohne Papier und Schreibgerät zur Unterhaltung vor den Fernseher gesetzt. Traurig ist, dass es auf diesem Gebiet wenig wissenschaftliche Forschung zu geben scheint. Internationale Zusammenarbeit war nicht zu erkennen. Nein, die Behinderten waren auf sich selbst gestellt gewesen, hatten nur durch ihre Angehörigen Unterstützung erfahren. Bei der Beschaffung der nötigen Gelder sind sie auf Spenden angewiesen.
Meine Meinung ist: Vom Schicksal benachteiligte, mit Blindheit geschlagene Menschen müssten viel mehr Unterstützung erhalten. Ohne zerstörerische Kriege könnten wir auf allen Gebieten der Medizinforschung viel weiter sein. Ich kann keinen Fortschritt erkennen, solange es unglückliche, benachteiligte Kinder und sorgenvolle Eltern gibt.
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7 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 12.02.2013 | 22:15  
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Antje Hellmann aus Jena | 12.02.2013 | 23:31  
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Lydia Schubert aus Nordhausen | 13.02.2013 | 13:21  
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Regina Kleiber aus Sondershausen | 13.02.2013 | 16:12  
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Hannelore Grünler aus Artern | 13.02.2013 | 20:17  
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Hannelore Grünler aus Artern | 25.02.2013 | 22:17  
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Hannelore Grünler aus Artern | 02.03.2013 | 22:28  
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