Immer fleißig igeln, Leute!

Hüten wie den Augapfel
Geschäftsinteressen gegen Vertrauen
Ein Blick auf unseren übersichtlichsten Kalender hatte mir gezeigt, dass der 19. 9. wie der 22. 8. ein Donnerstag war. Mein deutlich ausgesprochener Wunsch, weiterhin von DR. Schöne behandelt zu werden, hatte nichts genützt. Donnerstags würde in Teutschthal Frau Dr. Wagner Dienst haben, wie vor vier Wochen würde oft gelasert, gespritzt werden. Ich hatte mich wie eine Nummer im augenheilkundigen Geschäftsgetriebe gefühlt. Weder Mann noch Sohn hatten mir raten können. Doch vielleicht war Sohnes Hinweis, meine Bedenken deutlich zum Ausdruck zu bringen, hilfreich gewesen. Auf der Fahrt nach Teutschenthal hatte ich vergeblich versucht, mir ein Bild von der Ärztin zu machen. Kein Erinnerungsbild! Kein Sprachklang. Das war kein Wunder; denn im abgedunkelten Raum hatte sie wenig gesprochen, mir das Wichtigste, die OCT, nur flüchtig erklärt. Verbesserte Diagnose durch Igelleistung, deren Preis von 95 Euro, das war alles gewesen.
Am 19. 9. 2013 war die Schwester in der Aufnahme nervös. Alle Computer waren am Morgen ausgefallen. Nun häufte sich Arbeit. Die Patienten wirkten schicksalsergeben, erzwungen ruhig. Sie konnten mir auf meine Frage nach dem behandelnden Arzt keine Antwort geben. „Ist die junge Frau mit Pferdeschwänzchen, die Patienten aufruft, eine neue Schwester oder die Ärztin?“ überlegte ich. Wie am 22. 8. scherzte die Schwester, als sie Zeit für Vorbereitungsuntersuchungen hatte, mit mir. Sie verriet wie damals das Ergebnis des Sehtestes nicht, verabreichte mir die Tropfen zum Weiten der Pupillen. Dann war Warten angesagt.
Grell traf das Licht der Spaltlampe in die Augen. Aus dem Dämmerlicht die Stimme der Ärztin mit Pferdeschwänzchen: „Alles unverändert: 80 % Sehkraft, winzige Blutung, keine Feuchtigkeitsansammlung, rechts feuchte AMD, links noch trockene. Machen wir heute gleich das OCT.“ Ich hatte erleichtert aufgeatmet, zu früh.
„Frau Doktor, ich hüte meine Augen, wie gesagt wird, wie MEINEN AUGAPFEL. Noch weiß ich zu wenig über OCT und mögliche Therapie.“ Jetzt klang ihre Stimme verärgert: „Wenn Sie kein Vertrauen haben, brauchen wir gar nicht weiterzureden.“
Nach einer kurzen Pause sprach sie aber weiter, erläuterte die Vorteile der CT gegenüber der Farbdiagnostik. Als Grundlage der OCT nannte sie sehr helle Lichtstrahlen. Da keine Kotrastmittel gespritzt würden, gäbe es keine Nebenwirkungen z. B. in den Nieren. Bei mir wäre z. Z. eine Farbdiagnose noch nicht aussagekräftig. „Sie müssen verstehen, dass wir das mehrere hundert Tausender teure Gerät, zu dem uns keine Krankenkasse etwas beigesteuert hat, auch anwenden wollen.“
Ich fragte, ob es neue Therapiemöglichkeiten gäbe. „Mit Spritzen können wir das Anwachsen der Feuchtigkeitsansammlung verhindern.“ Es folgte Schweigen, dann ein Gespräch zu meiner Krankengeschichte. Woher die Ärztin mich kennen wollte, konnte nicht geklärt werden. Jetzt als ihre Verärgerung gewichen war, kam mir ihre Stimme wieder bekannt vor. Sie könnte eventuell in der Augenklinik Sangerhausen vor vielen Jahren die erste Farbdiagne bei mir durchgeführt haben. Eine vage Vermutung, hielt ich sie doch dafür für viel zu jung!
Frau Doktor beendete das Gespräch mit dem Vorschlag, mich zurück zu Frau Doktor Kunert nach Querfurt zu überweisen. Das sei für mich näher, die Ärztin kenne mich länger und besser. Wenn ich aber eine Veränderung an meinem Auge bemerken sollte, müsste ich mich sofort in Teutschenthal oder in der Augenklinik Sangerhausen einfinden.
Steht so viel wie bei mir auf dem Spiel, bekommt man einen Termin beim Augenarzt. Ein trauriger Vorteil! Mein nächster ist am 18. Dezember 2013.
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Renate Jung aus Erfurt | 28.09.2013 | 21:06  
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