Neues Hobby der Kräuterhexe

Holunderbeer-Ernte – Und was nun?
„Ein Holunderbusch gehört nicht in unseren Garten. Der wird groß und nimmt zu viel Platz weg,“ hatte mein Obergärtner einst verkündet. Der Schwarze Holunder oder Holderbusch schien es gehört zu haben. Er siedelte in Nachbars Garten, wuchs schnell, blühte in diesem Frühjahr prächtig, streckte seine Zweige über den Zaun. Als wir Ende September den Komposthaufen umsetzten, hingen seine schwarzen Scheindolden vor Obergärtners Nase. Wir ernteten. Ich durchblätterte Rezeptbücher. In den neuen nichts. Fündig wurde ich zuerst in unserem ältesten, einem Erbstück von Tante Marie:
„Rohkost Obstspeisen Kaltschalen“, ein Büchlein für Freunde zeitgemäßer Ernährung, herausgegeben von Cornelia Kopp, 328 Rezepte, 30 einfarbige und 15 bunte Aufnahmen, Goldene Reihe Band 1, Verlag Otto Beyer Leipzig
Erscheinungsjahr: Fehlanzeige, aber lange vor dem Zweiten Weltkrieg; denn manche Zutaten sind uns erst seit den neunziger Jahren des vergangenen Jahrtausends bekannt, z. B. Mango, Schikoree
Aber die meisten Rezepte sind auch heute noch zeitgemäß. Ich habe etliche davon schon ausprobiert, und selbst erfundene fand ich in dem Rezeptbuch von anno dazumal veröffentlicht. Ich schreibe die Rezepte im Original ab. Man bedenke, dass die Goldene Reihe für Kochanfänger bestimmt war!
Holunderbeercreme mit Äpfen
Zutaten: 250 g Holunderbeeren, 100 g Zucker, ¼ l Milch, 60 g Stärkemehl, 5-6 Äpfel, etwas echte oder falsche Schlagsahne oder Quarkschaum
Die gewaschenen Beeren kocht man mit etwas Wasser gar und streicht sie durch ein Sieb. Man muss reichlich ½ l Saft haben, notfalls ergänzt man mit Wasser. Mit dem Zucker bringt man ihn zum Kochen, rührt das Stärkemehl mit der Milch glatt und fügt es ständig rührend bei. 4 Minuten kochen lassen! In eine mit Wasser ausgespülte Schüssel legt man die mit etwas Zitronensaft und Zucker gar gedünsteten Äpfel und gießt die Holundercreme ringsum. Erstarren lassen und mit Sahne servieren!
Holunderbeerkaltschale
Zutaten: 500 g Holunderbeeren, etwa ½ l Wasser, ¼ l Weißwein, Zimt, Zitronenschale, Zucker nach Geschmack.
Die reifen Beeren werden gewaschen und in einen irdenen Topf getan. Man gießt so viel Wasser darauf, dass sie bedeckt sind, gibt etwas Zimt und Zitronenschale dazu und kocht sie eine ½ Stunde. Dann streicht man sie durch ein Sieb, fügt etwas Wasser, Weißwein, Zucker nach Geschmack, Salz dazu und lässt die Suppe aufkochen. Das Kartoffelmehl wird angerührt und dazugegeben, dann wird die Suppe noch einige Minuten gekocht und kalt gestellt. Man reicht kleine Suppenmakronen dazu.
Gutes Gelingen, guten Appetit!
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
10 Kommentare
7.498
Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 23.10.2013 | 11:13  
1.616
Lutz Leipold aus Ilmenau | 23.10.2013 | 11:16  
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 23.10.2013 | 11:28  
7.498
Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 23.10.2013 | 14:23  
5.678
Gunter Linke aus Saalfeld | 23.10.2013 | 17:43  
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 23.10.2013 | 20:00  
12.763
Renate Jung aus Erfurt | 24.10.2013 | 01:11  
1.048
Regina Kleiber aus Sondershausen | 24.10.2013 | 09:24  
12.763
Renate Jung aus Erfurt | 24.10.2013 | 18:08  
1.048
Regina Kleiber aus Sondershausen | 24.10.2013 | 22:34  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige